Geldgeschichte(n)

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Zurück in die Finanz-Zukunft

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: In der Zweiunddreißigsten Folge der Geldgeschichten schlagen wir einen historischen Bogen,

00:00:04: der uns von den Ölfeldern des Nahen Ostens in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren zurück in unsere Gegenwart führt.

00:00:27: Herzlich willkommen zu den Geldgeschichte!

00:00:28: Mein Name ist Gimans Faustenhammer

00:00:31: und ich bin Luis Pazos.

00:00:33: Wir sind zwei Finanzblogger und haben die beiden schönsten Nebensachen der Welt nämlich Geld- und Geschichte miteinander kombiniert und reisen dafür alle zwei Monate zurück in die Finnenanzukunft.

00:00:44: Luz, während wir diese Folge hier aufnehmen ist ja die Situation im Nahen Osten nach wie vor äußerst fragil.

00:00:51: seit Ende Februar diesen februar zwanzig sechsundzwanzig führen die USA gemeinsam mit israel luftangriffe auf den rand durch.

00:00:59: jetzt aktuell das schwebt so was wie ein waffen sticht stand.

00:01:04: Diskussionen hat man.

00:01:05: Ich glaube die Straße von Hormuz kennt auch schon mittlerweile jeder in Europa um.

00:01:09: darüber hinaus und die meisten wissen wahrscheinlich auch, dass zwanzig Prozent des weltweiten Ölhandels darüber abgewickelt werden beziehungsweise die Schiffe auf dieser Verkehrsroute das Öl transportieren, das Gas transportieren.

00:01:26: Was wir alle mitbekommen haben, ich schätze auch du los.

00:01:29: Insofern dann noch einen Verbrenner fährst den sprunghaften Anstieg an der Zapfseude.

00:01:35: Ich glaube da haben wir ein geteiltes Leid.

00:01:37: Ja wobei jetzt könnte ich ja den alten Witz hervorkramen... ...ich tanke ja eh immer für fünfzig Euro.

00:01:43: von daher spüre ich die Preise.

00:01:46: Da hat sich nichts gehindert.

00:01:50: Es ist halt gefühlt ein Viertel weniger im Tank.

00:01:53: Auf jeden Fall und daher wohl dem, der seine Benzinrechnung dann zumindest geschäftlich absetzen kann.

00:02:02: Jetzt ist es der eine Trick aber wir sind da gar nicht dabei.

00:02:04: irgendwelche steuerlichen legalen Tricks natürlich hier deswegen kein Trick sondern einfach eine Möglichkeit, eine Flexibilität dieser Steuergesetz einfach einübt als Selbstständiger.

00:02:15: das zum einen.

00:02:16: Aber was man sicher fragt Louis ist und nicht zum ersten Mal Wir hatten das ja letztes Jahr bei den Zöllen Sogar haben wir das nicht schon irgendwann noch erlebt.

00:02:25: Jetzt könnte man sagen, ja sogar zweimal.

00:02:26: und deswegen sind wir auch gleich beim Thema der heutigen Geldgeschichte nämlich sowohl in dem Jahr, neunzehn dreiundsiebzig als auch Neunzehneunzebzig zwei Jahre die als globale Öl-Shox in die Analen der Geschichte eingingern, die die Weltwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert haben einerseits Inflation, Rezession oder politische Krisen auslösten Und alles das was man sich vorstellen konnte auch wenn man sich wahrscheinlich in diesem Jahr im Jahr und wir haben uns auch gefragt, was waren denn damals die Auswirkungen für Deutschland?

00:03:02: Für Österreich.

00:03:03: Was waren die besonderen Herausforderungen?

00:03:05: Und ich denke auch in dieser Geldgeschichte werden wir bei all den gemeinsamen makroökonomischen Themen und geopolitischen Themen, die Österreich und Deutschland verbunden haben und damit vor Verbinden dennoch auch etwas trennen.

00:03:19: das finden oder sagen wir so andere Herangehensweisen.

00:03:24: Aber ich weiß im Vorgespräch, Louis du hast ja nicht im Jahre neunzehn-siebzig mit deiner Recherche begonnen schon deutlich früher, wann?

00:03:31: das bin ich jetzt selbst gespannt zu erfahren?

00:03:33: Dann schlage ich vor werfen wir den Fluxkompensator an beschleunigen auf achtundachtzig malen pro Stunde und springt zurück in das Ja!

00:03:43: Das hätte sich gar nicht so genau definieren aber auf jeden Fall mehrere tausend Jahre zurück.

00:03:48: denn Erdöl ist ja letztendlich kein modernes Produkt, sondern war tatsächlich schon in der Antike bekannt.

00:03:58: Frühe Hochkulturen wie in Mesopotamien haben es genutzt denn das war natürlich austretendes Erdöl meistens in Form von Bitumen und das hat man damals schon für Bau- und Abdichtung benutzt interessanterweise auch medizinisch in Salmen.

00:04:18: Man hat es schon in Öllampen verbrannt und brennende Quellen beispielsweise, die wurden damals schon religiös aufgeladen.

00:04:29: Beispielsweise gab es auch im Nahen Osten eine sogenannte ewige Feuer, die eben durch austretenes Gas- und Öl gespeist wurde.

00:04:39: Ja dann gibt es eine Episode von der man durchaus sagen kann das Erdöl Das Abendland gerettet hat auf eine sehr spezifische Weise und zwar in Form des griechischen Feuers, Clemens.

00:04:53: Hast du schon mal vom griechen Feuer gehört?

00:04:56: Daraus genauso wie ich von der griehischen Verlangs gehört habe ja durch Alexander den Großen.

00:05:02: Wenn ich mich richtig im Kopf hab, das grieches Feuer hat man vor allem in der Marine eingesetzt oder?

00:05:09: Korrekt!

00:05:10: Die Besonderheit des grieslichen Feuern war dass es eben eine brennende Flüssigkeit war die sich aber nicht oder kaum löschen ließ, da sie auch auf Wasser weiter brannte.

00:05:24: Und die Byzantiner haben diese Flüssigkeit als erste militärisch genutzt ab dem siebten Jahrhundert nach Christus also tausend Jahre nach Alexander und die hatten spezielle Vorrichtung auf ihren Schiffen vorne mit denen Sie eben diese Flissigkeit verspritzen konnten.

00:05:43: das Rezept So zu sagen ist bis heute nicht vollständig bekannt, aber es wird davon ausgegangen dass das griechische Feuer im Erdöl Bestandteile hatte kombiniert mit anderen Stoffen wie Schwefel.

00:05:55: Laut büzantinischen Quellen der gilt Kalini Kos von Heliopolis liegt dem heutigen Libanon als Erfinder.

00:06:03: Der war eben ein Ingenieur und hat dieses grieche Feuer sixhundertseizig Nachkristus nach Konstantinope gebracht gerade rechtzeitig, er war wahrscheinlich selber auf der Flucht vor der arabischen Expansion.

00:06:22: und kurze Zeit später fand dann auch die erste arabische Belagung von Constantinople statt.

00:06:27: Und das war ein mehrjähriger militärischer Feldzug der Umayyaden gegen eben die Hauptstadt des Pizantinischen Reichs und war ein Höhepunkt des früheren arabisch-pizantinschen Konflikts.

00:06:42: Und die Byzantiner errangen eben auf See einen großen Sieg und beendeten vorläufig erstmal die islamische Expansion nach Europa.

00:06:55: Und sich hatten in dem Reich erst mal für mehrere Jahrhunderte eine Atempause, vor allem weil es eben wenige Jahrzehnte später eine zweite Belagung als ein zweiter Versuch gab, siebzehn bis siebzachzehn.

00:07:08: wo ist tatsächlich auch nochmal gelang mit den griechischen Feuer knapp tausend achthundert Schiffe der Umayaden in Brand zu setzen, zu versenken mit hundertfünfzigtausend Soldaten.

00:07:20: Also das war schon sehr bedeutsam.

00:07:23: also wir sehen Erdöl kein modernes Phänomen reicht ja Tausende zurück in der Antike allerdings eben Allzweckmaterial und keine Energieträger im heutigen Sinne.

00:07:36: Das änderte sich erst im neunzehnten Jahrhundert, also hier über tausend Jahre später.

00:07:44: Das hat dann auch mit dem technologischen Fortschritt zu tun denn vor der Industrialisierung – ja ich hatte es ja gesagt da trat das Erdöl ja nur oberflächlich aus – das Filter hat eine Technik gezielt größere Mengen zu fördern und es gab uns auch in China Versuche mit Bambusrohren wohl Öl zu fordern.

00:08:06: Das ist aber nicht so gut geklappt.

00:08:08: Und vor allem die Verarbeitung, weil Rohöl ja ein Gemisch ist und ohne Raffination kannst du das eben kaum nutzen.

00:08:18: Und im neunzehn Jahrhundert da entwickelten Chemiker einen Verfahren zur Herstellung von Kerosin.

00:08:27: Da gab es zu den Zeitungen noch keinen Massenmarkt denn die Energie kam aus Holzkohle Muskelkraft.

00:08:36: Was sich änderte, bezüglich der Nachfrage war mit der zunehmenden Urbanisierung die Städte wuchsen und damit der Bedarf an etwas was für uns selbstverständlich ist nämlich an Beleuchtung um sich eben auch unabhängig vom Tageslicht zu machen.

00:08:52: Und ein Schlüsselmoment war dann auf der einen Seite Die Bohrungen von Edwin Greykeys der Mann in Pennsylvania, das war eighteenhundertneunundfünfzig.

00:09:04: Das wird oftmals als Startpunkt der modernen Ölindustrie gesehen.

00:09:07: Das heißt, Öl konnte dann massenhaft gefördert werden und konnte dann auch raffiniert werden.

00:09:13: Und interessanterweise vor Erdöl da war Tarn also Wahl- und Robbenöl der wichtigste Brennstoff für Lampen.

00:09:23: wer den Seewolf gelesen hat oder Morbidick kann da auch eintauchen.

00:09:29: im Beletristisch ein bisschen in das Thema.

