Zurück in die Finanz-Zukunft
00:00:00: In der dreiundreißigsten Folge der Geldgeschichten.
00:00:02: blicken wir zunächst auf das Vermächtnis des bekanntesten Ökonomen, der nineteenhundertzwanziger Jahre.
00:00:09: Und danach gehen wir die Frage nach wie ein unschlagbares Geschäftsmodell den reichsten Sportverband der Welt erschuf?
00:00:32: Und damit herzlich willkommen zu den Geldgeschichte!
00:00:35: Mein Name ist Luis Pazos
00:00:37: und ich bin Clemens Thorsten Hammer.
00:00:39: Wir sind zwei Finanzblocker und haben die beiden schönsten Nebensachen der Welt, nämlich Geld- und Geschichte miteinander kombiniert.
00:00:46: Und reisen dafür alle zwei Monate zurück in die
00:00:49: Finanzzukunft.".
00:00:50: Clemens!
00:00:51: Die Tage erreichte uns ja von jenseits des großen Teils die Nachricht... ...des Todes eines der bekanntesten oder vermutlich das bekanntesten Zentralbankers Überhaupt, Ellen Greenspan ist im gesegneten Alter von einhundert Jahren gestorben.
00:01:11: Was verbindest du denn ganz persönlich mit seinem Namen?
00:01:17: Mit seinen Namen verbinde ich einerseits diese Zellibrieren einer Notenbank-Bekanntgabe.
00:01:26: Das wurde ja auch von den nachfolgenden Personen bei Necki.
00:01:32: und Paul und Co.
00:01:33: Und wahrscheinlich jetzt unter den neuen Kevin Wascher nicht mehr, der gesagt hat in der Kommunikation wird er sich deutlich mehr zügeln als seine Vorgänger.
00:01:40: also das zum einen die Kommunikations der Notenbank Politik der Federal Reserve in den Vereinigten Staaten ja und andererseits meinen als einer der wesentlichen Protokollisten meines ersten sogenannten Crashs, den ich erlebt habe als Privatinvestor denn die Great Financial Depression die große Finanzkrise in Übersee, die sich dann ja auch bekanntlich bis nach Europa auch über die Jahre, Jahrzweißend, Achtzehntein neun hin zu zog.
00:02:12: Ja auf jeden Fall und ich muss ja sagen Ich bin ja mit ihm als Zentralbanker quasi groß geworden Als Anleger Und ich kann mich doch gut erinnern an seine aktive Zeit weil Er war ja schon so was wie ein Superstar und man erwartete ja ihm von ihm ja auch irgendwie auf Knopfdruck jede Unebenheit hier in den Kursen zu beseitigen.
00:02:40: Und er hatte schon einen Superstar-Status und war vermutlich auch dafür verantwortlich, dass sich so Leute wie ich auch mit dem Thema Zentralbank beschäftigt haben.
00:02:53: Seine erste Bewerbungsprobe, die hat er ja im Jahr neunzehnt sieben achtzig gehabt nach wie vor ja noch prozentual der größte Tages Crash im Herbst seiner Zeit war das und da war ja gerade frisch im Amt.
00:03:06: Und da hat er sich ja schon seine Sporen verdient, was vielleicht auch noch bemerkenswert ist an der Person Greenspellings.
00:03:17: Er ist schlecht greifbar und auch so ein Stück zwiespältig denn zum Beispiel noch in den sechziger Jahren war ja ein großer großer Kritiker des Geldsystems An sich hat Lobreden auf Gold gehalten und hat dann im Prinzip später das Gegenteil dessen gemacht.
00:03:39: Jetzt kann man natürlich sagen, okay er muss ja in einem falschen System aus seiner Sicht versuchen noch etwas Beste zu machen.
00:03:46: Auf der anderen Seite seine persönliche Anlagestrategie war ja denkbar einfach.
00:03:51: Er hat ja ausschließlich kurzlaufende Anleihen hier gehalten also fast ausschließend Geldmarkt tätig gewesen.
00:03:58: Also von daher Ja, auch das ist geblieben.
00:04:02: Und wenn ich dann nochmal so in eine kurze Erinnerung rufe, der war ja fast zwanzig Jahre an der Spitze der US-Notenbank wurde als Maestro gefeiert und tatsächlich bis heute vermutlich die meisten Anleger assoziieren ihn mit diesem extrem langen Bullenmarkt, der ausgehen Achtziger und vor allem Neunzigerjahre aber Gab schon seinerzeit frühzeitig Kritiker, die ihn eben mitverantwortlich gemacht haben für die Dotcom Blase.
00:04:33: Weil er eben die Geldschleusen hier aufgedreht hat nach der LTCM Krise und dann eben nochmal ordentlich beschleunigt hat ab der Dotcom Krise dann auch ab dem Crash wo er die Zinsen massiv gesenkt hat da letztendlich auch das Fundament gelegt hat für die Immobilien- und Kreditkreise in der Krise Die dann sieben Ihren Anfang nahmen.
00:04:56: also von daher ja, reflektiert der Mann tatsächlich Boom und Bast gleichermaßen.
00:05:02: Und in dem Zuge wo ich die Todesnachricht gelesen habe da muss man noch einen anderen Ökonom denken weil er sich genau um diese Boom- und Bastzyklen auch viele Gedanken gemacht hat ein Mann der hundert Jahre zuvor die ähnliche Frage stellt hat wie so geraten Finanzmärkte überhaupt immer wieder in einem Boom und einen Crash.
00:05:22: dieser Mann war Irving Fischer Clemens.
00:05:27: Ich glaube, wer hat den auch schon mal in den Geldgeschichten erwähnt?
00:05:30: Ist ja der Mann noch bekannt.
00:05:32: Ganz dunkel wenn ich ehrlich bin und deswegen wir vielleicht doch für unsere Hörer.
00:05:36: haben sie auch für diese Folge unseren beiden Themen die wir jeweils vorstellen ja nicht vorab uns abgesprochen.
00:05:42: Deswegen bin ich sehr gespannt und ich denke wegen der Geldgeschichte.
00:05:45: noch zum Thema Finanzgräße.
00:05:47: Wir haben ja dazu selbst eine schon gemacht.
00:05:51: Es müsste so einer der Ersten sein.
00:05:54: Ich denke mit Lehman Brothers, so neun oder zehn, ja?
00:05:57: Müsste das zwanzig-drehundzwanzig gewesen sein.
00:05:59: Fünfzehn Jahre lieben Brothers.
00:06:00: Genau!
00:06:01: Die müsse zwanziger und zwanzige gewesen sein, ja.
00:06:03: Korrekt.
00:06:04: Ja, Irving Fischer kennt heute kaum jemand noch selbst in der Ökonomenzunft nicht mehr so richtig bekannt.
00:06:13: Er war tatsächlich in seiner Zeit berühmteste Ökonomen der Welt.
00:06:18: Auch er erlebte einen spektakulären Börsencrash, in der Folge gab er dann eben eine recht radikale Antwort wie man solchen Crashes entgegnen könnte vor allem wenn sich so ein Börsecrash dann auch durch die Volkswirtschaft frisst.
00:06:34: interessant war ihm seinen Ansatz denn er behauptete nicht Spekulanten oder Unternehmer und nicht mal so eine Zentralbank war schuld an diesen ewigen Boom- und Basszyklen sondern die Geschäftsbanken.
00:06:46: und als Konsequenz dessen schrieb er in der Mitte der großen Depression ein Buch, das zuletzt wieder etwas vermehrt diskutiert wurde.
00:06:56: Nämlich hundert Prozent Money!
00:06:59: Und heute möchte ich mal darlegen was so hinter der Theorie steckt wo die überhaupt herkommt wie Fischer darauf gekommen ist welche Probleme er damit lösen wollte und was davon für uns im Jahr auch noch interessant ist.
00:07:15: Ja, zunächst aber werfen wir hier unseren Kompensator an und reisen zurück ins Jahr eighteenhundertsechzehnundsechzig.
00:07:26: da wird wegen Fischer geboren am Bundesstaat New York.
00:07:31: dort starb er auch dann, nineteenhundertsiebundvierzig Und der Mann war, wie gesagt Professor an der Yale-University seit eighteenhundert und neunzig.
00:07:43: Und gehörte zu den bekanntesten Volkswirten seiner Zeit berühmt für seine Publikationen.
00:07:51: Übrigens auch ganz interessant.
00:07:53: Einen achtzehnhunderteinundneunzig erhielt er überhaupt den ersten Doktorgrad in Ökonomie, der an der Hale Universität je verliehen wurde.
00:08:04: viele Konzepte, die uns heute auch gerade in den Betriebswirtschaftlern und Volkswirtschaftlernen so selbstverständlich sind.
00:08:13: Etwa so Thema Preisindices oder Quantitätsgleichung des Geldes.
00:08:18: Die gehen eben maßgeblich auf ihn zurück, zumindest in Fachkreisen.
00:08:23: da wird er noch relativ häufig zitiert teilweise auch von Zentralbankern beispielsweise Ben Bernenke Der vorvorletzte Vorsitzende der US-Notenbach hat sich häufiger auf Fischer bezogen.
00:08:38: Allerdings muss man sagen, der Fischer hat eine extrem tragische Seite quasi ein Ereignis was ihm schlagartig sein Genick gebrochen hat und zwar finanziell wie auch universitär.
00:08:51: Denn das berühmte Zitat von ihm, dass er am fünftzehnten, zehnten und neunzundzwanzig von sich gegeben Und da erklärte er Stockprices have reached what looks like a permanently high Plateau.
00:09:07: Also Aktienkurse haben ein dauerhaft hohes Niveau erreicht.
00:09:13: und genau dann wenige Tage später, also am vierundzwanzigsten zehnten, neunzehnzwanziger Da erreichte sich der schwarze Donnerstag Der Auftakt zum größten Börsencrash der modernen Geschichte.
00:09:29: breite US-amerikanische Mark der Verlöhr knapp neunzig Prozent.
00:09:32: Allerdings muss man sagen, Fischer verlor dabei auch ein Großteil seines Vermögens.
00:09:38: also er hatte die Prognose die er da gegeben hat zumindest auch mit eigenem Kapital unterfüttert also im Prinzip sein eigenes Stockfood gegessen.
00:09:47: Verlor aber dann eben nicht nur seinen Vermögen sondern natürlich sein wissenschaftliches Ansehen.
00:09:52: Er war halt akademisch und finanziell ruiniert.
00:09:55: Und das gab ihm aber dann wieder die Musel, sich intensiver mit der Frage zu beschäftigen warum geraten überhaupt Volkswirtschaften schwere Krisen?