00:09:32: Da sind ja die Wahlfänger und Robbenfänger hier unterwegs, und Tran war deswegen vorher so beliebt weil es tatsächlich relativ sauber und hell brannte und weil es durch die Fischerei eben bereits eine Handelstruktur gab und keine alternative großen Maßstab verfügbar waren.

00:09:53: aber dass Erleben wir immer wieder in der Geschichte.

00:09:58: Die Wale und Robben wurden knapper, damit wurde eben das Tran teurer.

00:10:03: Das Angebot war biologisch begrenzt und von daher fing dann die Suche nach Ersatz, nach Substituten an.

00:10:13: Tan hatte auch den teilweise einen unangenehmen Geruch, das kam auch noch dazu Neudeutsch Game Changer im Beleuchtungswesen, das war eben das Kerosin.

00:10:25: Das konnte dann mit durch die Boron und durch die Refination deutlich billiger als Wahltran hergestellt worden werden.

00:10:32: War ein großen Mengen skalierbar und hat eine gleichmäßige Qualität und verdrängte innerhalb wenige Jahrzehnte den Tran vollständig und hatte zur Folge dass die Wahlfangindustrie nahezu komplett einbrach.

00:10:50: Was ich interessant finde an dieser Episode ist eben, dass Öl kennt das ja als Mobilitätsrohstoff oder Energie-Rohstoff und dann solcher war er ursprünglich gar nicht sondern eben ein Beleuchtungsrohstoff.

00:11:04: Und da stellt sich natürlich die Frage wie wurde aus dem Beleuchttungsrohrstoff Kerosin dann der Mobilitäz Rohstoff Benzin und Diesel Clemens?

00:11:19: Ja, ich denke du spießt auf die Zeit an und noch vor dem ersten Weltkrieg.

00:11:24: Ja richtig!

00:11:25: Und da haben wir etwas erlebt interessanterweise was wir heute wieder erleben nämlich mehrere Mobilitätskonzepte die miteinander rangen.

00:11:42: Also, schauen wir uns so die frühe Phase der Ölnutzung an.

00:11:45: Eben achtzentfünfzig bis neunzehntundert da wir eben das Hauptprodukt der Raffination bei eben Kerosin für die Lampen und die anderen Bestandteile unter anderem auch Benzin waren.

00:11:54: zunächst Abfallprodukte.

00:11:56: Das änderte sich zum einen mit der Elektrifizierung denn ab etwa achtzent achtzig achtzentneunzig Da wurde das viel sicherer elektrische Licht in den Städten eingeführt und verdrängte eben Kerosin.

00:12:11: Kerosine verlor damit den wichtigsten Markt, die Ölindustrie musste auch nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen.

00:12:23: Und die fand sie eben in der parallel sich entwickelnden Neuen bahnbrechenden Technologie, nämlich der Verbrennungsmotoren.

00:12:32: Also Otto Motor von Nikolaus Otto Der wurde dann später darüber verbessert Von Daimler.

00:12:38: Also Gott liebt Daimlers und Karl Benz.

00:12:40: Und diese Motoren die nutzten dann genau das was vorher nahezu wertlos war Nämlich Das Benzin.

00:12:47: der eigentliche Durchbruch der kam dann allerdings erst mit der Industrialisierung des Autos also mit Henry Ford Der durch das Fließband eben drastisch die Kosten der Automobile senken konnte und damit wurde eben das Luxus gut zum Massengut.

00:13:04: Und parallel dazu entstand auch ein Netz an Straßen, an Tankstellen und die besagte globale Lieferkette für Öl Die Nachfrage, die verschob sich von Licht zu Bewegung.

00:13:19: Ist auch noch so kleiner Exkurs.

00:13:21: Die Mobilitätskonzepte seinerzeit waren jetzt auch nicht ganz zufällig, denn tatsächlich in den großen Metropolen zumindest gab es tatsächlich ein ganz massives Problem mit Pferdedung.

00:13:35: Wenn ich die Logistik einer Großstadt abwickeln möchte und das Ganze nur auf Pferdebasis habe ich eben genau dieses Problem und von daher gab es eben auch eine Nachfrage nach alternativen Fortbewegungs- und Transportmitteln.

00:13:53: Allerdings, damit sich hier Benzin durchgesetzt hat waren auch zwei Sachen erforderlich.

00:13:57: Erstens die Raffinerien mussten umgestellt werden, um Benzin statt Kerosin zu produzieren.

00:14:05: Das wurde eben durch neue Verfahren möglich, nämlich das sogenannte Cracking, dass eben das schwere Öl gezielt in leichte Treibstoffe hier zerlegt.

00:14:17: und das zweite ist Der Verbrenner musste sich überhaupt erst auch durchsetzen.

00:14:25: Und das war gar nicht so selbstverständlich, Clemens ich weiß nicht ob es hier bekannt war aber um das Jahr nineteenhundert waren Elektro Autos entsteppten wie beispielsweise New York bereits weit verbreitet und stellten teilweise einen signifikanten Anteil der Fahrzeuge also teilweise sogar mehr als Verbrenners.

00:14:47: und dass sich dann am Ende der Verbrenner durchsetzte, das lag letztendlich an einem Bündel an Faktoren.

00:14:55: Es gab letztendlichen seinerzeit drei Mobilitätskonzepte.

00:14:59: einmal das Elektroauto habe ich übrigens auch mal hier in eine Einbeck also da wo meine Lieblingsbrauerei die beausten notierte liegt gibt es den neuen PS Speicher Automobilmuseum und die hatten meine Sonderausstellung Elektroautos des zwanzigsten Erschuldungs des neunzehnten Jahrhunderts.

00:15:20: Also wirklich die Frühphase des Elektro-Autos, da war ich wirklich erstaunt wie viele Modelle es seinerzeit schon gab.

00:15:26: also die hatten Vorteil eben leise zu sein sauber einfach zu bedienen.

00:15:30: Die Technik war relativ simpel.

00:15:32: dann gab es tatsächlich Dampf Autos.

00:15:34: die waren tatsächlich die Leistungsstärksten seiner Zeit aber eben recht umständlich zur Händel.

00:15:42: Die Wartung war aufwendig, die Bedienungen der Kessel musste erhitzt werden fünf bis zwanzig Minuten vorgebraucht.

00:15:50: also es war letztendlich ein kleines fahrendes Dampfkraftwerk mit einem Maschinisten wenig fehlertolerant.

00:15:57: zum Beispiel musste der Druck im Kessel permanent kontrolliert und aufrechterhalten werden und die Leistung war schwierig regelbar.

00:16:03: und dann gab's eben das Benzinauto.

00:16:06: Das war laut, auch nicht so ganz einfach in der Bedienung und zunächst auch gar nicht so zuverlässig.

00:16:11: Also da hätte jetzt tatsächlich viel fürs Elektroauto gesprochen.

00:16:15: Insbesondere auch im Stadtverkehr war es auch so dass das viel genutzt wurde.

00:16:20: aber auch das Problem dürfte bekannt sein.

00:16:24: die Akkus waren der Engpass Es gab seinerzeit sehr schwere Bleiakkus Und die gingen dann eben einher mit einer sehr geringen Reichweite, langen Ladezeiten und es gab in der Zeit eben kaum Weiterentwicklung im Vergleich zum Verbrennungsmote.

00:16:40: Der wurde eben sehr schnell verbessert – die Batterietechnik stagnierte.

00:16:45: Da hatte Benzin den Vorteil mit der extrem hohen Energie Dichte.

00:16:51: Kanister konnte man einfach mitnehmen, Tanken dauerte wenige Minuten Und der Verbrenner wurde so eben sehr schnell zum Langstreckenfahrzeug während die Elektroautos hier auf die Städte beschränkt blieben.

00:17:04: Dadurch gab es dann ein Lock in Effekt, weil ich nur mit dem Verbrenner die Langstreken erfolgreich bewältigen konnte.

00:17:14: Mit dem Elektroauto waren nur die Kurzstrecke und stürzte sich letztendlich auch Henry Ford auf den Verbrenners.

00:17:22: Insbesondere weil die Entfernungen ja... seinerzeit ja auch noch relativ weit waren zwischen den nichturbanen zielen.

00:17:33: und daher viel.

00:17:36: dann die Wahl eben auf dem Verbrenner der in die Fließbandproduktion ging.

00:17:40: Und damit wurde als erstes das Benzinauto für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich, und das Elektroauto blieb ein Nischenprodukt vor allem was noch hinzukam.

00:17:50: Der elektrische Anlasser wurde auch recht schnell erfunden.

00:17:53: Das machte die Bedienung einfacher und die Motoren wurden zuverlässiger, damit waren die entscheidenden Nachteile weg.

00:18:01: Und parallel dazu entstand das Tankstellennetz und für die Elektroautos gab es eben keine solche Infrastruktur und daher noch vor dem Ersten Weltkrieg setzte sich dann der Verbrenner durch.

00:18:18: er ließ ich dann schneller Beleger und größere Maßstab in eine Alltagstaugliche Gesamtlösung verwandeln.

00:18:29: Und da haben wir genau dieses Thema, was wir oft in der Ökonomie haben diesen Netzwerkeffekt plus Fahrtabhängigkeit.

00:18:38: und damit war dann eben die Weiche gestellt so ein bisschen wie bei den Videorecordern in den Achtzigerjahren zwischen VHS und Beta.

00:18:47: Was dazu kam, Clemens?

00:18:48: Du hast es eben auch angesprochen Spätestens ab den Jahr zeigte sich klar Mobilität ist auch militärische Macht.

00:18:59: Die Armeen wurden beweglich, der Infanterist war es immer noch wichtig aber er wurde eben auch motorisiert flankiert.

00:19:09: die Logistik setzt auf Lkw statt Pferde.

00:19:13: später kam im Panzer dazu Flugzeuge und auch Schiffe.

00:19:18: Diese Systeme braucht hohe Reichweiten, schnelle Energie zuvor, hohe Leistungsdichte.

00:19:25: Das konnte nur das Erdöl liefern und Elektro schied eben beim Militär komplett aus für Flugzeuge, Panzermobile einheiten und auch bei den Flotten.

00:19:37: Zentraler Schritt hier war beispielsweise die Umstellung von Cola auf Öl unter Winston Churchill bei der Royal Navy.