00:10:03: Sein Antwort war eben nicht das System an sich oder ein marktwirtschaftliches System an Sich ist instabil sondern eben das Skillsystem.
00:10:11: Und wenige Jahre später veröffentlichte er dann, dass Buch hundert Prozent Money.
00:10:17: und da entwickelt er einen umfassenden Reform Vorschlag, das Ziel war ausgesprochen ambitioniert.
00:10:23: Der wollte halt dauerhaft Krisen festmachen, Inflation und Deflation einnehmen, Wirtschaftskrisen verhindern und nebenbei auch einen Teil der Staatsverschuldung beseitigen.
00:10:33: Diese ganzen Ziele hat er auch gleich in den Titel seines Buches gepackt.
00:10:39: länger aus.
00:10:40: Ob seine Lösung überzeugt, kann man trefflich drüber streiten.
00:10:43: umgesetzt wurde sie nicht das schon mal vor weggenommen.
00:10:45: aber die Diagnose ist ganz interessant und deswegen habe ich Sie hier als Thema erwählt.
00:10:51: er beginnt gar nicht oder das Buch selber richtet sich ja auch dann eher an Entscheider, an Praktiker und deswegen ist es kein kompliziertes Volkswirtschaftslehrebuch.
00:11:02: Sondern er beginnt eben mit einer Beobachtung aus dem Alltag jetzt übertragen auf die moderne Zeit bei der Bank Konto öffnen und dann eben dort auf unseren nach einer Weile auf unserem Konto eben durch Überweisung.
00:11:14: Zehntausend Euro sehen, dann sprechen wir ganz selbstverständlich davon ja dass wir eben zehntausend Euro auf unseren Konto haben.
00:11:21: und genau diese Auffassung die stellt Fischer kompletten Frage weil er sagt Ja eigentlich habe ich ja gar keine Zehnteusend euro auf dem Konto sondern eben nur eine Forderung denn die Bank lagert ja gar nicht für jeden Kunden entsprechenden Betrag besitzt wirklich ein Bruchteil davon als Zentralbankgeld oder Bargeld.
00:11:42: Also das, worauf der Kunde eben im Endeffekt einen Anspruch hat und der Rest in der Bilanz besteht aus Krediten, Wertpapieren, anderen Vermögenswerten.
00:11:53: Sollen wir uns ja so eine Bankbilanz angucken?
00:11:55: Dann sind ja eben Banknoten und Zentralbanken Geld.
00:11:59: Decken ja niemals das was die Kunden als Sicht gut haben hier den Zustät.
00:12:05: Der Fischer greift letztlich auch damit etwas auf.
00:12:08: Das war damals natürlich auch relativ unbekannt.
00:12:11: Heute zentrales Element hier der Volkswirtschaftslehre, vermutlich erst ein Semester dass die Geschätzbanken eben nach dem Prinzip der Teilreserve arbeiten.
00:12:20: anders gesagt nicht jeder Euro Bankgut haben wird eben vollständig durch Bargeld gedeckt.
00:12:25: ja man weiß okay Pima Daumen wie viel eben abgerufen wird.
00:12:28: das heißt ich muss gar nicht soviel Bargeld vorhalten wie ich eben an Sicht gut habe hier in den Büchern stehen habe.
00:12:35: Ja, Sichtguthabe heißt ja Aufsicht das heißt sofort fällig gestellbar.
00:12:39: also das was ich auf dem Giro konnte habe kann ich eben so fortfällig stellen als Kunde da gibt es keine Fristen kein gar nix.
00:12:46: So dass an sich weils keine so spektakuläre Erkenntnis.
00:12:48: aber Fischer führt dann eben weiter aus wenn Bank ein Kredit vergeben dann verleihen sie eben nicht vorhandenes Geld eines Sparers.
00:12:56: die schaffen neues Buchgeld.
00:12:58: Das ist vielleicht auch nicht Jedermann bekannt, häufig ließ man ja auch selbst in den Fachzeitschriften das Barab- oder Anlegerzahlen eben Geld auf Konten ein und dieses Geld wird dann vom Banken weiterverliehen.
00:13:10: Natürlich wird auch dieses Geld von dem Banken verliehen.
00:13:13: aber es ist gar nicht nötig!
00:13:15: überhaupt Einzahlungen zu tätigen, damit eine Bank Geld verleihen können.
00:13:18: Denn sie macht es eben aus der Bilanz heraus.
00:13:21: Ja das heißt die kann einfach ein Kredit als Buchgeld vergeben und mit diesem Kredit da wächst eben die Geldmenge weil selbstverständlich damit reale Geschäfte getätigt werden können.
00:13:31: denn ich kann ja über das Kontribut haben verfügen dem ich zur schönen Überweisung mache.
00:13:34: Das heißt aber auch mit jeder Kredittilgung schrumpft die Geldmenge wieder.
00:13:37: Geldmengen in der Volkswirtschaft ist abhängig vom der Kreditwachstum oder der Kredit Schrumpfung.
00:13:44: und buchhalterisch ist das auch ganz einfach.
00:13:46: Ich vergebe einen Kredit, dadurch wird eben die Bilanz verlängert oder der Kredit wird getilgt dann wird die Bilantzeit wieder verkürzt.
00:13:53: Das heißt ich brauche auch gar keine Einlage und gar kein Bargeld um den Kredit zu vergeben.
00:13:59: Ich vergebe den einfach.
00:14:01: dann steht auf meiner Passivseite entsteht eine neue Forderung d.h.
00:14:04: Kunde hat eine Forderungen an mich Bargeld.
00:14:07: Ich habe auf der anderen Seite eben als aktiver hier entsprechende Verbindlichkeiten und somit kann ich die Bilanz eben als Bank verlängern oder verkürzen, und genau das war für Fischer der entscheidenden Konstruktionsfehler des gesamten Systems.
00:14:23: Man hat dann beschrieben davon dass die Geschätzbanken die sein faktisch private Gelddruckereien ja also die drucken natürlich jetzt selber keine Geldnoten das durfte nur die fett aber sie erzeugen eben Gut haben, also Buch-Gut haben auf Giro konnten.
00:14:37: Und der Fischer nannte das Schäckbuchgeld weil es in Digital Geld in den Sinne damals noch nicht gab.
00:14:44: aber in den USA in den neunster dreißiger Jahren da wurden die meistzahlungen bereits unbar über Schecks abgewickelt.
00:14:53: deshalb waren diese buchgeldbestände für ihn die eigentlichen Umlaufmittel in der Wirtschaft, weil eben mit diesen Checks bezahlt wurde.
00:15:01: Um die These zu verdeutlichen, da zieht eben der Fischer die Zahlen aus dem Vorabend der Weltwirtschaftskrise heran.
00:15:08: Da bestanden eben die amerikanischen Umlaufmitteln überwiegend aus genau diesem Schekbuchgeld Das heißt das war eben ökonomisch dominant und weniger das Bargeld.
00:15:18: Es gab nur wenige Milliarden Dollar Bargeld.
00:15:20: Die Bankguttaten machten den weit aus größten Teil aus Und zirkulierten dann auch in Form von und das funktionierte solange eben genügend Personen hier auf die Verlässlichkeit des Systems vertrauten.
00:15:35: Und genau diese Verläßlichkeit, die brach in der Weltwirtschaftskrise zusammen.
00:15:43: Die Bankkunden wollten plötzlich Bargeld haben.
00:15:46: auch das kennen wir ja aus der letzten Kreditkrise wo es ja auch zum Beispiel kann man noch gut erinnern in England eine Bank gab da wo die Leute an Schlangen standen.
00:15:55: Es kam eben zu Bankruns.
00:15:58: Und was passiert in dem Zuge?
00:16:00: Wie konnten die Banken an Bargeld schnell kommen, die mussten dann eben Vermögenswert entweder verkaufen oder die Kredite zurückfahren nicht verlängern bzw fällig stellen.
00:16:14: und wenn die Kunden dann eben die Kreditkunden sich in der Lage waren die krediten zu zahlen dann wie Sicherheiten verwerten.
00:16:20: aber all das kostet natürlich Zeit und das führt eben auch dazu dass Banken eben hier nicht nur elikulierter Insolvent wurden.
00:16:29: Und dadurch verstärkte sich das Ganze, denn dadurch verschwand noch mehr Buchgeld aus dem Wirtschaftskreislauf.
00:16:36: Das heißt in D-Maße wie sich vorhin das Buchgeld aufgebaut hatte, implodierte es und das war genau dieser Mechanismus der Kern der Depression.
00:16:47: Das heißt, der Zerweiner ist bemerkenswert.
00:16:49: Es gab nach wie vor die wirtschaftlichen Einheiten also genau dieselben Fabriken, dasselbe Wissen, genau dieselbem Arbeiter.
00:16:56: aber bedingt eben durch das Kontrahirn der Geldmenge war eben das wichtigste Schwiermittel der Volkswirtschaft eben das Geld oder eben das Blut.
00:17:08: Deswegen den Blutkreislauf aufrechterhalten hat.
00:17:11: durch Kredithilgungen und Bankenkrisen und den damit einjährigen in einem Preisverfall schrumpfte das.
00:17:17: Und noch verschärfend dazu, diese Schrumpfunke ließ natürlich dann auch die Preise porzeln eben durch Zwangsverkäufe.
00:17:23: Cash war king und um an cash zu kommen wurde eben verkauft was das Zeug hielt und damit ging auch die preise runter.
00:17:31: Damit sanken aber auch die prise für sicherheiten und diese sicherheiten waren aber oder waren dann nicht mehr in der Lage eben Kreditverpflichtungen zu decken, die ja nominal bestanden blieben.
00:17:42: Und das ist ja der Kern jeder Kreditkrise, dass die Sicherheiten im Wert fallen und nicht mehr die Solvenz des Schuldners sicherstellen.
00:17:50: Ja und damit war dieser Grundgedanke von Fischer, der aber schon bemerkenswert modern was er sich da an Gedanken gemacht hatte es ging letztendlich hier um dass die Verlässlichkeit des Bankensystems, um die Kreditvergabe und wie stabil eben die Bankbilanzen sind.
00:18:06: Das ist auch einer der Gründe warum der Fischer so seit der Weltfinanzkrise auch hier so ein Renaissance erlebt hat und wieder häufiger gelesen wird war auch übrigens der Grund seiner Zeit das ich mir das Buch dann geholt habe weil das dann irgendwann in dem Sommer aufpoppte.
00:18:21: er lenkte eben auch den Blick auf einen Punkt, den Anleger dann häufig unterschätzen.