00:19:46: Also hier war ganz klar Öl militärisch, wo das einen enormen Vorteil.

00:19:52: Und hier liegt auch eben ein Kern auf den wir gleich kommen, da ja die ganze Vorgeschichte her.

00:19:56: Diese militärischen Anforderungen sehr hoch sind.

00:20:00: und wenn diese bestehen dann sind sie auch nahezu automatisch dominant im zivilen Bereich beziehungsweise gehen dazu über.

00:20:10: Das heißt die Technologie wird im Militär vorangetrieben Die Infrastruktur wird militarisch aufgebaut Und dann am Ende auch natürlich zivil genutzt.

00:20:20: Das war nicht nur bei Motoren so und bei der Mobilität, sondern eben auch dann mehrere Jahrzehnte später beim Internet.

00:20:28: Damit aber wurde Öl zum Politikum und der Zugang zur Öl war militärisch bedeutsam.

00:20:38: Wir haben den Ausbau der globalen Ölversorgung Pipelines häfen Und Öl war eben der strategische Rohstoff schlechthin.

00:20:51: Ab dann, spätestens ab dem ersten und zweiten Weltkrieg auch geopolitisch entscheidend.

00:21:00: Ohne Militär wäre Öl vermutlich auch wichtig geworden aber mit den Militären wurde es eben unverzichtbar.

00:21:08: Hier klemes schließt sich dann der Bogen und wir können darauf blicken... Was geschah dann jetzt in den Siebzigerjahren?

00:21:17: Vielen Dank für diesen historischen Abriss, der bis weit vor der Geburt Christi eigentlich zurückgeht.

00:21:26: Ich möchte auch dem gar nicht mehr hinzufügen, weil vielleicht doch nur die Einzelne bemerken und das sind ja nicht die erste Innovationen oder auch nicht die letzte Innovation, die aus v.a.

00:21:36: dem Militär stammt.

00:21:37: Ich erinnere hier auch an das Internet zum Beispiel.

00:21:41: Und da sind wir wieder bei den Sebzigern.

00:21:43: fast siebziger Jahren.

00:21:45: Vielleicht um das Jahr neunzehntelundsiebzig als das Jahr um mit dem ersten Ölbreis Schock auch einzuordnen, noch einen Rückblick in die Nachkriegszeit?

00:21:55: Die Neunzehnfünfziger und die Neunzentsechzige Jahre waren für die westlichen Industrienationen eine Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs eben dieser Nachkrigszeit.

00:22:04: Wir kennen das in Deutschland und den Österreich unter dem Begriff des Wirtschaftswunders.

00:22:09: auch in anderen europäischen Ländern wie im Frankreich, wie in Italien herrschte nahezu Vollbeschäftigung.

00:22:15: Ich denke auch Vollbescheftung ist ein zentraler Punkt in dieser Angelegenheit die wir auch dann in den siebziger Jahren thematisieren werden.

00:22:24: was in dieser Phase der neunzehnfünfzig und neunzentsechziger Jahre hervorsteht sind wirklich exorbitante Wachstumsraten also im Durchschnitt weit über fünf, sechs, sieben Prozent in diesem Jahr.

00:22:37: Und mit dem Wohlstand der Stich kam dann auch das erste Mal so ein was mittlerweile kein Phänomen weiß ich hoffe es wird auch keine Phänomene werden nämlich die etablierte Mittelschichte hat sich da herausbildet und sichtbar wurde dass ja zunehmend am eigenen Auto also in der Zeit war es dann auch jeder Zweiter dann ein persönliches individuelles Auto hatte den personenkraftwagen, insbesondere in deutschland der natürlich der volkswagen.

00:23:02: Der kefer der hervorrichtigt aber auch wenn man in die einzelnen haushälte reinblickt er dann waren dort auf arme kühlschränke sichtbar waschmaschinen oder auch der damals noch schwarz-weiß fernseher.

00:23:17: und was so ein bestandteil des fundamentes ist wo stand?

00:23:20: zwar war wie von dir aus geziert luis vor allem öl und unvorstellbar billiges öl um so auch eine Einordnung der Zahlen zu geben.

00:23:31: Ja, wenn wir heute auf den Ölbrei schauen dann sehen wir so neunzig bis hundert Dollar aktuell im April.

00:23:41: zwanzig sechsundzwanzig hier angemerkt.

00:23:43: damals kostete ein Barrel Rohöl zwischen eins fünfzig und zwei US-Dollar.

00:23:49: also öl war so günstig dass man es fast als gegeben hinnahm Und das befeuerte nicht nur die Industrieproduktion, sondern eben auch ein zentraler Antrieb für die Autos und unsere Mobilität aber auch für das Heizen in den Wohnungen.

00:24:04: Die westliche Welt war in eine Art kollektive Energienavität verfallen – nicht das erste Mal aus heutiger Perspektive.

00:24:18: Niemand fragte woher das Öl kam, solange es floss und das bringt eigentlich diese Navität auch gut auf den Punkt.

00:24:25: Es kam nämlich vor allem aus dem Nahen Osten, aus Saudi Arabien, aus dem Iran, aus der Irak, Kuwait aber auch anderen Ländern die sich in dem Jahr neunzehntzig zur OPEC zusammengeschlossen haben – die Organisation Erdöl exportierender Länder.

00:24:43: Lange war Ein zahnloser Tiger, nämlich die westlichen Öekonzerne.

00:24:49: Die sogenannten Seven Sisters also die sieben Schwestern.

00:24:53: Wobei heute auch noch immer Shell, PP, also British Petroleum damals auch Anglo Persian Oil Company aber auch Chevron und Exo Mobile existieren.

00:25:04: Nämlich die hatten die Kontrolle über die Produktion vor Ort im Nahen Osten und damit auch über die Preise.

00:25:11: Apropos Preis wenn wir über den Preis sprechen ist wesentlich zu erwähnen, dass der Ölpreis in US-Dollar notierte.

00:25:19: Warum ist das wichtig und auch in US Dollar gehandelt wurde?

00:25:22: Naja da kommt ein weiterer Kontextfaktor ins Spiel den wir in unserer Folge sieben thematisiert haben nämlich das Ende des Bretton Wurzsystems also das nach dem zweiten Weltkrieg oder beziehungsweise im Jahr nineteen vierundvierzig eingeführt wurde, dass internationale Währungen an einen US Dollar gebunden waren und der Dollar wiederum an Gold gebunden.

00:25:42: Dieses System kollabierte in den ersten Jahren, als damals der US-Präsident Nixon die Golddeckung des Dollars aufgehoben hat.

00:25:51: Deshalb ging dieses Eigenes auch als Nixenschock in die Wirtschaftsgeschichte ein.

00:25:57: Die Weltwirtschaft hat somit nach einem neuen Anker gesucht und diese sollte sie im Öl finden – es war zwar kein stabiler Anker und das wird sich bald zeigen nämlich am sechsten Oktober.

00:26:12: In den letzten Jahren entzündete sich nicht zum ersten Mal im Nahen Osten ein militärischer Konflikt, Louis der sogenannte Yom Kippur Krieg.

00:26:25: Ja Clemens die erste Ölkrise.

00:26:28: das war in der Tat kein Marktereignis sondern wie wir sehen werden eine gezielte politische Maßnahme in Folge des Yom-Kippur-Krieges.

00:26:39: Der hatte gewissermaßen einen Vorläufer sechs Jahre zuvor, die war in der Militär-Übermacht der Arabischen Nachbarn.

00:27:02: Sechs Jahre später gab es eine neue Auflage des Krieges.

00:27:07: an einem jüdischen Feiertag, griffen mehrere arabische Staaten gleichzeitig Israel an und was für Israel eben fatal war ist dass sie damit nicht gerechnet hatten.

00:27:23: Also auch hier eine kann man schon fast sagen so ein bisschen so eine Analogie wie eben in zwei tausendunddreiundzwanzig.

00:27:30: allerdings konnte sich Israel dann Aufrappeln, schnell zur Wehr setzen wurde von westlichen Ländern unter anderem von den USA unterstützt und drehte das Kriegsglück.

00:27:44: Und als Folge davon reagierten erstmalig die arabischen Ölstaaten also die arabische Mitglieder der OPEC mit einem Ölembargo und zwar gegen alle Unterstützer Israels und entsprechenden Förderkürze.

00:28:02: Und das Widerum hatte zur Folge, dass der Ölpreis sich innerhalb kürzester Zeit vervielfachte und die Versorgungssicherheit lit mit konkreten Folgen beispielsweise eben Benzinknabhalt langen Schlangen an den Tankstellen und einen wirtschaftlichen Eierbruch kann man sagen in der gesamten westlichen Welt.

00:28:28: Kennst du vielleicht auch dazu?

00:28:30: Man sieht sich die geopolitische Lage von Israel damals an.

00:28:35: Das war ein zweifronten Krieg, auf der einen Seite Golanhöhen Syrien und im Süden über den damals akkubierten Sinai kamen die Ägypter.

00:28:48: Was ja auch noch zu erwähnen ist... ist, dass bei diesen koordinierten zwei Frontenangriff es eben am Yom Kippur stattgefunden hat.

00:28:56: Der höchste jüdische Feiertag ein Tag des Fastens unter Stille.

00:29:00: an und für sich und auch dahingehend haben die ägyptischen als auch syrischen Truppen diesen Überraschungseffekt ausgenutzt.

00:29:08: allerdings nach gut einem Monat und deswegen ist dieser Yom-Kippurkrieg auch als Oktoberkriege bekannt hat hier Israel abermals die Oberhand übernommen und eben auch wie von dir Luis erwähnt, dank der VMUS-amerikanischen Unterstützung.

00:29:26: Nämlich auf der anderen Seite Ägypten als auch Syrien wurden ja von der Sowjetunion unterstützt also in dem Fall auch wieder so ein klassischer Stellvertreterkrieg wie man noch heutzutage ihn leider in einigen Regionen dieser Welt sieht.

00:29:41: Was vielleicht noch zu erwähren ist, die Fördermengen wurde damals um fünf Prozent lediglich reduziert.