00:18:26: Denn ja es sind natürlich vor allem die Zinsen, die die Vermögenspreise bewegen aber eben nicht nur denn in dieser Entwicklung spielt die Kreditmenge eine ganz zentrale Rolle.
00:18:37: So jetzt hat der Fischer das Problem beschrieben und jetzt kommt seine Lösung und da wird er dann sehr innovativ.
00:18:43: Wir kommen nachher nochmal zu einem anderen Mann dem wir schon mal besprochen haben, der sich da auch Gedanken zu gemacht hat.
00:18:50: Aber der Fischer hat da etwas andere herangehensweise.
00:18:52: Der fordert nämlich gar keine stärkere Bankaufsicht oder höhere Eigenkapitalquoten, oder strengere Regeln für die Kreditvergabe oder Spekulation.
00:19:01: Sein Vorschlag behindert in dem Kern Trennung von Geld und Kredit.
00:19:06: Ja klingt auf den ersten Blick ein bisschen merkwürdig weil uns ist ja eigentlich ganz selbstverständlich Geld- und Kredit irgendwie miteinander zu verbinden.
00:19:15: Schließlich heißt er bei uns auch Banken-Kreditinstitute das ist schon im Wesenskern quasi namentlich angelegt, genau diese Verbindung die möchte der Fischer kappen.
00:19:27: Die sieht er als Konstruktionsfehler und seine Forderung lautet eben Banken sollen Kredite vergeben dürfen aber sie sollen dabei eben kein neues Geld erschaffen können.
00:19:37: Und wie soll das funktionieren?
00:19:38: Der Fischer schlägt vor dass sämtliche täglich verfügbare Gut haben also das was auf den Giro kommt drauf sehen.
00:19:46: also die sich gut haben.
00:19:47: alles was sofort fällig ist muss immer zu hundert Prozent durch Zentralbankgeld bzw.
00:19:53: Bargeld gedeckt sein und daher auch der Begriff Hundert Percent Money.
00:19:59: Wir haben uns jetzt E-Mail Bank vorstellt mit einer Milliarde Euro Kundeneinlagen auf Jirokonten, heute muss er davon nur einen ganz kleinen Teil als sofort verfügbare Liquidität halten.
00:20:09: Ich meine Clemens kann es noch mal was dazu sagen bis Jahr... Außer im Geschäft, ich glaube momentan, weil sie nicht sind vielleicht zwei drei Prozent die dann wirklich in Bargeld gehalten werden.
00:20:19: Viel mehr ist glaube ich gar nicht erforderlich.
00:20:21: Ja ja, wenn überhaupt.
00:20:23: Wenn wir auch
00:20:23: genau so... Es ist ein Tribility Management der einer Bank ist doch was Hochkomplexes um eben das Funding da bereitzustellen für wiederum die Finanzierungsgeschäfte und das speist sich zum einen Teil aus dem Einlag Die man entgegen nimmt aber zum anderen natürlich all dem Anleihenemissionen und so weiter, also auch den Interbantenhandel.
00:20:45: Danke für die Ergänzung!
00:20:47: Nach Fischer wäre sowas eben nicht mehr möglich.
00:20:49: wenn eine Milliarde eingezahlt sind auf Kundeneinlagen hier in Dirokonten dann müssen sie auch vorgehalten werden und zwar nicht neunhundert Millionen oder achtnund Millionen sondern wirklich hundert Prozent.
00:21:00: das heißt eine Milliard muss dann auch in Bargeld- oder im Zentralbank Geld vorgealten werden.
00:21:06: Das Girokonto würde sich seinen Charakter vollständig verändern, das ist auch bewusst und gewollt so.
00:21:12: Es wäre zukünftig Girargeld, also dass das Geld auf den Giro Konto keine Forderung mehr gegenüber der Bank.
00:21:21: Sondern es wäre vielmehr ein Fawar-Konto und die Bank würde letztendlich das Bargeld treuhänderisch aufbewahren.
00:21:28: Und der Fischer, der verwendet dann recht anschauliches Bild, der vergleicht's einfach tatsächlich damit im Lagerhaus.
00:21:33: Also er schreibt dann auch so wenn ich einen Sack getreide Einlagere, dann erwartet ja auch niemand dass der Lagerhalter den Inhalt des Sachs hier weiterverkauft.
00:21:41: und warum soll das denn beim Geld anders sein?
00:21:43: Ja, d.h.
00:21:43: also das Giro Konto hätte dann eben eine Einlagerung zum Lagerhaushalte Charakter Und treuenderisch würde dann eben die Gegenbuchung, also das Bargeld oder Zentralbankgeld hier verwahrt werden und somit immer eins zu eins auszahlbar sein.
00:22:02: Das eigentliche Kreditgeschäft, das würde nach Fischer trotzdem weiter bestehen – er ist ja nicht gegen den Kredit – aber die Banken müssten gezielt Geld beschaffen, dass sie auch ausleihen können.
00:22:16: Sie können nicht einfach diese Kundeneinlagen per Teilreserve vervielfachen und die Bilanz aufblähen, sondern sie müssten zum Beispiel eben dann tatsächlich Spargelder akquirieren.
00:22:26: Das sind eben sagen hier.
00:22:27: wir bieten an Festgelder ein Jahr zwei Jahre zehn Jahre oder eigenes Eigenkapital aufwenden oder langfristige Refinanzierung eingehen als zb eine Anleihe imitieren über hundert Millionen.
00:22:37: das Geld dürfen sie auch einsetzen um Kredite zu gewähren aber sie könnten eben dann nicht mehr durch einen einfachen buchungssatz hier neues geld erschaffen.
00:22:48: und diese trennung von Geldschöpfung und kreditvergabe das war der kern seines platz.
00:22:54: und da stellt sich die frage naja wenn alle dir gut haben plötzlich vollständig gedeckt sein sollen wo soll dieses geld überhaupt herkommen.
00:23:02: Auch da hat der Fischer eine Antwort, also das ist schon recht ausführlich ausgearbeitet.
00:23:07: Nämlich in dem Fall im Bund.
00:23:10: die US-Regierung beziehungsweise eine unabhängige Währungskommission schlägt davor, die würde einmalig neues Geld schaffen und mit diesem neuen Geld würden sämtliche Vermögenswerte der Banken übernommen so dass alle bisherigen Giroguthaben vollständig gedeckt wären.
00:23:26: und wichtig dabei Es soll dabei keine zusätzliche Geldmenge bestehen.
00:23:29: Also im Prinzip die jetzige Geldmenne soll quasi einmal ausgetauscht und gegen sämtliche Vermögenswerte abgeglichen werden, und es geht eben darum das vorhandene Buchgeld vollständig in Sicht einlagen dann umzuwandeln.
00:23:46: Und ab dann sollen eben nicht mehr die Geschäftsbanken Geld schaffen können sondern ausschließlich eben diese Währungsbehörde beziehungsweise die Regierung.
00:23:55: Und das ist dann auch der Gedanke, der sich durch den Rest des Buches zieht.
00:24:00: Fischer argumentiert mit der Verfassung.
00:24:02: Der amerikanische Verfassung.
00:24:03: da steht tatsächlich dass Recht zur Geldstätfung ausschliesslich dem Bund übertragen ist.
00:24:07: also der Bundesregierungsartikel eins Abschnitt acht wer es mal nachlesen will.
00:24:12: In der Praxis ist es dann so, dass die Regierung dieses exklusive Recht an die Fett ausgelagert hat.
00:24:18: Das bezeichnete Hemmau als Fehler denn seine Ansicht nach hätten die Geschäftsbanken diese Aufgabe faktisch übernommen obwohl sie dafür gar nicht vorgesehen waren.
00:24:27: Man sollte sich auch noch mal vor Augen halten in welcher Zeit der Fischer schreibt.
00:24:34: Depressionen, Millionen sind arbeitslos.
00:24:36: Tausende Banken zusammengebrochen.
00:24:37: Ebenfalls Millionen Menschen haben Vermögen verloren.
00:24:40: Das Finanzsystem ist er letztendlich komplett zerrüttet.
00:24:43: Er hat eben nach einem System gesucht um eben solche Krisen künftig zu verinnern.
00:24:47: Bist du jetzt das Ganze auf eine neue Basis zu stellen?
00:24:51: Wurde bekanntlich nicht gemacht?
00:24:53: und ob seine Lösung tatsächlich funktioniert hätte Ist eine interessante Frage Bläßig leider nicht beantworten oder zum Glück weiß man nicht.
00:25:01: Sein Ziel war ja auch nicht nur einfach die Banken sicherer zu machen, sondern es ging ja wesentlich weiter.
00:25:08: Er wollte letztendlich die Schärfe wirtschaftlicher Krisen mildern und eben sowas wie eine Depression verhindern.
00:25:17: Dem der Fischer in seinem Buch erklärt hat, wie das Geldsystem funktionieren sollte wird mit er sich dann auch der Frage welche Vorteile hätte so eine Reform?
00:25:25: Es ging eben nicht nur um Banken, sondern um die ganze Volkswirtschaft.
00:25:28: Und nach wie vor unterscheidet hier sehr klar zwischen Geld und Kredit.
00:25:32: Wie gesagt, Kredit soll es weiterhin geben.
00:25:34: Die Unternehmen sollen investieren.
00:25:35: Familien sollen ein Hypothek bekommen, Häuser bauen zu können.
00:25:39: Der Kapitalmarkt alles das soll weiter funktionieren.
00:25:41: aber eben die Verbindung zwischen Kreditvergabe und Goldschöpfung Muss getrennt werden.
00:25:46: seiner Meinung nach warum er Leute auch noch mal während eines Ausschungs da vergeben eben die Banken.
00:25:51: Kredite auch übermäßig viele kredite.
00:25:53: es entsteht neues Buchgeld mehr Geld trifft auf Vermögenswerte Aktien steigen Immobilien steigend Unternehmenspreise allgemeinsteigen Wirtschaft expandiert doch irgendwann dreht sich dieser Prozess rum hatte ich auch in der letzten Folge erwähnt, wenn die Finanzierungen zu locker sind.
00:26:10: Auch das haben wir erlebt, dass Kredite vielleicht sogar noch zurückgezahlt werden.
00:26:14: Teilweise aber eben nicht mehr.
00:26:16: Die Banken werden vorsichtiger.
00:26:17: Die Geldmenge schrumpft und die Unternehmen investieren weniger.
00:26:21: Nachfrage geht zurück und Arbeitslosigkeit steigt.
00:26:23: Das war ja noch die vorsichtige Variante.
00:26:25: Ich habe vorhin erzählt, wie sich die Kaskade ergeben kann.
00:26:29: Wenn wirklich dieses der kreditnetzwerk komplett reißt und die preise nach unten schießen und die sicherheiten an wert verlieren.
00:26:38: Und damit schuldt er nicht mehr.
00:26:40: so, wenn es nach fischers vorstellung ist eben diese trennung oder eine trennung würde ihm auch den konjunkturzyklus glätten statt ihn wie aktuell zu verschärfen.
00:26:51: Er möchte diesen mechanismus diese deflationsspirale durchbrechen.
00:26:55: Diese deflation spirale ist ohne ihren vollläufer nicht möglich nämlich die Inflationsspirale.
00:27:02: Ja und das zweite große Ziel war eben die Stabilität des Bankensystems, Problem war ja eben dass die Banken gut haben gezeigt haben, aber eben nicht dass wir dafür verfügbare Geld besaßen und es bei Bankruns dazu kommen konnte das eine Bank dann auch insolvent wurde.
00:27:19: Und genau das würde aber ein hundertprozentes System verschwinden wenn jeder Euro oder Dollar auf einem Girokonto vollständig gedeckt ist.
00:27:26: Das heißt jeder Kunde kann jederzeit über sein Guthaben verfügen.
00:27:31: Es gäbe keine klassischen Banks mehr.
00:27:35: formuliert es dann sinngemäß auch mit ein bisschen Humor.
00:27:39: Der sagt als hypothetischer Bankkunde, wenn ihr mein Geld nicht habt, dann will ich es sofort und wenn ihr es habt, brauche ich das nicht.
00:27:48: Diese Komponente spielt für ihn eine große Rolle denn die Verlässlichkeit entsteht eben nicht dadurch dass eine Bank hofft zum Zeitpunkt X genügend Liquidität zu besitzen sondern eben dadurch dass jeder weiß ja das Geld ist tatsächlich vorhanden wenn dem die Giro gut haben vollständig gedeckt sind.
00:28:10: Ja, das heißt Liquiditätskrisen bankenseitig gäbe es nicht mehr.
00:28:13: natürlich können Banken auch weiterhin schlechte Kredite vergeben Verluste machen sogar pleite gehen aber das wäre zum einen deutlich seltener ja weil die Kunden eben nicht plötzlich dann ihr Geld verlangen würden.
00:28:24: über das kreditgeschäft schlecht läuft Fischer trennt er noch mal Risiken.
00:28:29: Das eine Risiko betrifft das Zahlungssystem, das andere eben das Kreditgeschäft und seine Reform soll lediglich das Zahlungssystem Risiko losmachen.
00:28:37: Also Liquidität, Analog wie heute in der Sondervermögen eines ETFs.
00:28:42: Das heißt aber auch natürlich in so einem System werden dann Verwar-Entgelte unausweichlich weil das Virokont ja dann eben eine Lagerhausfunktion und wer Zinsen haben möchte, der muss die Mittel dafür beispielsweise auf ein Sparkonto packen und mit den Spalenlagen dann kann auch wieder Kreditgeschäft getätigt werden.
00:29:01: Das heißt also, Kreditrisiken die bleiben bestehen.
00:29:03: aber das gefährdet nicht das gesamte System denn selbst wenn eine Bank pleite geht kann das Zahlungssystem wie analog sondervermögen ETF abgetrennt werden im Fall einer Pleite einfach weiter fortgeführt werden Wie eben der Lagerhausbetreiber auch pleite gehen kann.
00:29:19: Aber der Inhalt des Lagerhauses bleibt ja dann weiter bestehen.
00:29:22: Er hofft sich an halt auch wie gesagt Inflation und Deflation zu begrenzen.
00:29:26: Denkt hier vor allem auch an die Veränderung der Geldmenge, die soll eben dann nicht mehr so schnell wachsen kann dann eben auch nicht mehrso schnell schrumpfen.
00:29:35: beides hält er problematisch.
00:29:37: seiner Auffassung nach soll eben ausschließlich eine öffentliche Institution über die Entwicklung der Geldmenge hier entscheiden und zwar orientiert an der Stabilität der Wirtschaft nicht an den Kreditentscheidungen einzelner Banken.
00:29:50: Erfordert ist auch nicht eine starre Geldmenge, sondern die Möglichkeit dass ein Währungsbehörde das Geldangebot steuert zum Beispiel orientiert an den Preisindex oder Bevölkerungsentwicklung oder andere objektiver Kriterien.
00:30:04: da liegt er sich nicht fest gibt ein paar Anregungen ja und am Ende schreibt er eben sinngemäß banken sollen genau das tun was sie besonders gut können nämlich kredite prüfen unternehmen finanzieren sparen investoren zusammenbringen.
00:30:15: Die Geldschöpfung dagegen sollte eine behördliche Aufgabe sein.
00:30:19: Aus diesen Gründen, ich meine die letzte Kreditkrise auch nicht ganz so lange her, lohnt es sich durchaus das Buch nochmal zu lesen und als Anleger sich hier mal zu überlegen wie investiere ich?
00:30:36: Mikrofaktoren gibt es, die Einfluss haben auf Unternehmensentwicklung und Märkte und Anlagen schuldner Rohstoffe.
00:30:45: Sondern eben auch wie hängt das Ganze mit dem Geld- und Kreditzyklus zusammen?
00:30:51: Übrigens in den Dreißigerjahren unterstützte Fischer eine Alternative zu sein.
00:30:58: Ansatz nämlich den sogenannten Schwundgeldansatz.
00:31:01: von Silvio Gesell und den Clemens hat ich vorgestellt.
00:31:05: Folge Vierzehn der Geldgeschichten als das Wunder von Würgel.
00:31:10: Ja, Clemens!
00:31:11: Soweit meine heutige Geldgeschichte.
00:31:14: Vielen Dank, Louis.
00:31:16: Das Wunder vom Würgel kann ich auch erinnern, weil es hatte ich tatsächlich in einer meiner Vorlesungen für Wirtschaftssozologie als ein Beispiel.
00:31:25: Also ein sehr interessantes, weil auch im echten Leben die Theorie im Praktische Umsetzung war.
00:31:32: und auch was das so zu logischer Mitgesellschaft von Würge im wunderschönen Tirol gemacht hat.
00:31:38: Luis, möchtest du noch Literatur unseren höheren Wetter geben?
00:31:43: Auf jeden Fall vorab noch die Moral der Geldgeschichte.
00:31:46: wie immer drei Punkte.
00:31:48: Erstens wer eben verstehen möchte warum Aktienimmobilien anleihen steigen und fallen sollte sich nicht nur mit Unternehmen oder Emittenten beschäftigen oder Lage-Lage-Lager sondern sollte auch verstehen wie Geld entsteht Wie ich eben gesagt habe, wie Kredite in eine Volkswirtschaft hineingelangen und auch wieder heraus.
00:32:05: Und das Geldsystem inklusive Zinsbildung bildet den Hintergrund jeder Vermögensbewertung – das vielleicht noch mal so als Gedanke – und am Ende geben Zins- und Kredit allen Vermögenwerden ihren Preis.
00:32:18: Zweitens.
00:32:19: Erwin Fischer schrieb das Buch nach der Weltwirtschaftskrise.
00:32:26: Fast hundert Jahre später diskutieren wir ja über Bankengeldschöpfung, Finanzkrisen Auch hier stückweit, die Technologien ändern sich.
00:32:33: Die Institutionen ändern sich aber viele ökonomische Grundfragen, die diskutieren immer noch oder wieder.
00:32:40: und apropos Institution das auch mein größter Kritikpunkt an Fischer denn dem vorbeitzlosen Optimismus Fischers in einer öffentlich-rechtlichen Währungsbehörde den kann ich mich nicht anschließen wenn wir schon dabei sind.
00:32:53: was er z.B.
00:32:54: gar nicht betrachtet, aber das ist auch durchaus nachvollziehbar.
00:32:58: Das ist eben tatsächlich die Rolle von Eigentum dessen Beleihung im Kreditvergabeprozess und der Qualität von Egentum also der bilanziellen Qualität zum Zweck aus Bankensicht der Sterilisierung ausgegebenen Geldes.
00:33:14: Also dass ich damit in eine Lage bin quasi Geldemissionen wieder abzuschöpfen Darauf geht er eben nicht ein.
00:33:23: Muss man auch sagen, das wurde erst sechzig Jahre später systematisch hier vor allem durch Gunnar Heinsohn und Otto Steiger die beiden natürlich auch schon mal erwähnt thematisiert.
00:33:32: Das allerdings wurde ursprünglich ja mal oder war auch der Grund für die Einrichtung von Zentralbanken so einen Vorgänger von Heinz-Sohn und Steiger den ich ja auch mal protretiert bzw.
00:33:46: die historischen Anfänge der Zentralbanken im neunzehnten Jahrhundert.
00:33:50: Der Grundgedanke war ja seinerzeit tatsächlich, Solvente aber illiquide Geschäftsbanken zu stützen also Banken, die durchaus eben in der Bilanz hochqualitative Assets haben, aber eben gerade nicht das Bargeld um Kunden auszuzahlen.
00:34:04: und das sollte eben ursprünglich durch Zentralbank-Operationen bewerkstelligt werden dass sie wieder liquider wurden gegen hohe Kosten sprich gegen hohen Zinsen.
00:34:15: Da verweise ich aber nochmal ausführlich auf Folge sechs der Geldgeschichte, da habe ich das Ganze noch mal thematisiert.
00:34:20: Ja und drittens die Weltwirtschaftskrise begann nicht an einem einzigen Tag genauso wenig wie die Finanzkrise.
00:34:27: zwei tausend ach große Krisen, die bauen sich oft über Jahre hinweg auf durch Fehlanreize zu den Verschuldungen und steigende Verwundbarkeit.
00:34:37: Denn ein Thema was Fischer auch nicht erwähnt ist dass der große Kreditschub der sich dann über die OS-US Volkswirtschaft ergoss.
00:34:47: Der stammte ja aus der Kriegsfinanzierung in den USA, die selbstverständlich auf Schulden basierte.
00:34:54: In dem Fall eben die Kriegsferenzierung des Ersten Weltkrieges auch hier zum Teil war die sicherlich mich mitverantwortlich für den spekulativen Boom der zwanziger Jahre und dann den heftigen Kater, der folgte.
00:35:09: Ja, noch kurze Literatur.
00:35:11: Hier vor allem Irving Fischer.
00:35:12: In den letzten Jahren erschien unter dem Titel «One-hundert Prozent Money zur Deutschen Hundert Prozent Geld».