00:29:47: Aber was natürlich psychologisch eine Rolle spielte war dieses Öleembargo das so wie heute den gesamten globalen Ölmarkt beeinflusste.

00:29:58: und wir reden hier von einem Ölpreis Anstrichprobell vom drei US-Dollar auf fast zwölf US Dollar also eine Vervierfachung und die Folgen waren fatal.

00:30:09: Du hast es geziert?

00:30:11: leere Zappsäuen an den Tank stellen, dann eine Rationierung lange Schlangen am warteten Autofahrern was wir hatten und dann halt eben noch einige Maßnahmen.

00:30:22: Und ich möchte hier bevor ich auf die Maßnahmen zu sprechen komme noch auf die doch spezielle Situation in Österreich eingehen nämlich natürlich war auch österreich und kann sich nicht absondern von diesen Ölschock von dieser ersten Ölgröße im Herbst, in der wir in den letzten drei Jahren betreffen.

00:30:46: Allerdings war Österreich in einer anderen Situation und warum?

00:30:50: das möchte ich in drei Punkten zusammenfassen.

00:30:53: Vielleicht hier noch als Kontext?

00:30:54: Der Anteil des Öls am österreichischen Energiemix lag damals zu Beginn der neunzehnten Siebzigerjahre bei rund forty-fünf Prozent aber über eighty Prozent davon wurden importiert was uns schon so einem spannenden ersten Punkt bringt nämlich dass Österreich als westeuropäisches Land relativ ein hohe Versorgungsgrad hatte.

00:31:17: Nämlich das war vor allem die Ölquellen in Weinviertel, die zwar damals schon versiegten, vor allem auf die sowjetischen Besatzungsdruppen haben da bis neunzehnfünfundfünfzig sehr viel rausgezogen aber immerhin noch zwanzig Prozent also knapp einem Viertel kann man fast sagen wurde selbst provoziert.

00:31:36: Zweitens hatte man in Österreich auch dank der Donau die Wasserkraft.

00:31:41: Hier tritt vor allem das Speicherkraftwerk Inka Brum in den Mittelpunkt aus einer zentrale Bedeutung, auch im Mythos des österreichischen Wiederaufbaus einnahm.

00:31:52: und drittens war der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky mit seiner SPÖ-Leinregierung sehr gut im Nahen Osten vernetzt und er spielte da immer wieder auch die Karte des neutralen Österreichs dem sehr gelegen kam aus.

00:32:08: Und zudem wurde auch in Österreich am ersten Juni, der erste langfristige Erdgas liefer Vertrag zwischen der österreichischen Mineralversorgung und der für den exportzuständigen Tochterunternehmen das russische Gaspromm unterzeichnet Rat des wirtschaftlichen Gemeinschaft, also quasi das erste Land außerhalb der Sowjetunion und deren Einflussphäre mit dem solch einen Vertrag abgeschlossen wurde.

00:32:51: Trotzdem auch in Österreich waren die Auswirkungen gravierend nämlich noch immer eben achtzig Prozent war eine Importabhängigkeit gegeben.

00:33:01: Da war auch Österreich niemand, der sich von diesem billigen Ölstrom oder billigem Ölversorgung aus dem Nahen Osten entzogen hat.

00:33:11: Ganz im Gegenteil, davon wollte man batizipieren und durch den massiven Anstieg des Verbrauchs hatte die Importabhängigkeit dramatisch zugenommen.

00:33:21: in den ersten Wochen der einer Kriegkrise wurde vielerorts das Heizöl knapp zum Beispiel in der Stadt Haag, im Bezirk am Städten wurde mehr als eine Woche.

00:33:32: Diese konnte nicht eben das ganze Gebiet um die Stadt herum versorgt werden und die Regierung reagierte.

00:33:39: und ich bin jetzt auch gespannt Louis ob du einige dieser Maßnahmen dann auch in Deutschland wieder erkennst, die damals in Österreich getroffen wurden nämlich in Österreich wurden diese dann deutlich später zumindest nach Einschätzung mancher Historiker eher zögerlich getroffen.

00:33:56: Das eine war ein Hundert kmh Tempolimit auf den Straßen, das andere war eine Sonntagssperre für Tankstellen.

00:34:04: Dann einen autofreier Tag dazu komme ich gleich und die Energiefähren in den Schulen im Februar, die wir auch noch heute haben sowie die Einführung der Sommerzeit.

00:34:13: ja Dazu gab es einfach eine ganze Reihe von Skurrinenvorschlägen wie die Abschaltung von Reklamen ab zweiundzwanzig Uhr, die Verkürzung des TV-Programms.

00:34:23: Wenn ich das richtig in Kopf habe, hat man das im Frankreich auch tatsächlich ab dreiundzwundzig Uhr eingeführt.

00:34:28: aber auch Empfehlungen wie Duschen statt Baden oder Nass statt elektrisch rasieren.

00:34:32: Das war damals wurde auch ventiliert in den diversen Medien und auch eifrig kommentiert beziehungsweise diskutiert.

00:34:39: an den Stammtischen In den öffentlichen Gebäuden wurde tatsächlich die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad abgesenkt.

00:34:47: Aber wie gesagt, die berühmteste Kuriosität in Österreich war das Autopickerl.

00:34:52: Nämlich zum ersten autofreien Tag kam es am vierzehnten Jahr einer... ...neinzehn-vierundsiebzig.

00:34:59: jeder war dazu verpflichtet auf die Windschutzscheibe einen Outgeber mit dem gewählten Wochentag anzubringen.

00:35:09: Also ja auch hier!

00:35:10: die Entscheidung zu delegieren an die, die das Auto auch steuern.

00:35:15: Verströße gegen diese Verordnungen zogen für den zu widerhandelten Strafen bis zu dreißigtausend Schilling nach Sicht also eine enorme Summe zur damaligen Zeit und dem damalige Minister für Handlengewerbe und Industrie Josef Staribacher brachte diese Maßnahme des autofreien Tags, der wenig schmeichelhaften Spitznamen des Picklepeppi

00:35:38: ein.".

00:35:39: Übrigens sein jüngerer Sohn Andreas war in den neunzehn-neunziger Jahren österreichischer Finanzminister und dem damaligen SPÖ Bundeskanzler Franz Franitzke.

00:35:50: Zwei Maßnahmen erwiesen sich als dauerhaft, einerseits die Einführung der Semesterferien, die damals eben noch Energieferien genannt wurde, der nach heute noch teilweise Energieferien genannte und das andere war die Sommerzeit.

00:36:03: Die Basis für die Verordnung mit der hierzulande die Sommerzeit neu eilig eingeführt wurde, war das sogenannte Zeitzählungsgesetz von neunzehnt sechsunsechzig in Abstimmung mit anderen europäischen Staaten.

00:36:17: Ich nehme an auch mit der damaligen Bundesrepublik Deutschland – wie war die Lage in Deutschland?

00:36:25: Die war tatsächlich ähnlich auch wenn die Maßnahmen leicht variierten, sicherlich am bekanntesten oder die bekannteste Energiesparmaßnahme während der Ölkrise.

00:36:39: Das war das Fahrverbot also komplettes Fahrverbrot für private Autos an vier Sonntagen im November und Dezember.

00:36:50: Und aus der Zeit gibt es immer auch diese berühmten Bilder von den komplett leeren Autobahnen Viele Menschen dann aber für einen Spazier genutzt oder zum Rad fahren.

00:37:03: Zudem gab es eben temporär auch ein Tempolimit von hundert Kilometern auf den Autobahnen und achtzig Kilometer auf den Landstraßen, und da gab's auch so'n bisschen diese Skurrilitäten, von denen du erzählt hast.

00:37:18: Clemens beispielsweise war die Schaufensterbeleuchtung nachts verboten zwischen zweiundzwanzig und sechs Uhr.

00:37:26: die Straßenbeleuchtung wurde reduziert.

00:37:30: Öffentliche Gebäude wurden nur begrenzbar heizt, Schwimmbäder an Sporthallen wurden geschlossen oder wenig beheizt.

00:37:38: es gab selbstverständlich die entsprechenden Appelle an die Bürger weniger zu heizen und weniger warm Wasser zu nutzen.

00:37:47: was ist auch an Maßnahmen gab.

00:37:50: Eine, die es heute auch noch gibt ist das Sonntagsfahrverbot für Lkw und die Förderung von Fahrgemeinschaften.

00:37:59: Kennen wir ja heute so mit Park & Ride.

00:38:01: was aber langfristig wirkte war die Diskussion über die Energiepolitik und die ging seinerzeit in Richtung ganz klar Ausbau der Kernenergie.

00:38:15: damals war allerdings Deutschland auch noch in dieser Technologie führend.

00:38:21: Ich glaube ein wesentlicher Blick sollte auch in Richtung der globalen Entwicklung gehen, ich meine hier hat sich dieses Phänomen als neue Schreckenswort etabliert was wir auch im Jahr zwanzig dreiundzwanzig zweiundzwannzig hatten nämlich Starkflation und was die Ökonomien investieren bis dato gar nicht kannten oder irgendwie in gewisser Art und Weise darauf umvorbereitet waren, nämlich bis dahin galt ja eine eherne Regel.

00:38:46: Entweder hat man Inflation oder man hat Rezession aber nichts bei es gleichzeitig.

00:38:51: Und das Modell der Philips Kurve als Erklärungsmodell.

00:38:54: lassen wir jetzt einmal so stehen weil dann aufhört's aus.

00:38:58: was aber entstand war eben diese Stagnation als Kunstwort warum stagnation und inflation zusammengesetzt.

00:39:04: Die Wirtschaft schrumpfte, die Arbeitslosigkeit stieg und gleichzeitig kletterten aber auch die Preise nach oben.

00:39:11: Das war für das kensianisch ausgerichtete Wirtschaftsmodell bzw.

00:39:17: die kensyanische ausgerichtete Wirtschaftspolitik jenerzeit ein sprichwörtlicher Albtraum vor allem auch für den Ökonomen- und Anhänger der kenzianischen Schule, denn alle Gegenmaßnahmen wirkten in die falsche Richtung.