00:35:18: Untertitelt damit Banken immer hundert Prozent liquide bleiben, damit es keine Inflation und Deflation mehr gibt, damit Wirtschaftsdepression geheilt werden oder ihnen vorgebeugt wird, damit ein Großteil der Staatsverschulung beseitigt wird – dass die deutsche Ausgabe, die ist von diesen zwei Tausend sieben veröffentlicht worden.
00:35:36: Vielen Dank, Lewis!
00:35:37: Ich habe wieder einiges für mich auch mitgenommen, weil mir das in dieser Tiefe nicht bekannt war.
00:35:44: Und ich wechsle jetzt fast zu einem sehr profanen Thema über aber ich denke... ...ich weiß dass es sich auch sehr dankiert!
00:35:52: Wir nehmen ja diese Folge mitten in der laufenden Weltmeisterschaft also Fußball-Weltmeistersschaft auf und das ist ja die erste WM mit achtundvierzig Mannschaften in drei Gastgeberländern, hundert vier Spiele.
00:36:04: Naja jetzt, wo wir diese Folge aufnehmen sind knapp zwei Drittel schon gespielt und ein Sechzehntelfinale wird es geben dass sich dann wahrscheinlich schon zur Ausstrahlung dieser Folge ausgespielt ist.
00:36:19: Luis eine Frage wird sich wahrscheinlich erübrigt haben nämlich welchen Team denn du die Daumen drückst wenn Österreich gegen Spanien um den Einzug in das Achtelfinalle spielen wird?
00:36:33: Ja, da sind ja zwei Habsburger Mannschaften auf dem Platz quasi.
00:36:38: Da fällt die Wahl ja schwer aber ich tendiere dann doch zur Frühjahr-Jochha!
00:36:44: Das kann ich auch nachvollziehen und ich denke auch dass die Chancen gegen den amtierenden Europameister aus unserer Seite als auf der österreichischen Seite nicht allzu hoch anzusiedeln sind.
00:36:56: Das Gute aber den Ganzen ist, Kluis es gibt ja den sogenannten WM Effekt.
00:37:01: hast du von dem schon mal gehört?
00:37:03: Da bin ich mir jetzt nicht sicher, meinst du das
00:37:06: im Zusammenhang mit der Börse?
00:37:09: Ich meine jetzt so bei so Großveranstaltungen wo das Massenpublikum abgelenkt ist dass dann häufig politischerseits irgendwelche Gesetze schnell durchgewunken werden damit da keiner so genauer drauf guckt.
00:37:20: Das könnte auch wahrscheinlich ein Wehmfecht sein.
00:37:24: Sonst krieg ich ja natürlich noch den... von dem Superbowl Effekt.
00:37:29: oder der hat wahrscheinlich auch nicht gemeint?
00:37:31: Nein, es geht dabei wirklich um ein seriöse Vorstossphänomen.
00:37:37: Man kann sich so vorstellen, wenn man sich am Montagmorgen in seinen Depot einlockt.
00:37:41: Was du sowieso nur alle sechs Monate machst.
00:37:44: also von dem her würdest du dich gar nicht dankieren.
00:37:46: aber wenn wir jetzt zum Beispiel feststellen würde es dass die Kurse an diesem Montag morgens tiefer stehen als noch am Freitag und am Wochenende mal kein Land einen anderen Krieg erklärt hat oder eine systemrelevante Bank ad hoc Notverordnung gerettet werden musste, sondern der Grund liegt einfach darin dass deine präferierte Nationalmannschaft am Wochenende aus dem WM-Turnier geflogen ist.
00:38:09: Klingt zunächst eben nach Aberglauber aber ist ein seriös erforschtes Phänomen und bietet auch damit den passenden Einstieg in die Frage um dies eigentlich heute in dieser Geldgeschichte geht nämlich wie wurde aus einem Fußballturnier der Fußballwettmeisterschaft eigentlich eine der größten?
00:38:26: geltmaschinen der welt.
00:38:28: wer verdient daran wirklich?
00:38:29: und auf die philosophische frage wem dieser sport eigentlich noch gehört wenn er überhaupt jemandem gehört werden wir aber in den nächsten dreißig nun wohl keine antwort finden.
00:38:41: also der wm effekt?
00:38:43: ja die tese geht eben so dass diese studie von zwei tausend sieben sports sentiment and stock returns erschienen ist im genre finance.
00:38:52: um die drei autoren alex admins Diego Grassier und Offint Norley, also ich aus den Namen her leite ich ab eine internationale Truppe.
00:39:02: Also die haben sich Fußballergebnisse aus fast vierzig Ländern angesehen und mit den Aktienmärkten am Tag danach abgeglichen.
00:39:11: Und die daraus gewonnenen Erkenntnis war das nach einer Niederlage in der KO Phase einer während einer Weltmeisterschaft die Börse des Verlierer Landes am nächsten Tag im Schnitt um rund neunundvierzig Basispunkte tiefer stand, als man sonst erwarten würde.
00:39:27: Also im Falle einer Niederlage Österreichs wäre der heimische Leitindex der ATX um neunvierzig Basibpunkte also knapp ein halbes Prozent tiefer.
00:39:37: klingt nach wenig aber ist wenn man sich einen ganzen Markt so rechnet eine ganze Menge Geld.
00:39:43: bemerkenswert an dieser Studie sind vor allem drei Details.
00:39:46: Erstens Der Effekt war stärker bei Aktien mit einer geringeren Marktkapitalisierung, ging doch logisch.
00:39:52: ja warum?
00:39:53: weil diese Wertpapiere auch häufiger von heimischen Privatanliegen gehalten werden, also genau von den Leuten die das Spiel auch emotional sein miterlebt haben.
00:40:01: In dem Fall schlägt doch hier der Homebias total durch!
00:40:05: Zweitens je wichtiger das Spiel desto stärker der Ausschlag.
00:40:09: ein belangloses Testspielweg nichts ja.
00:40:12: deswegen auch die Studie auf.
00:40:13: in der Karo-Phase das heißt ab dem WM Achtler Finale oder seit zwanzig sechsundzwanzig würde man dieses Studium fortschreiben erstmals ab einem WM-Sechzehntelfinale.
00:40:24: Und das dritte Teil, was für mich auf der Spannendste ist dieser Effekt ist asymmetrisch.
00:40:29: Was meine ich damit?
00:40:30: Niederlagen drücken dem Markt messbarer aber Siege heben ihn nicht in gleichen Maße!
00:40:36: Der Frust schlägt also mehr durch die Freude verpufft.
00:40:38: Das passt auch zu einem Grundmuster in der Verhaltensökonomie nämlich Verluste tun uns ungefähr doppelt so weh wie uns gleich große Gewinne guttun.
00:40:48: Diese Phänomen kennst du sicherlos, ja?
00:40:50: Die Verlustarversion, die im Kern der entwickelten Prospekttheorie von Daniel Karnemann und Amos Tversky entwickelt wurde!
00:41:00: Hierbei ist auch wichtig zu betonern und das gehen wir gleich mit.
00:41:03: Also wer jetzt da denkt Heimandschaft verliert, also morgen gehen wir short.
00:41:06: Das ist ausdrücklich keine Handelstrategie, also das der Disklemer.
00:41:10: Und es ist auch mehr ein Befund über die Anlegerpsychologie.
00:41:15: Sobald man dann aber auch Transaktionskosten fährt... sagen wir mal Privatanleger, dann die Geldbriefspannen aber dann natürlich all die anderen Nachrichten, die dann während des Handelstag eingerechnet mit einkalkuliert werden.
00:41:28: Bleibt da noch von dem halben Prozent praktisch auch nichts mehr übrig was du dann auch irgendwie zufällig als Abitrasch abschöpfen könntest.
00:41:35: ja also wie gesagt ist ein theoretisches Konstrukt.
00:41:38: es gibt auch Folgestudien die diesen Effekt deutlich anzweifeln.
00:41:42: Und die Autoren haben natürlich dasselbe auch bei Cricket Rugby und Basketball-Länderspinnen gefunden, diesen Effekt.
00:41:48: Und das spricht eben dann noch einmal dafür, dass sie ja wirklich mit der Stimmung, mit der Psychologie der Anleger zu tun haben und nicht mit einem fußballsbedürfischen Zufall.
00:41:58: Der Mitautor Edmonds selbst hat einmal sinngemäß gesagt es ging ihm nie um Fußball an sich.
00:42:05: Fußball war nur sein Messgerät für die Frage ob Stimmung die Märkte bewegt.
00:42:11: Und das ist eigentlich auch schon die Brücke zum Hauptteil dieser Geldgeschichtenfolge, denn das wirklich große Geld bei einer Fußballwärm liegt gar nicht an der Börse.
00:42:18: Es liegt beim Veranstalter selbst ja?
00:42:20: Bei der Federation Internationale de Futbol Assusion, wenn ich das so richtig noch ausgesprochen habe.
00:42:27: oder sagen wir einfach kurz FIFA.
00:42:29: und ich werde auch bei diesem Begriff FIFA bleiben!
00:42:31: Die FIFA ist heute einer der reichsten und wohl einflussreichsten Sportverbände der Welt, aber das war nicht immer so.
00:42:38: Und deswegen steigen wir einen in unseren DeLorean DMC-Zwölf unter Reisen in die frühen siebziger Jahre zurück.
00:42:45: Damals war die FIFA ein vergleichsweise bescheidener sehr europäisch geprägter Verband mit überschaubaren Mitteln.
00:42:53: An der Spitze stand der Engelder Sir Stanley Ruess, ein Mann der alten Schule – wie man es noch schön sagt – der sich eher als Hütter des Spiels verstand weniger Geschäftsmann mehr Gentlemen.
00:43:04: Der Buch kam im Jahre, und mit ihm der Mann, der alles veränderte, Schau H. W. Lange ein brasilianischer Geschäftsmann und Sportfunktionär.
00:43:16: Er forderte Rus bei der Präsidentschaftswahl, und nach der etwas dass vorher kaum jemand getan hatte, er führte einen regelrechten Wahlkampf rund um den Globus.
00:43:30: Ruths hatte vor allem die kleineren Verbände in Afrika und Asien vernachlässigt ja sehr eurozentriert, Havillon schreiste ganz im Gegenteil genau dorthin und versprach ihnen Mitsprache, Entwicklungsgelder und vor allem mehr Plätze bei einer Weltmeisterschaft.
00:43:46: Er steht in Aussicht das es mir damals eben bis Mannschaften oder Nationen auf vierundzwanzig Mannschaftens aufgestockt werden würde, sobald man ihn wählt.
00:43:57: Das würde natürlich mehr Startplätze für Länder auch außerhalb der europäisch-südamerikanischen Kernzone bedeuten und er gewann die Wahl, zum wie Präsidenten.
00:44:07: Das ging jetzt erst einmal nach einer fast demokratisierenden Geschichte – und in Teilen ist sie das auch!
00:44:13: Aber vielleicht noch ganz kurz zur Figurenzeichnung von Joao Havelange?
00:44:17: Sein Vater war ein belgischer Waffenhändler.
00:44:20: deswegen auch die französische Aussprache seines Nachnamens der aus Nüttich stammte und der dann nach Parisien ausgewandert ist.
00:44:28: Mit siebzen Jahren war Havelanges bei den Olympischen Spielen als Schwimmer in Berlin tätig, die ja damals in NS Deutschland stattgefunden haben.
00:44:37: Und gute, ich meine nicht gute, sondern genau sechzehn Jahre später war er aus Wasserballer in Helsinki beim Olympischen Spiel dabei.
00:44:44: Zugleich war er Ausgebildet durch Rist und vor allem Geschäftsmann der sein Geld im Versicherungen in der Stahlindustrie und in der Logistik machte.
00:44:52: Er fiel aber auch auf durch eine gewisse Nähe zur brasilianischen Unterwelt und an der Spitze des Weltfußballs trat eben kein Romantiker wie Ruth nun an die Macht, sondern ein Mann mit ausgeprägten Geschäfts-Sinn dem man vor allem auch einen Hang zum despotischem Nachsagte.
00:45:13: Nochmals zurück in das Jahr nineteen vierund siebzig.
00:45:16: Havélange hat all diese Versprechungen gemacht er hatte aber ein Problem nämlich die FIFA hat nicht genügend Geld dafür gehabt und er brauchte damit eine Geldquelle.
00:45:24: Und genau hier betreten nun zwei Figuren, die Bühne, die der breiten Öffentlichkeit bis dahin kaum bekannt waren obwohl sie das moderne Sport-Business praktisch bis heute erfunden haben oder so erfunden hatten auf dem auch heutzutage dieses Geschäftsmodell aufbaut.
00:45:42: Der erste war Horst Dassler.
00:45:45: Ja?
00:45:45: Das ist der Sohn von Adidasler, dem Gründer vom Adidas.
00:45:48: Horst Dassler war zu der Zeit der Geschäftsführer der französischen Adidas-Dochter und hatte schon immer ein Gespür dafür, wie man über Sportverbände einen Einfluss und auch sein Geschäft verbinden kann.
00:46:03: Er hat der H.V.
00:46:04: Lansch Berlkampf auch unterstützt und es entsteht da eine sehr enge, sehr symbiotische Beziehung zwischen den beiden vereinfacht.
00:46:12: Dasslar hilft H. V. Lange ans Geld und sichert sich in Gegenzug im Einfluß aber auch exklusive Vermarktrussrechte.
00:46:20: Die zweite Figur ist ein junger britischer PR-Mann Patrick Naly und die Idee, die er, also Naly, und sein Umfeld entwickeln, klingt heute irgendwie selbstverständlich – war damals aber revolutionär!
00:46:33: Man bündelt die Sponsoring-Rechte einer Wettmeisterschaft zu einem exklusiven Paket und verkauft dieses Paket an wenige sehr große globale Marken.
00:46:45: Na gut, mit der nötigen Exklusivität des Produkts erhofft man sich dann auch dementsprechend Einnahmen.
00:46:50: Was gibt man diesen Werbepartnern?
00:46:52: Das Gefühl dass sie eben nicht irgendein Werbetreibender unter vielen Sinn sondern der offizielle zum Beispiel Erfrischungsgetränke Partner der Weltmeisterschaft rund um den Glogos und wo ist denn ersten großen Fisch den Sie herangezogen haben war die stärkste Marke der Welt auch heute noch eine sehr starke Marke die man nicht unbedingt jetzt mit Sport in Verbindung bringt, vor allem wenn man dieses Getränk genießt.
00:47:17: kannst du dir vorstellen um welches Unternehmen es sich handelte.
00:47:22: Auf jeden Fall ein Alkoholproduzent?
00:47:25: Nein!
00:47:26: Nicht Coca Cola?
00:47:27: Ja, hundert Punkte.
00:47:30: Nelly hat ja auch später sinngemäß gesagt das Geld, dass sie über Coca Cola in die FIFA gebracht hätten.
00:47:35: Die FIFA so ein Art neues Gesicht oder den Verband verändert hat.
00:47:38: Was meint er damit?
00:47:39: Nämlich Parallel hat nämlich Havilange die zweite große Geldader vorangetrieben.
00:47:44: Er sorgte dafür... das Fernsehsender für die Übertragungsrechte zahlen müssten.
00:47:49: Was heute eigentlich ganz normal ist und man diverse Streaming-Argos braucht, um eine Fußballmannschaft, eine Vereinsmannschaft quer über alle Wettbewerber mitzuverfolgen über eine Saison lang.
00:48:00: Damals war das Fernsehen gerade weltweit rasant im Wachsen.
00:48:04: Und nun diese Kombination auf der einen Seite exklusive Weltsponsor Auf der anderen Seite Fernseherechte.
00:48:11: Dieses Tourpol ist bis heute das Fundament.
00:48:16: In der Weltmeisterschaft in Spanien, wo sie auch zur Schande von Grichon kam, wie wir jetzt auch wieder im Rahmen der Fußballberichterstattung gelernt haben wurde das System dieses Geschäftsmodell insituzionalisiert.
00:48:31: Horst Dassler gründete zusammen mit der japanischen Werbeagentur Denk zu eine Firma in der Schweiz namens ISL.
00:48:38: ISL steht für International Sport & Lasher.
00:48:41: Jetzt wird spannend, mit der Vermarktung der FIFA-Rechte als Zwischenhändler und durch das dass auch enge Drähte in die ganze Branche entsteht dadurch ein Monopol ohne dass hier offene Ausschreibungen auch getätigt werden.
00:48:55: Und im Grunde bietet dies also diese Entwicklung die Blaupause für den gesamten moderne Sport Marketing.
00:49:02: Wie schon gesagt exklusive Weltsponsoren pro Dienstleistungs oder Produktkategorie plus zentral verkaufte Fernsehrechte.
00:49:10: Dieses Geschäftsmodell hat später auch, regt heute noch zum Beispiel die Olympischen Spiele.
00:49:15: Die das durchaus auf die Spitze getrieben haben.
00:49:17: für die FIFA bedeutet es aber vor allem aus einem Verband der finanziellen Limit war wird in wenigen Jahren ein höchst profitabler Betrieb.
00:49:26: Das Turnier wächst im Gleichschritt mit dem Geld.
00:49:29: Zuerst sechzehn Mannschaften dann vierundzwanzig ab neunzehnt achtundneinzig bei der Weltmeisterschaft in Frankreich zweiunddreißig und Heute bei der WM zwanzig sechsundzwantig.
00:49:41: H.W.
00:49:42: Lansch holt in dieser Zeit übrigens auch einen ehrgeizigen Schweizer in die Organisation, der nach den Jahren von der Erder im Nachfolgen wird ein gewisser Josef Vulgo-Sep Platter.
00:49:57: Dazu gleich mehr!
00:49:58: Vorher
00:49:58: mal die Frage wo steht die FIFA heute eigentlich?
00:50:04: veröffentlicht tatsächlich einen Geschäftsbericht pro Jahr, der wiederum aber in vier Jahreszykling rechnet.
00:50:10: Warum für Jahre?
00:50:11: Macht Sinn!
00:50:12: Weil eine Weltmeisterschaft eben ihm am Ende eines sieben Zyklus steht und das große Geld eigentlich dort reinkommt.
00:50:18: Für den aktuellen Zyklus, der bis Ende XXVIII läuft, also von zum Beispiel XXIII bis XXVI hatte die FIFA ursprünglich elf Milliarden US-Dollar Umsatz veranschlagt.
00:50:30: Jetzt sind wir schon auf dreizehn Milliarden, da hat man das nach oben korrigiert.
00:50:34: Und wie sind diese dreizehn Milliarden US-Dollar nun einzuordnen?
00:50:38: Ja es gibt fast genau als Doppel so viel wie im vorherigen Zyklus von zwanzig neunzehnt bis zwanzich zweiundzwanzig rund um die WM in Qatar als Höhepunkt.
00:50:50: Das bemerkenswerte dabei ist der allergrößte Teil stammt aus einem Turnier, der eben der Weltmeisterschaft.
00:50:56: Und für diese Weltmeisterschaft, die gerade jetzt in den Vereinigten Staaten in Kanada und in Mexiko über die Bühne geht rechnet die FIFA mit grob neun Milliarden Dollar.
00:51:06: Wenn man das auflöstet woher kommt es ganze?
00:51:08: sieht man sofort dass das etablierte Modell im Kern noch steht.
00:51:12: einerseits Fernsehrechte mit fast vierzehn Prozent Anteil das ist der größte Blocken.
00:51:16: auf der anderen Seite hat man eben das Sponsoring, was ein Viertel beiträgt.
00:51:21: Was jetzt natürlich ausschlägt bei dieser Weltmeisterschaft logischerweise nämlich die größte Weltmeisterschaft mit hundert vier Spinnen ist vor allem der Bereich Ticketding also Ticket erlöse und Hospitality also diese ganzen VIP-Bakete die knapp dreißig Prozent nun ausmachen.
00:51:37: Jetzt muss man sich aber auch in Erinnerung rufen bei all der höchsten Profitabilität der FIFA dass diese eigentlich als ein gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht registriert ist.
00:51:47: Also kein Unternehmen, sondern ein Verband!
00:51:50: Sie selbst sagt ja, dass sie all die Einnahmen ja wiederum in die Fußballentwicklung reinvestiert.
00:51:57: also Geld aus den Reichenmärkten fließt über die Förderprogramme in die insgesamt twohundert elf Mitgliedsverbände der FIFA.
00:52:05: Ja, zweihundert Elf eine sehr imposante Zahl.
00:52:08: das sind im Übrigen auch mehr Länder bei den Vereinigten Nationen Mitglieder sind.
00:52:13: Nämlich dort sind es hundertundneunzig und die FIFA ist in diesem Sinne auch globaler als die Weltgemeinschaft aufgestellt, zumindest behauptet sie das selbst in ihren diversen Marketingannonzen.
00:52:25: Weiters saß der Weltfußwollverband Ende zwanzig zweieinzehn sich auf einer Liquiditätsreserve von fast vier Milliarden Dollar, die dann planmäßig aber wiederum abgeschmolten sind.
00:52:35: ne?
00:52:35: Weil einerseits werden hier daraus DVD-WM Kosten bezahlt, aber andererseits Sie auch seit dem letzten Jahr eine Club-Weltmeisterschaft, die ebenso finanziert werden muss.