00:39:30: Punkt man Geld in der Wirtschaft um die Rezession zu bekämpfen, sei es durch Subventionen, sei ist durch Förderungen, sei is durch allfällige Konjunktur-Maßnahmen, schürt man gleichzeitig aber wieder die Preisinflation, drosselt man das Geld.

00:39:44: also eine gewisse Sparzwang den man sich auferlegte vertiefte man damit die Rezession.

00:39:52: In den USA stieg die Inflationsraten zeitweise auf über zwölf Prozent und die Arbeitslosigkeit lag mit über acht Prozent, auf dem höchsten Niveau seit der großen Depression in den neunzehntreißiger Jahren.

00:40:05: In Großbritannien hatten wir eine Inflation von über fünfundzwanzig Prozent und das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit war damit ein Puppe endet.

00:40:15: Österreich selbst war ja nicht unter jenen Staaten, die sich in dieser Hinsicht besonders hervortaten.

00:40:21: Es blieb eigentlich im Österreich bis in den Großen und Ganzen von der Starkflation verschont.

00:40:30: Das hat ja auch einen wesentlichen Punkt, warum die eigentliche wirtschaftspolitische Antwort auf die Öschoks, die in Österreich vor vielen anderen westlichen Ländern sich unterschiedt, auch einen besonderen österreichischen Weg charakterisierte.

00:40:45: Während andere Regierungen begannen den Gürtel enger zu schnallen Staatsausgaben zu kürzen und die Wirtschaft sich selbst zu überlassen, wählte Bruno Kreisky den entgegengesetzten Weg.

00:40:58: Er verfolgte eine aktive antizyklische Fiskalpolitik.

00:41:01: das heißt in der Krise gab der Staat mehr aus nicht weniger.

00:41:06: dieses Defesit Spending finanzierte einerseits Beschäftigung vor allem mit der Verstaatlichtenindustrie es förderte ein Infrastrukturausbau hier auch im Straßenverkehr im Eisenbahnverkehr Aber auch die Erhöhung sozialer Leistungen, sei es in der Arbeitslosenversicherung aber auch die Einführung der Frühpension ab sechzig beziehungsweise fünfundfünfzig Jahren.

00:41:28: Obwohl ja schon damals das Lebensalter deutlich angestiegen ist und Kreisky akzeptiert dabei eine Erhörung der Staatsverschulung zu Gunsten des Wohlfahrtsstaats.

00:41:39: Ein zentraler Satz von Kreiskey den ich glaube ich auch schon in der Folge über den österreichen Schilling erwähnt habe war damals einer der häufig zitiertesten und bringt eigentlich die Sache ganz gut auf den Punkt, nämlich ihm also Greski sind ein paar Milliarden Schulden lieber als ein paar hunderttausend Arbeitslose.

00:41:56: Das Ergebnis kann durchaus als bemerkenswert eingestuft werden.

00:42:00: Österreich erlebt in den Neunzehntsiebzigerjahren zwei Inflation von teilweise doch auch neun Prozent und wirtschaftliche Verlangsamung aber keine Massenarbeitslosigkeit.

00:42:10: Die arbeitslosen Quote blieb unter zwei Prozent.

00:42:14: Das kann man durchaus als Vollbeschäftigung einsortieren.

00:42:18: Im westeuropäischen Vergleich war das eine außerordentliche Leistung, wenn man rein auf die Arbeitsmarktpolitik schaut.

00:42:24: Während in Großbritannien und in den USA die arbeitslosen Zahlen nach oben schnalzten blieben Österreich dahingehend ein Insel der relativen Beschäftigungsstabilität.

00:42:35: Das Modell erhielt vom Finanzstaatssekretär und Ökonomern Handseidel den Titel Ausdruck-Kensionismus.

00:42:42: Es stützte sich auf drei Säulen.

00:42:44: Erstens die aktive Beschäftigungspolitik des Staates, zweitens die Hard-Währungspolitik – also die enge Bindung des österreichischen Schillings an den deutschen Markt, was die importierte Inflation dämpfte.

00:42:58: Dazu sei eben am folgen neunzwanzig über den österreichen Schilling verwiesen.

00:43:02: und drittens die ausgeprägte Sozialpartnerschaft.

00:43:06: in Österreich hatten die Gewerkschaften Arbeitgeber und die Regierung schon seit den neunzehnfünfziger Jahren eine enge Kooperation eingeübt.

00:43:15: Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Rab-Olaabkommen, in der Krise der neunzensebziger Jahre zahlte sich das aus.

00:43:22: Warum?

00:43:22: Lohnforderungen wurden moderat gehalten Entlassungen wurden andererseits von den Arbeitgebern vermieden.

00:43:29: Der soziale Frieden blieb weitgehend gewahrt.

00:43:32: Die Sozialpartnerschaft in Gestalt des Präsidenten der Wirtschaftskammer Rudolf Salinger und das Gewerkschaftspräsidenten auf der anderen Seite Anton Bernja sind bis heute ein Ausdruck dieser etablierten und für Österreich auch noch heute typischen Governance Structure.

00:43:47: Was aber gerne vergessen wird, wenn wir den Austrackensionalismus als ein Erfolgsmodell betrachten bzw aus dass sich das Wohlfahrtsstatus also eine Erfolgeschichte betracht ist, Ein sehr geringes Budget defiziert und eine geringe Staatsverschulung von der vorhergehenden ÖVP-Regierung unter Josef Glaus übernommen hat.

00:44:09: Die Bundesfinanzschulden betrogen damals, in den Neunzehnten noch circa dreizehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes – und ironischerweise hatte die ÖVB unter Anleitung des damaligen Finanzminister Stefan Koren deswegen auch Koremplan genannt diesen Haushalt mit sehr unpopulären Sparbaketen saniert was kreist?

00:44:29: gehe als Belastungspaketangriff und der ÖVP auch angeblich die Wahl.

00:44:35: Kreisgeübernahm von seinem Vorgänger einen soliden Haushalt und konnte zunächst höhere Staatsausgaben sich leisten, allerdings hat sich das zwar im ersten Ölstock aus einer Antwort erwiesen.

00:44:49: was man damals natürlich nicht wusste ist dass der nächste Ölstück eigentlich nur fünf Jahre später folgen sollte Und das spielte sich in derselben Region ab, Louis.

00:45:00: So ist es!

00:45:01: Vorher gehe ich noch ganz kurz ein auf die Auswirkungen in Deutschland.

00:45:06: Die waren nämlich erheblich einschneidender als in Österreich.

00:45:12: Denn Deutschland war ja im Prinzip seit Beginn des Wirtschaftswunders Wachstumsraten von vier bis sechs und mehr Prozent pro Jahr gewohnt.

00:45:24: In den letzten Jahren folgte der erste wirklich starke Einbruch in der Bundesrepublik Deutschland mit tatsächlich Minuswerten, also die erste echte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit.

00:45:39: und während vor der Ölkrise nahezu Vollbeschäftigung herrschte sprang die Arbeitslosenzahl auf oder über ja auch psychologisch, wichtige Marke von einer Million Arbeitslose und damit wurde Arbeitslosigkeit erstmals zu einem politischen Thema in der Nachkriegszeit.

00:46:03: Die Inflation beziehungsweise die Teuerung schlug selbstständig auch in unserem Deutschland durch mit Preisanstiegen von über sieben Prozent was im Internet zwar vielleicht noch relativ wenig war, weil zusammen mit dem Schweizer Franken hier die deutsche Mark noch als sehr solide galt und dementsprechend auch früh Maßnahmen ergriffen hat.

00:46:33: Die Bundesbank um die Inflationsrat nicht ausufern zu lassen.

00:46:38: aber besonders betroffen waren bei der Industrieproduktion in Deutschland von einem Rückgang, insbesondere die Automobilindustrie und die Chely-Industrie, die beide eben stark vom Öl abhängig waren.

00:46:51: Damit ja die siebziger Jahre ein Jahrzehnt einer Wachstumsschwäche waren auch hier was die Staatsfinanzen angeht wurde Geld in Konjunkturprogramme gekippt.

00:47:06: bei gleichzeitig geringeren Steuereinnahmen kann ja feststellen durchaus, dass die Siebzigerjahre dann als Startpunkt einer sich verstärkenden Staatsverschuldungsspirale auch waren.

00:47:26: Übrigens noch ergänzend Wirtschaft und Börse sind nicht immer im Gleichklang aber in den Siebzigern Jahren das noch als Ergänzung war es tatsächlich so, oder allgemein für die Unternehmen schlecht war, aber dann eben auch für die Börse.

00:47:45: Der S&P-Fundert beispielsweise war in den neunzehnzehnten Jahren eher schwach bis sehr enttäuschend.

00:47:52: Nominal tendierte der Index seitwärts mit starken Schwankungen.

00:47:57: real halbierte er sich in dem Jahrzehnt und die Hintergründe für diese schlechte Entwicklung war das schwache Wachstum war eben die hohe Inflation, die eben ein schlechtes Umfeld für Unternehmensgewinne und auch die Bewertung.

00:48:13: Also Unternehensbewertungen bildet.

00:48:15: der Zinsanstieg der Zentralbanken führt eben zur niedrigen Aktienbewertung – auch das kennen wir ja beispielsweise aus dem Jahr-Zwei-Tausend-Zweinzwanzig – und der Bewertungsrückgang drückte auf die Kurse.

00:48:28: also die Multiples wurden hier heruntergesetzt d. h., die Anleger verlangten höhere Risikopremien und dadurch sanken auch die Kursgewinnverhältnisse deutlich.

00:48:38: Und die siebziger Jahre, ähnlich übrigens wie die zweitausender Jahrerschuldigung werden daher oft als verlorene Dekade für Aktien bezeichnet.

00:48:48: aber Gold und Silber, die erleben parallel zu explodieren Verschuldung- und Geldmengenausweitungen dann einen Boom.

00:48:56: Und dass das Börsenjahrzehnt so schlecht ausfiel, das lag nicht nur an der Ölkrise von neunzehnundzeintreihenseventig.

00:49:04: Übrigens ein Jahr später, neunzeitvierundsiebzig wurde das Embargo dann wieder abgeschafft.

00:49:11: Aber die Welt erlebte eine zweite Ölkrise, nämlich neunzehnhundertneunundsiebzig.