00:52:46: Für die Weltmeistersschaft schüttet übrigens die FIFA auch ein Rekordpreis geht aus.
00:52:52: also sollte Spanien neues Weltmeister werden dann gibt es für die Vorraucher knapp fünfzehn Millionen US Dollar als Prime.
00:53:01: auch echt schlecht.
00:53:02: Kritiker sagen bei den ganzen Systemen dass ein großer Teil zu sehr an der Spitze konzentriert ist.
00:53:09: Durch einerseits die Allokationsstrategie, die wird eben von der FIFA mitgegeben aber auf der anderen Seite auch diese ganze kommerzielle Expansion, die hier auch im Vordergrund steht und die Erzählung von der Fifa, die das Geld brav in den globalen Fußball reinvestiert stößt schon auf eine vielfältige Front an Interessensgemeinschaften, die öffentlichkeitswirksam ihre Kritik äußern.
00:53:32: Hier haben wir einerseits in der Kommerzialisierung diese Fußballfront aber natürlich auch die ganzen Fanverbände, die sich darauf beziehen wie auch die FIFA den, wenn man so möchte normalen Fan aus der Kurve heraustränkt.
00:53:44: Da haben es schon einen Punkt wenn man sich die dicke Preise anschaut.
00:53:48: das ist ja jetzt kein Randthema mehr, sollte nämlich seit dem Jahr, seit diesem Turnier, zwanzig, sechsen und zwanziger jeden bekannt sein.
00:53:54: Einerseits setzt die FIFA hier im großen Stil auf das Dynamic Pricing also dynamische Preise.
00:53:59: Das sind die Preise die wie bei Flugtickets kennt man da so wie bei großen Konzerten, die mit der Nachfrage steigern.
00:54:06: Klassische Marktmechanismus, Angebot und Nachfragesteuerung... Das Problem ist heute sind die Tickets nicht nach oben gedeckelt was dann durchaus interessante Bewegungen nach sich zog.
00:54:16: Einstiegspreise lag nämlich für ein Ticket fürs Finale.
00:54:19: Was schätzt Du es?
00:54:20: Vermutlich ein paar hunderttausend Euro.
00:54:22: Ja!
00:54:23: Der Einstieckspray ist tatsächlich lag bei achtausend sechshundert Dollar Aber da wurde eben Stufen dann angehoben, erst bei knapp elf Tausend, dann auf fast dreiunddreißigtausend Dollar.
00:54:32: Nur zum Vergleich beim Finale in Katar gab es ja dieses Dynamic Pricing noch nicht und da war wirklich die teuerste Karte im Finale mit einem Nähmwert von tausendsechsender Dollar.
00:54:41: Jetzt kommen aber dorthin wo du deinen Preis auch ansiedelst los, nämlich die FIFA!
00:54:46: Nicht blöd, hat auch eine eigene Wiederverkaufsplattform installiert wo sie dann auch teilweise Finaltickets weiter vercheckt hat und da haben wir tatsächlich an Preise von über zwei Millionen US-Dollar gelistet.
00:54:59: Es gibt es gerade einen Bericht wo von über elf Millionen die Rede ist Mittlerweile auch schon seit zehn Jahren FIFA-Präsident ist, hat es mit einem Schulterzucker abgedan nämlich Erdmann.
00:55:10: Nur weil jemand ein Ticket für zwei Millionen anbietet heißt das ja nicht dass er sich jemand kaufen muss und falls doch dann hat er sich bereit erklärt also der Person persönlich einen Hot Dog und eine Cola bringt damit diese Person auch ein schönes Stadionerlebnis hat.
00:55:24: Wie verteidigt die FIFA das ganze?
00:55:26: Naja da kommt einmal das eine Argument.
00:55:28: was soll ich mal auch Menschen liberalen, die ja nicht ganz abgetan sind durchaus verstehen können weil das ganze sind eben Marktpreise und man bewege sich am höchsten entwickelten Unterhaltungsmarkt der Welt nämlich den Fußballgeschäft.
00:55:44: Und zweitens ist er Infantinos Standardformel hat der Blatt aber auch schon davor gehabt jeder Dollar dem man verdient als FIFA fließt zurück in den Fußball.
00:55:52: Aber genau hier setzen auch die kritischen Stimmen nebenan, nämlich dass einerseits was ist das Argument des Marktpreises?
00:55:58: Dass eigentlich komplett ja auch ausblendet, dass der Fußballhistorische kein Marktprodukt war, kann man sagen.
00:56:03: Historisch mag das stimmen.
00:56:05: mittlerweile wenn man sich die Eventisierung und das Entertainment bei nicht nur einer Weltmeisterschaft sondern generell im Fußball ansieht dann hat sich das durchaus geändert.
00:56:14: Argument hat sich auch schon vorher gebracht, dass die FIFA sich immer mehr in den Fußball entfernt über ihre Preispolitik also von dem Ursprung des Fußballs entfernt.
00:56:23: Auch das mag ein Argument sein aber ob die FIFA darauf eingehen wird bezweiflich.
00:56:28: Was zeigt dies sich bei dieser WM noch sonst?
00:56:32: Ja ganz handfest.
00:56:33: auch In der Struktur des Verkaufs haben wir immer größere Bereiche der Stadien, die für Sponsoren, die ja sehr viel Geld hinlegen, eben exklusivrechte aber auch für Hospitality reserviert sind.
00:56:44: So dass natürlich auch dieser freie Verkaufe an die Fans immer weniger Kapazitäten da übrig bleiben.
00:56:50: und auf der anderen Seite haben wir auch eine Neuerung lieber los, die diese ganze Logik der Vermarkt- und Komenzalsing bestätigt.
00:56:57: Eine Neuerungen die eigentlich uns davon nicht mehr sprechen lässt, dass wir zwei Hälften haben und fünf Minuten sondern vier Vierteln.
00:57:05: Du wirst glaube ich wissen auf was ich jetzt anspiele oder?
00:57:08: Du meinst die unsägliche Trinkpause natürlich nur zum Schutz der Spieler auch wenn es das Stadion auf zwanzig Grad runtergekühlt ist?
00:57:17: Exakt ja!
00:57:18: Also man unterscheidet hier nicht ob man eben klimatisierten AT&T-Stand im Keller spielt oder dann doch in der Betonschüssel wie in Cancer City wo's ja doch sehr heiß war spielt hier einfach die Werbung ein.
00:57:30: Und damit ist eben auch die Trinkpause inzwischen ein Wärmeplatz geworden, selbst mit der Skurrilensee.
00:57:36: und das beim Beeröffnungsspiel zwischen Mexiko und, ich denke es war Südafrika, die Fans, die ein bisschen Spielzehnen verpasst haben weil gerade noch die Vollbildwerbung lief.
00:57:46: Johnny Infantino hat diese WM als das größte Fußballfest aller Zeiten verkauft.
00:57:51: Man hat eben diese Hundertvier Superbos, wie er es im Weißen Haus bei Donald Trump den US-amerikanischen Präsident verkauft hat.
00:57:59: Man hat über fünf Uhr eine Million Ticketanfragen.
00:58:02: Bei einem genaueren Hinsehen brüttelt halt schon die Fassade nämlich für deutlich mehr als die Hälfte der hundertvierspiele waren beziehungsweise zu der Zeit noch verfügbare Ritten hier.
00:58:12: Bei den kleinen Partien blieben ja auch Plätze leer, das hatten wir ja auch im Fernsehen gesehen.
00:58:16: Das heißt, dass diese Fünfhundert Millionen Anfragen sich vor allem auf die Spiele konzentriert haben mit den großen Namen.
00:58:22: Argentina mit Messi Portugal mit Cristiano Ronaldo Spaniel mit Laninho Jamal.
00:58:28: Diese Spiele Frankreich ein paar B Aber die kleineren Partien W Österreich in Jordanien waren jetzt halt nicht so die großen Bringer für die Tickets.
00:58:40: Wir haben nun einen Verband der Ein extrem knappes, weltweit begehrtes Gut kontrollierte exklusive Rechte mit grossen Ermessungsspielerungen vergibt sowie auch für eine lange Zeit.
00:58:52: und diese Zeit hat noch immer ein gewisse Distanz zu Transparenz
00:58:57: wahrt.
00:58:58: Und wenn man sich das ISL-Konstrukt den Erinnerung ruft dass in der neunzehnachziger Jahren entwickelt wurde, das hat relativ früh Schlagseite bekommen nämlich nach dem Tod von Horst Dastler verhebt sich ISL an den überteuerten Rechten und geht.
00:59:15: Und bei der Aufarbeitung dieser Insolvenz kommt heraus, dass ISL über Jahre Millionenbeträge an Funktionäre gezahlt hatte die als Provisionen deklariert wurden.
00:59:26: Und der Anderen war auch Havélange selbst und sein Schwiegersund dabei.
00:59:30: Ein Schweizer Strafverfahren bringt er später ans Licht, und der Richter nennt die Zahlung schlicht Schmiergeld.
00:59:36: Havélanche musste dann den Titel als Ehren-Präsident zurückgeben.
00:59:44: Der große Signal kommt aber im Jahr ist das eine der wohl spektakulärsten Szenen der jüngeren Sportgeschichte.
00:59:51: Wenn es unser Thema Korruption geht, nämlich am Morgen des siebenundzwanzigsten Mai
00:59:56: stürmen
00:59:56: Schweizer Ermittler im Auftrag der US-Justiz ein Luxushotel in Zürich.
01:00:01: Hohe Viehfahrtfunktionäre werden festgenommen – das US-justizministerium legt eine siebundvierzig Punkte umfassende Anklei gegen vierzehn Personen vor.
01:00:11: Der Vorwurf ist wurden über mehrere Jahrzehnte.
01:00:14: hinweg insgesamt Hundertfünfzig Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern in Tausch gegen Marketing und Fernsehrechte, und gegen Stimmenkauf bei der Vergabe von Turnieren gezahlt.
01:00:26: Die Ermittler griffen sogar zum Mafia-Bangagrafen den berühmten RICO-Gesetz gegen organisierte Kriminalität.
01:00:33: und ein hochrangiger US-Ermittler nannte das ganze sinngemäß die Weltmeisterschaft des Betrugs.
01:00:40: Der damalige FIFA-Präsident Seplata war nicht unter den Angeklagten und lässt sich auch nur zwei Tage nach dem Festnamen für seine fünfte Amtszeit wiederwähnen.
01:00:50: Die war aber
01:00:51: relativ kurz, nämlich der öffentliche Druck ist gestiegen und wenige Tage später kündet er auch sein Rücktritt an.