00:49:18: Die hat allerdings einen anderen Charakter als die Anfang der siebziger Jahre.

00:49:23: Hier spielte kein bewusstes Embarger eine Rolle sondern ein tatsächlich massiver Angebotsausfall durch politische Umbrüche.

00:49:33: und dieser Umbruch wiederum Der ereignete sich dort, wo aktuell die Augen der Journalisten und die Kameras der internationalen Fernsehsender gerichtet sind.

00:49:49: Nämlich auf Persien schrägstrich den Iran.

00:49:53: Denn ausweser war seinerzeit die iranische Revolution des Sturz des Chars Und die macht Übernahme durch das Regime von Khomeini.

00:50:05: Aber malige Zäsur hat mich nur einerseits und wir haben uns schon vorher genannten, oder Iran war ja auch einer der größten Erdöl exportierenden Länder zu dieser Zeit mit vor allem was ich auch eine Rolle spiele noch in den Sehnsiebzigerjahren.

00:50:19: Eine Nostrophizierung der Öhr-Erdölproduktion das heißt eine Verstaatlichung.

00:50:24: aber wenn halt Massenpoteste und Generalstreiks das dann dominieren dann schaut es auch schlecht aus mit der lokalen Erdöldproduktion Und wenn dazu auch nach ein Jahr später Ein Krieg zwischen den Nachbarland Irak und der Saddam Hussein damals noch, um den Iran ausbricht.

00:50:41: Dann sind schon zwei wesentliche Ölprozenten aus dem Spiel und damit fallen auch die Ölmenge!

00:50:49: Und wie wir als eines der Basisgesetze in der Ökonomie ja wissen das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

00:50:57: wenn die Nachfrage zumindest gleich hoch bleibt aber dass Angebot rapide zurückgeht, dann wirkt sich das auf dem Preis für den Abnehmer eher negativ aus.

00:51:09: Nämlich sehr negativ, nämlich damals ist der Ölpreis von ca.

00:51:14: Dreizehn Dollar pro Bärwell neunzehn achtund siebzig auf vierzig Dollar angestiegen im Jahre Neunzehntachzig und diese mehr als eine Dreifachung in den zwei Jahren war dann auch deutlich gravierender in der Langfristigkeit der Folgen, was wir vielleicht noch hier dazwischen ergänzen können ist.

00:51:34: In der Phase zwischen den beiden Öl-Krisen war einerseits vor allem in Frankreich aber ich denke auch in Deutschland los die Fossierung alternativer Energiequellen.

00:51:45: In dem Fall der Ausbau der Atomkraft, die in Frankrijk auch noch heute das Rückgrat der Energieinfrastruktur bildet.

00:51:54: In Österreich war es ein wenig anders war auch dem geschuldet, dass die österreichische Bevölkerung einem sogenannten Leuchtturm-Projekt der Ära Kreiske wieder sagte.

00:52:06: Nämlich den Bau eines Atomkraftwerks.

00:52:10: Das waren ursprünglich zwei geplanten aber was klar im Fokus liegt ist das Kernkraftwerk in Zwendendorf.

00:52:16: In Zwendendofer fertig gebaut es war geprüft und betriebsbereit.

00:52:20: und trotzdem hat sich Kreisky dazu entschlossen noch vor der Inbetriebnahme ein Volksbegehren durchzuführen, er hat es durchaus auch mit einer Vertrauensfrage gekoppelt.

00:52:30: Ein riskantes Spiel nämlich am fünften November, neunzehn-sehnton-siebzig stimmten Fünfzig Kommaus siebenundvierzig Prozent der österreichischen Bevölkerung gegen die Inbetriebnahme.

00:52:40: Das war eine hauchdühne Mehrheit aber eben eine Mehrheit und Zwentendorf ging dann somit eben nie in Betriebe und war im Scherz das sicherste Kernkraftwerk zur damaligen Zeit auf der Welt, denn es ist bis heute auch das einzige fertige Städte-Kernkraftwerk, dass nie Strom produzierte.

00:52:56: Kreis gedraht entgegen seiner Ankündigung nicht zurück so quasi sein deutschen Proton.

00:53:01: entnehmend was interessiert mich?

00:53:03: mein Geschwätz von gestern aber schaut natürlich seinem Ansehen geschaut.

00:53:06: trotzdem ist er dann noch nach bis neunzehn dreiundachtzig im Amt geblieben.

00:53:12: Nun im Kontext des zweiten Ölstocks, hat sich Österreich gegen eine Alternative in der Energieunabhängigkeit entschieden und die Antwort muss natürlich anders laut.

00:53:22: Andererseits wiederum Energiesparen, Ausbau der Wasserkraft aber vor allem auch verstärkte Nutzung der kalorischen Energieproduktion das heißt durch Kohle, dass heißt durch Gas und man hatte damals dann Kohle vor allem aus Polen importiert und das Gas wie erwähnt über die Sowjetunion bezogen.

00:53:40: Und wirtschaftlich war es auch eine Phase, die dann deutlich schwieriger wurde für Österreich.

00:53:44: Nämlich dieser zweite Ölstock trifft auch Österreichs Energieemporte abermals.

00:53:49: diese werden teurer Die Handelsbilanz verschlechtert sich massiv und die Inflation zieht auch an.

00:53:54: Die Regierung hält allerdings zunächst einem Kurs des Austria-Känzenismus fest das heißt weitere Defizitfinanzierung weiteres Beschäftigungsgarantien durch die verstaatlichte Industrie.

00:54:07: Der Beschäftigungsabbau hat sie interessanterweise vor allem über ausländische Arbeitskräfte vollzogen, nämlich dort wurde Belegschaftsabbau in der Industrie oder am Bau in erheblichem Maße über die auslängischen Arbeitskräften bewerkstelligt.

00:54:22: Wenn man das in Zahlen ausdrücken möchte im Jahre Threeh and Seventy hat circa neun Prozent der unselbstständigen Beschäftigten über Ausländisch-Arbeitskräfte stattgefunden.

00:54:31: sechs Jahre später waren es nur mehr sechs Prozent.

00:54:35: Außerdem spielten in Österreich die Verringerung der Wochenarbeitszeit auf vier Stunden sowie die Verlängerung des Mindesturlaubs auf vier Wochen Indikaten.

00:54:45: Österreich war auch eines der wenigen westlichen Länder, das während der Ölkrisen eine relativ gute Versorgungssicherheit hatte.

00:54:53: Das lag nicht zuletzt auch an den politischen Kontakten von Kreisky.

00:54:57: Wien wurde zu einem Ort der Stimm-Diplomatie Der Sitz der OPEC war und ist im Wien Und viele Gespräche über die Ölversorgung liefen über österreichische Kanälekreis genutze dadurch aus Österreichs Neutralität als geopolitisches Kapital.

00:55:12: Was man nicht vergessen sollte, wenn man heute auf den Austrakensianismus zurückblitt ist einerseits eben die schon davor geschiedelte sehr positive Ausgangssituation Österreichs am Beginn der neunzehntiesiger Jahre aber auch auf der anderen Seite auch die vor allem für den neunzen achtziger Jahre als ordentliche schwere Hypothek sich herausstellende Staatsverschuldung.

00:55:32: das war ja nicht nur ein österreiches Problem aber vor allem in Österreich durch die starke Subventionierung der verstaatlichten Betriebe allen Veranda föst, der AMAC oder der OMV wo ja eben dann auch die Beschäftigten untergebracht wurden.

00:55:47: Auf der anderen Seite war auch die massiven Investitionen in Sozialleistungen in das Bildungssystem was reformiert wurde.

00:55:54: all dies waren zwar gezielte antizyklische Instrumente die eingesetzt wurden das österreichische Budget auf die nächsten Jahrzehnte massiv belastete.

00:56:04: Und auch hier, wenn man sagt, da war die Verschuldung auf einen Niveau von thirteen forty Prozent des Bruttoinlandsprodukts am Ende der Kreisgiererre also treizehn Jahre später, neunzehn dreiundachtzig sprechen wir hier vom vierundvierzig Prozent.

00:56:20: Übrigens ein Drittel der Nettersteuernahmen mussten für den Zinsdienst verwendet werden und heute liegen wir bei dreieinachtzig Prozent des bruttoinlandsproduktes Wenn wir auf die Verschuldung schauen.

00:56:32: Auf der einen Seite sind dann auch einige Themen übrig geblieben, einerseits haben wir im Vergleich zu anderen Ländern nach wie vor eine sehr hohe Abgabenquote.

00:56:41: diese Rechte bereits in den neunzehnten siebziger Jahren vierzig Prozent.

00:56:45: unter dem damaligen Finanzminister Hannes Androsch wurde etwa die Mehrwertsteuer angepasst mit einem Luxusgütersatz von dreißig Prozent, etwa auf Autoimporte.

00:56:55: Das war eben damals ein Luxus-Gut und andere Güter mit einer sehr hohen Importgrote wurden mit dieser Luxussteuer von dreissig Prozent versehen was zwar einerseits zusätzliche Einnahmen brachte und andererseits die erhöhte Steuerwaffe.

00:57:07: Automobile existierten auch heute nämlich unter sogenannten Normverbrauchsabgabe.

00:57:12: Zum Maßnahmenpaket zählten auch die Erhöhung bestehender Steuer wie der Vermögensteuer und andererseits die Wiedereinführung der Investitionssteuer.

00:57:22: Somit kann man sagen, dass Österreich zwar in den Anfang des Siebzigerjahren bis Mitte der Siebzeigerjahre sehr gut sich durchdauchen konnte allerdings das nicht von langfristiger Betrachtung war und schon gar nicht wenn wir auf die neunzehn-achtzige Jahre schauen.

00:57:39: Ja, Louis.

00:57:40: Die Situation in Österreich hast du noch zu ergänzen zur Situation in Deutschland wo wir schon vernommen haben dass es in den Siebzigern deutlich mehr ruckelte als in Österreich.

00:57:52: was sie aber dann eigentlich österreich nachgezogen hat.

00:57:54: und wie war die Situation in deutschland?

00:57:57: Die zweite Ölkrise traf Deutschland tatsächlich nicht so hart und vor allem Zweite Öl-Krise führte dazu, dass man anders als in der New Year noch auf dauerhafte Maßnahmen zurückgriff statt auf sofort Aktionen.

00:58:16: Zwar gab es dann auch Empfehlungen für Tempolimits und Appelle zu sparsamen Fahren und Förderung von Fahrgemeinschaften also die Punkte, die es beim letzten Mal auch schon gab aber zum Beispiel eben keine flächendeckenden autofreien Sonntage.

00:58:31: Was dafür?

00:58:33: umgesetzt wurde, war beispielsweise im Baurecht die Wärmeschutzverordnung.

00:58:40: Die Förderung von Energieinfizienz.

00:58:44: erstmalig kam ebenso der Begriff der alternativen Energien auf aber auch vor allem eben der massive Ausbau der Kernenergie.

00:58:54: und in dem Punkt Clemens da können wir zumindest mit unseren österreichischen Nachbarn gleichziehen, denn es gab tatsächlich auch ein deutsches Kernkraftwerk was nie ans Netz gegangen ist und den eigentlichen Zweck nämlich Strom für die Bevölkerung zu produzieren umgesetzt hat.

00:59:13: Das Kernkraftwerke Müllheim-Kerlich das liegt in der Nähe von Koblenz.

00:59:20: Na ja geteiltes Leid ist halbes Leid sozusagen, ich glaube dieser

00:59:25: Maßen hier

00:59:26: Der wahre, diesrichtive Schock für die deutsche Kernenergieinfrastruktur kam ja dann erst im Jahr Zwei-Tausend-Elf, ne?

00:59:33: Zwölfe und Folgejahre.

00:59:34: Korrekt!

00:59:35: Und was wir mal nicht vergessen sollten ist das genau diese... Ich nenne sie jetzt mal zusammenfassend D-Growth Bewegung dass die beiden Ölkrisen selbstverständlich Wasser auf die Mühlen derselben waren.

00:59:49: dazu der Hinweis, dass der Club of Rome den berühmten Aufsatz Grenzen des Wachstums.

01:00:00: Er veröffentlicht hat und die siebziger Jahre dann dem Inhalt entsprechend Geldung verschaffen und sicherlich auch dazu beitrugen, dass diese Ideen und Thesen – auch wenn sich allesamt als falsch herausgestellt haben – einen gehörigen Aufschub verschaffte.

01:00:24: Grüne Partei fand ja da ihre Anfänge und die erste Wachstumsphase.

01:00:33: Und das ist sicherlich auch in diesem Zusammenhang zu sehen, dass Öl zwar nach wie vor zentral blieb aber das Vertrauen in die Stabilität der Ölversorgung, die vorher jahrzehntelang selbstverständlich war eben nicht mehr oder das dieses Vertrauen eben erschüttert wurde und ist somit auch klar war, dass auf der einen Seite hier was ursprünglich die Energieversorgung, also gerade die Mobilität den Verbrenner ebeskalierbar gemacht hatte nunmehr die Volkswirtschaften umgekehrt auch verletzlich machte.

01:01:12: Ja, da lieferst du mir noch eine Parallele zwischen Deutschland und Österreich.

01:01:16: Nämlich die Grüne und der Grünen Partei.

01:01:17: Das war tatsächlich in Österreich-Ninzehn-Sächsundachtzig.

01:01:21: War aber mit auch einem sehr umstrittenen Projekt verbunden jetzt weniger das Atomkraftwerk weil es hat jede österreichische Bevölkerung in der Mehrheit abgelehnt sondern es ging damals um ein Wasserkraftwerk im Donau an bei Heimburg Das verhindert wurde mit massiven Protesten auch der Zivilgesellschaft und das war sozusagen der Nuklus der Grünen Bewegung in Österreich, die sich dann eben, neunzehn sechsunachtzig formierte.

01:01:45: Vierundachtzig waren die Proteste von Heimburg.

01:01:48: Vielleicht noch eine letzte Agenz und bevor wir zur Moral der Geldgeschichte kommen nämlich was wichtig ist sag ich mal auf einer Ebene was das Paradigme betrifft?

01:01:57: Das Ende der siebziger Jahre mit der zweiten Ölkrise war auch ein Ende etablierter politischer Antworten, Modelle die man hatte.

01:02:07: Das Kenzianismus in Großbritannien kommt.

01:02:09: Neunzehnneuer und siebzig Market Fetcher an dem Macht in den USA ein Jahr später Ronald Reagan der zum Präsident gewählt wurde und beide standen eigentlich für einen radikalen Bruch mit der kenzianischen Nachkriegswirtschaftspolitik.

01:02:23: weniger Staat freie Märkte Deregulierung und auch Schwächung der Gewerkschaften, also auch die sozialpartnerschaftlichen Prinzipes.

01:02:31: Und dieser einerseits Feturismus in Großbritannien und der Ragonomics in den Vereinigten Staaten, die beide in meinen Sachen auch einmal eigene Geldgeschichte wert werden sind eine direkte Reaktion der neunzwie neoliberalen Ära für das Scheitern des alten Modells in der Stackfraktion.

01:02:52: Gut!

01:02:52: In diesem Sinne, Luis... Eine runde Sache.

01:02:55: Ich würde sagen, wir begeben uns das letzte Kapitel nämlich zum Moral der Geldgeschichte.

01:03:02: Ja ich hätte drei Punkte.

01:03:03: Ich weiß nicht wie viel du mitgebracht hast Wir können uns ja die Bälle hin und her spinnen.

01:03:07: Ich habe auch drei Punkte mitgebracht von daher starte gerne

01:03:10: Da nehme ich den Ball mal gerne auf.

01:03:12: Danke dafür.

01:03:13: Der erste Punkt als moral aus dieser Geldgeschicht Die Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer.

01:03:19: Ich denke, es haben die neunzehnten Jahre gezeigt dass die Energieabhängigkeit ein politisches Risiko ist Und da stellte, denke ich auch die Gegenwartform ist hier durchaus berechtigt.

01:03:31: Nämlich wir haben ja auch gesehen mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar zwanzig zweiundzwanzig das hier eine weitere Lektion in puncto Diversifikation gelehrt beziehungsweise uns erteilt wurde.

01:03:44: der Rahnkonflikt zweitausendsechsundzwantig erinnert uns abermals dar und dass die Diversifizierung der Energieversorgung kein optionaler Luxus ist sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit gerne auch unter den Schlagwort der Resilienz zusammengefasst.

01:04:01: Österreich betrieb unter Kreiske eine aktive Energiediplomatie, das sei ja auch erwähnt.

01:04:06: mehr Gas und Öl aus der UDSSR als aus der Sowjetunion und anderen Gebieten in Nahen Osten erscheinen schon damals ein klares Kredo-der-Kreiski-Politik.

01:04:15: natürlich ist das dann Jahre zwanzig zweierundzwanzig auf den Kopf gefallen mit der sowjetunion.

01:04:20: aber gut andere Geschichte und ganz ehrlich kann man im Kreis gefreit vieles vorwerfen aber das sicherlich nicht.

01:04:26: Und so versuchte er auch persönlich noch mehr Energiegeschäfte Österreichs mit der Sowjetunion und anderen Ländern unter Dach und Fach zu bringen.

01:04:34: An diesem Ziel dienten ja auch zahlreiche Besucher, die dokumentiert sind des Bundeskanzlers auch mit seinem Handelsminister Starrybacher wobei für die Energieversorgung besonders die Sowjetunion als Öl- und Gaslieferant deklariert wurde.

01:04:47: Polen habe ich schon erwähnt als Lieferant für Steinkohle sowie andere arabische Staaten im Nahen Osten aber auch in Nordafrika wie in Libyen und der Iran, von Bedeutung.

01:04:57: wann?

01:04:57: Eben der Iran bis zum Sturz des Scharrregimes durch die Mullahs durch Khomeini.

01:05:04: Auf internationaler Ebene ist auch diese Diversifikation sich bei den neunzehnten siebziger Jahren – ich nenne hier nur die Explorationen- und Ausbau der Erdölförderungen im Nordsee vom Bedeuten wie beispielsweise die Offshoreanlagen am norwegischen Kontinentalschelf zeigen und ich denke Louis Dost erst selbst ein Bild davon gemacht, was diese Expansion in den siebziger Jahren an enormen Reichtum für Norwegen bedeutete aber auch gleichzeitig zu einer Diversifizierung der Energiequenn beigetragen hat.

01:05:35: Ja das stimmt!

01:05:36: Ich war ja gerade vor Ort und war übrigens sehr überrascht darüber dass der Sprit in Norwegen ähnlich teuer ist wie in Deutschland obwohl die ja direkt an der Quelle sitzen.

01:05:48: Aber gut, Benzin und Öl ist halt ein international gehandeltes Gut.

01:05:53: Dann schlage ich vor, komme ich zu meiner ersten Moral von der Geldgeschichte.

01:05:58: Wir haben ja momentan in Deutschland Themen... Sie werden mitbekommen.

01:06:01: hast du einen vorgezogenen Sommerloch-Thema an die älteren unter uns Kajman Semi vom Nr.

01:06:07: fournzehnundzig lest grüßen?

01:06:09: Denn Timmy Der Waal ist ja momentant in den Medien.

01:06:14: Mit der Vorgeschichte, die ich hier erzählt habe.

01:06:17: zur Geschichte des Öls kann man sagen dass Timmy überspitzt formuliert seine Existenz John D. Rockefeller verdankt.

01:06:25: und das ist halt hat ich vorhin schon erwähnt.

01:06:27: ein Beispiel eben wie Knappheiten und Preissignale Innovationen und Fortschritt treiben verweise da auch nochmal auf die Kontratiefzyklen wo ja jedes mal eben Engpässe aufgelöst wurden.

01:06:42: Das Wiederum ist, finde ich eine sehr positive Botschaft.

01:06:47: Denn Malthus und seine Nachfolger im Geiste eben diejenigen vom Club of Rome bis Ulrike Herrmann haben ihm Unrecht!

01:06:57: Denn was eine Ressource ist das bestimmt allein der Preis um einen berühmten Rohstoff-Trader zu zitieren.

01:07:04: Und momentan gibt es beispielsweise auch hier Vorstöße ins Space Mining Und angesichts eines unendlichen Universums würden wir mit Space Mining auch unendliche Ressourcen erschließen und das ist eben das Faszinierende, was der menschliche Geist zu leisten im Stande ist.

01:07:28: Also von einem Buckelwahl namens Timmy über das Base Mining zu kommen.

01:07:33: also da schon mal ziehe ich meinen imaginären Hut vor dir ja?

01:07:36: Das im einen Fall der Geldgeschichte unglaublich!

01:07:39: Ja, jetzt komme ich zu meinem zweiten Punkt der deutlich weniger spektakulär ist.

01:07:42: Aber ich denke Österreich dient unter der Zeitkreis, das ist schon als ein Lehrbeispiel dafür wie ein... Ja, sagen wir wie es ist.

01:07:49: Kleines aber immerhin Neutrales Land vermeintlich neutral durch geschickte Außenpolitik seine Verwundbarkeit reduzieren kann.

01:07:57: In einer Welt in der Energie zumindest zu einem Erpressungsmittel wurde Ist diplomatische Vernetzung Aber auch internationale Zusammenarbeit mit durchaus unbequemen Partnern.

01:08:06: Ich denke Sowjetunion war schon damals nicht nur aufgrund der Erfahrungen Der Bezatzungszeit ein auf Augenhöhe begegender Partner Aber das war schon Damals eben ein strategisches Asset.

01:08:17: Diese diplomatische Vernetzung und die wirtschaftliche Entwicklung in der ersten Hälfte der neunzehnten siebziger Jahre bestärkte auch den Ruf Österreichs als eine Insel der Seligen.

01:08:26: Manche denken, das sind wir noch immer auf der wir uns da befinden.

01:08:29: Und dass ich vermeintlich von den internationalen Entwicklungen halbwegs isolieren konnte, denn ist nicht der Fall so.

01:08:34: allerdings steht es sich auch heraus, dass nationale Lösungen wie die verstaartliche Industrie im Zeitalter der Globalisierung deutlich ihre Wirksamkeit einbüßen mussten.

01:08:45: Apropos Einfluss kleinerer Länder, es gibt noch einen weiteren oft übersehenden Aspekt der Ölgrisen nämlich die Auswirkung auf das internationale Finanzsystem.

01:08:54: Der dramatische Anstieg der ÖLpreise beschert natürlich den OPEC-Staaten, Alnferran Saudi Arabien und den anderen Golfstaaten astronomischer Einnahmen.

01:09:04: Petrodollar nannte man diese Dollarüberschüsse, die nun irgendwo auch angelegt werden mussten und ein großer Teil davon Floss vor allem NOS Banken, insbesondere eben auch in New York.

01:09:15: Und diese Banken wiederum haben das Geld weiter geliehen unter anderem an Entwicklungsländer in Lateinamerika, Afrika und Asien.

01:09:23: Was folgte war eine Kreditblase mit dem Zahlungsausfall von Mexikron in den Neunzehn-Achzigerjahren.

01:09:29: Allein schon diese direkte Folge der Ölgrüßen sollte bis heute ein dauerhaftes Problem bleiben nämlich die Macht des Geldes im Verbindung mit dem Öl und auch wieder unabhängig davon wie groß oder wie klein ein Land ist.

01:09:42: Meine zweite Moral verbindet die Vergangenheit und Gegenwart.

01:09:49: Es gibt ja einen berühmten Spruch, Geschichte wiederholt sich nicht aber sie reinzig.

01:09:53: der wird ja fälschlicherweise Mark Twain zugeschrieben.

01:09:57: Aber nach hundertdreißig Jahren flammt tatsächlich die Verbrenner Elektromotor-Diskussion wieder auf und im wahrsten des Wortes Ironie der Geschichte.

01:10:07: viele der damaligen Probleme wie zum Beispiel eben Reichweite und Ladezeit.

01:10:11: Und Infrastruktur, die sind heute wieder ganz zentrale Themen.

01:10:18: Mein abschließenden und dritten Punkt Schocks erzwingen Transformation und erfordern die Regiorose Anpassung an die neuen Realbedingungen.

01:10:27: Ich denke es ist ein sogenannte No-Brainer, aber der erste Ölschock hat das Bewusstsein für Energieeffizienz geweckt.

01:10:32: Der zweite hat den langsamen Aufstieg der erneuerbaren Energien eingeleitet ganz sanft und zart und vorsichtig.

01:10:40: Paradoxerweise haben die Ölkrisen auch etwas Konstruktives bewirkt.

01:10:44: Sie haben das Bewustsein Energieeffizienz, einerseits das Energiesparen und andererseits auch den Umweltschutz massiv befördert.

01:10:51: Der erste autofreie Sonntag war vielleicht der erste Moment in dem wirklich Millionen von Menschen körperlich erfahren haben was es bedeutet wenn fossile Energie nicht verfügbar ist.

01:11:02: für das österreichische Durchtauchen des typischen Lavieren durch eine Krise wurde der Atem zu kurz die schleichende Inflation wandelte sich zur Stackflation mit auch in Österreich steigenden Arbeitslosenraten und ein Ende der Vollbeschäftigung.

01:11:18: Der Austro-Kensianismus saß sich Anfang der neunzehnachtziger Jahre an den Grenzen seiner Möglichkeiten angelangt, und diese Strukturprobleme der verstaatlichten Industrie waren zu dieser Zeit im Form von rotem Bilanz zahlen aber auch einem chronischen Finanzierungsbedarf sichtbar geworden.

01:11:37: doch dazu werde ich in einer eigenen Geldgeschichte noch genauer eingehen.

01:11:42: Mein dritter Punkt schließt an deinen ersten, an Clemens nämlich Diversifikationschaftssicherheit Konzentrationsschaft Abhängigkeit.

01:11:51: das gilt für Portfolios ebenso wie für Energie.

01:11:55: mal ganz.

01:11:55: abgesehen davon dass man Energie physikalisch gesehen weder erneuernd noch wenden kann wird in Deutschland gerade der selbe Fehler andere Richtung noch einmal gemacht, diesmal allerdings eurer getoppt mit einer Energieplanwirtschaft und das Ganze ohne jede Not zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

01:12:16: da gab es ja zumindest die Pfadabhängigkeiten und Kriege.

01:12:20: Und diese Energieplanwirtschaft wird so meine Prognose wie alle Zentralverwaltungswirtschaften im Desaster enden!

01:12:29: Vielen Dank Lewis.

01:12:30: ich würde sagen damit ziehen wir einen Schlussstrich unter die heutige Folge der Geldgeschichten.

01:12:36: Allerdings bevor wir wirklich zum Ende kommen noch Literatur, welche Empfehlungen kannst du heute aussprechen?

01:12:42: Es gibt einige sehr spezielle fachbücher auch wissenschaftliche Fachbüche zu den Ölkrisen der siebziger Jahre.

01:12:49: dann nochmal nach einem Buch gesucht was eher populärwissenschaftlich ist und jetzt auch nicht von vornherein eingefärbt.

01:12:59: Und es gibt eins, von Daniel Jaggin erschien in nineteen-neunzig und das heißt der Preis die jagt nach Öl, Geld und Macht.

01:13:10: Das wurde auch neunzehnzweiundzeig mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet und das zeichnet auch die Geschichte der Ölpreiskrisen der neunzentzebziger Jahre nach bis hin zum Irakrieg der ja dann den Abschluss bildete, bevor dieses Buch erschien.

01:13:31: Tatsächlich hatte ich dieses Buch auch auf meine Empfehlungsdiese zum Glück immer zuheitere aufgeschrieben.

01:13:35: Das eine fällt doch bekannt aus der Investment- oder Finanzliteraturen von Blake Clayton, Market Madness, A Century of Oil Panics Crisis and Crashes Und ein anderes Empfehlungswerk, was ich aussprechen möchte ist der Block vom Marco Felsberger On the Edge of Resilience das sich mit heutigen Problemen und krisenbeschäftig, ja gesamtheitlichen komplex theoretischen Grundlager wie man mit so geopolitischen Verwerfungen umgeht.

01:14:05: Und auch was die Resilienz in gewissen Aspekten darstellt sehr gut Meiseachtensach und auch sehr ausführlich und wissenschaftlich passiert von Marco Felsberger.

01:14:15: Dargebot soweit!

01:14:16: Die Zweiunddreißigste Folge der Geldgeschichten.

01:14:18: Wir freuen uns über Anmerkungen Fragen Korrekturen und Wünsche.

01:14:23: nutzt dafür die Kommentarfunktion oder schreibt uns einfach eine E-Mail an.

01:14:47: Richtig Clemens, denn eine Episode die wir heute angesprochen haben.

01:14:53: Die wird besungen von der schwedischen Power Metal Band Sabaton, gehört ja auch zu meinen absoluten Favoriten.

01:15:01: Und zwar aus dem Album Primo Victoria vom Zwei-Tausendfünf.

01:15:06: das Lied Counter Strike ein Lied über den Sechs Tage Krieg und alle Angaben und Verweise zur Folge.

01:15:15: die findet ihr in der Beschreibung.

01:15:18: schaut dazu gerne in die Podcast App.

01:15:20: Wenn ihr keine Geldgeschichte mehr verpassen wollt, dann abonniert unser Format und das gibt es überall dort.

01:15:25: Wo es Podcasts gibt, selbstverständlich freuen wir uns wenn er durch eine gute Bewertung zur Verbreitung der Geldgeschichten beitragt!

01:15:34: Damit verabschieden wir uns von allen höheren mit dem alten chinesischen Segenswunsch.

01:15:39: Möget Ihr in uninteressanten Zeiten leben?

Über diesen Podcast

In ihrem gemeinsamen Format vereinen die beiden Finanzblogger Clemens Faustenhammer und Luis Pazos die zwei schönsten Nebensachen der Welt, nämlich Geld und Geschichte, miteinander und reisen dafür einmal monatlich zurück in unsere Finanz-Zukunft.

Impressum:
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von und mit Clemens Faustenhammer & Luis Pazos

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