01:00:56: Später sperrt ihn die FIFA Ethik-Kommission vier Jahre aus.
01:01:00: Juristisch zwang das US-Rechte ermittelt dazu, die FIFA als Organisation formal nicht als Täterin sondern als Opfer einzustufen dass von korrupten Einzelpersonen geschädigt wurde.
01:01:13: Also die FIFA als Opfer, das von ihren eigenen Organen geschätigt
01:01:16: wurde.".
01:01:17: Der Verband als solcher konnte eben nicht angeklagt werden.
01:01:21: Die eigentlich entscheidende Systemfrage lautet aber in dieser Saison an Wenn eine einzige Insolution ein global begehrtes Gut monopolisiert und exklusive Rechte mit großen Ermessungsspielraum vorgibt Dann sind die Anreize zur eigenen Vereinahmungen freundlich gesagt enorm.
01:01:38: Und genau die selbe Schieflage sehen wir auch beim anderen Thema.
01:01:42: Nämlich bei der Frage, lohnt es sich eigentlich eine Weltmeisterschaft auszurichten?
01:01:48: Denn bei jeder WM hört man ja dieselben Versprechen.
01:01:52: Dachstum, Jobs Tourismus ein Schub für die ganze Wirtschaft und die kurze Antwort der meisten Ökonomen darauf, die sie das genauer angeschaut haben lautet in der Regel nicht in dem Ausmaß wie versprochen.
01:02:05: Wer Immer eine Weltmeisterschaft auch ausgerichtet hat in den letzten Jahren Südafrika, Brasilien und Russland-Kadar.
01:02:12: Die Forschung kommt erstaunlich einheitlich zum Erschluss dass die langfristige Rundite die Ausgaben selten rechtfertigt.
01:02:19: Bitten wir jetzt mal auf die Kostenseite dann haben wir in Südafrika im Jahr ist es in dem Jahr war es in Deutschland ähnlich aber in Katar mit geschätzten Zweihundert Milliarden Dollar das mit Abstand teuerste Turnier der Geschichte.
01:02:39: Da muss man auch wieder refererweise dazu ergänzen, der Großteil Flosse in die allgemeine Infrastruktur in Katar also öffentliche Verkehr Flughafen Ausbau Straßen ganze Stadtviertel die Katar sowieso im Rahmen seiner langfristigen Entwicklungsstrategie geplant hätte.
01:02:54: Es wäre also falsch, diese Summe dieser zwei Hundert Milliarden Eins zu Eins nun als reine Stadienkosten zu lesen.
01:03:01: auf der anderen Seite den kurzfristigen Tourismus schubt und glaube ich sehr durchaus und während des Tumils sind tatsächlich die Hotels voll gewesen trotz des Alkoholverbots.
01:03:10: Das Problem sind ja auch Zwei Effekte die euch noch seit Langem beschreiben und die auch diese Bruttozahlen wiederum kritisch hinterfragen.
01:03:17: Erstens haben wir den Verdrängungseffekt.
01:03:20: Die normalen Touristen, geschäftsreisende Familien-Touristen bleiben halt dann weg weil ihnen die Stadt zu voll ist und zu teuer auch ist.
01:03:27: Es findet einen Austausch einfach einer Sorte von Besuchern gegen andere Stadt.
01:03:31: Und zweitens sind wir auch den sogenannten Substitutionseffekten.
01:03:34: Was ein Einheimischer Fan Hund um der Stadien ausgibt ist oft auch Geld dass er sonst war an das in derselben Stadt ausgegeben hätte.
01:03:41: Einheimisch ja?
01:03:42: Weil er in der Stadt auch schon wohnt.
01:03:43: es entsteht gar nicht so viel zusätzliche Wirtschaftsleistung wie es auf den ersten Blick wirkt.
01:03:50: Dann gibt es aber noch ein Phänomen, nämlich der berühmten weißen Elefanten.
01:03:55: Louis kannst du dir vorstellen was damit gemeint ist?
01:03:58: Nein das kann ich tatsächlich nicht!
01:04:01: Ich kenne nur den rosa Elefant, wenn man sich ja nicht vorstellen soll.
01:04:05: Ja vielleicht...
01:04:06: Was ich in dem Zusammenhang nicht...
01:04:08: Also in den Zusammenhang sprechen mit einem weißem Elefante eigentlich um dieses Prestigepaar dessen Unterhalt teurer kommt als der Nutzen.
01:04:15: Und das klassische Lehrstück haben wir bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, wo vier der zwölf Stadien in Städten gebaut wurden die nicht einmal ein erstiger Verein hat.
01:04:26: Das berühmte Städtchen Manaus mitten den Amazonas eine moderne Stadion für rund zweiundvierzigtausend Zuschauer.
01:04:35: Blöderweise der lokale Club spielt einer zweiten Liga vor einem Schnitt knapp tausend fünfhundert Leuten.
01:04:41: Nach der Welt Meisterschaft blieb die Stadt Ein Mega-Bau erhalten, dessen jährlicher Unterhalt eben auch Millionen versteckt und deswegen kommt seine Weltmeisterschaft bei der Bevölkerung durchaus nicht immer gut an.
01:04:54: In Umfragen aus dem WM Jahr zwanzig vierzehn in Brasilien haben über sechzig Prozent also eine deutliche Mehrheit der Brasilianer preisgegeben dass das Geld eigentlich keine Kugelverwendung war die Investition der öffentlichen Mittel und das in einem Land, dass auch damals schon ohnehin in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage steckte.
01:05:15: Es gibt also denselben Grundkonflikt möchte man meinen wie bei den Tickets die viel verkasiert Großteil der Einnahmen fernsehrechte Sponsoring-Tickets aber die laufenden Kosten des Ausrichtens, d. h. Ausgang für Sicherheit, Verkehr oder Stadienbetrieb tragen überwiegend die Gasgeberstätte bzw.
01:05:36: Steuerzahler.
01:05:37: Der bekannte Sportökonom Andrew Zimbalist hat es mit Blick auf die Weltmeisterschafts-Weltmeister-Singemäß so gesagt, keine der Gasgeberstädte werde wirtschaftlich verdienen weil sie eben die Einnahmen nicht bekommen wohl aber die Kosten die schnell weit über hundert Millionen Dollar wo statt liegen können.
01:05:58: Nun stellt sich die berechtigte Frage warum sich Städte dann überhaupt für die Austragung einer Weltmeisterschaft bewerben, bzw.
01:06:06: gibt es überhaupt positive Gegenbeispiele?
01:06:09: Und da kann man durchaus auf die andere Seite der Medaille schauen und das Paradebeispiel wohl den Deutschland-Cinema-Sex, ja, das Sommermärchen neben den Investitionen in die Infrastruktur, die auch noch heute in der deutschen Bundesliga also von dem Verein an TV wegen der Deutschen Bundesliga aus Spien genutzt werden war wahrscheinlich der größte Gewinn gar nicht in der Bilanz messbar sondern ein Imagegewinn des ganzen Landes.
01:06:33: materiellen Effekte sind real nur schwer in Eurow zu beziffern.
01:06:38: Katar ist ein anderer Fall, indem die Weltmeisterschaft einen Bestandteil einer bewussten geopolitischen Strategien war nämlich einerseits Sichtbarkeit des Landes herzustellen aber auch die Software von Katar zu stärken.
01:06:50: was es damit gemeint.
01:06:52: manche Gastgeberländer wie eben Katar suchen also gar nicht so die klassische Rondite die eh schwer erzielbar ist.
01:06:59: sie kaufen sich eher Aufmerksamkeit und Status prästisch.
01:07:03: Und genau das wird auch kritisiert, dass die Bandmeisterschaft eben zum Instrument wurde mit dem auch adultäre Regime wie zuletzt in Russland im Jahr zwei Tausend Achtzehn ihr Image aufpolieren um die FIFA dabei aber auch bereitwillig die Plattform bietet bzw.
01:07:22: bereitstellt.
01:07:23: und schauen wir auf der aktuelle Weltmeisterschaft, es kann von einem relativ rationalen Gastgeber ansatz eigentlich gesprochen werden, weil USA, Kanada und Mexiko bauten kein einziges neue Stadion oder dauerhafte Stadien.
01:07:37: man nutzt vorhandene Arenan vor allem die großen Fußballstadien der NFL dazu bestehende Stadionen in Mexiko.
01:07:46: Was investiert wird, fließt in temporee Umbauten.
01:07:49: Das heißt einerseits Naturrasen der reingesetzt werden muss das Spiel fehlt dass auch die Viehvermaße erfüllen muss und sonstige technische Umsetzungen.
01:07:58: In Summe geht es da aber über alle Standorte um rund zwei Milliarden Dollar an Anpassungen hier auch zwei Milliarden versus den Zwei-Hundert Milliarden in Katar.
01:08:07: diese Gegenüberstellung sagt glaube ich schon alles Diesmal, wie sieht es da viel Gasgeber aus?
01:08:12: Drillt diese Logik auch zu.
01:08:14: Also die alte Logik steckt eigentlich wieder zu das ich schon vorher von den Ökonomen skizziert habe.
01:08:20: Es gibt jetzt einen Dämpfer nämlich ohne diese neuen Stadien!
01:08:24: landen die Kosten bei den Städten logischerweise.
01:08:26: Nämlich was ist das größte, der größte Post nehmen annehmen kann?
01:08:29: Na ja öffentliche Sicherheit.
01:08:30: vor allem in Vereinigten Staaten werden hier hunderte Millionen am Bundesmittel dafür bereitgestellt und manche Städte haben sich regelrecht geweigert die Rechnung dafür auch zu übernehmen.
01:08:41: Und der versprochene Tourismusboom schaut es da aus.
01:08:43: Macherowards schlagen US-Hotels sogar Alarm weil die ganz große Buchungsfälle ausgeblieben sind.
01:08:49: Die FIFA bleibt dabei natürlich auf der Frontenseite.
01:08:51: Einstichwort ist diese Die Inseitregel.
01:08:53: während des Turniers mussten nämlich in und um den Stadion jede Werbung verschwinden, die nicht von den FIFA-Partnern stammt.
01:09:00: Da haben wir wieder das Thema der Exklusivität, die hierhergestellt wird.
01:09:04: Deshalb heißt das Schilletzstadion bei Boston, während der WM schlicht Boston Stadium und das MetLife-Stadion, indem das auch das Finale steigen wird... als New York New Jersey Stadium.
01:09:17: Und wenn nicht dieses Wirtschaftswunder eintritt, wohin liegt dann der Gewinn?
01:09:21: Ich habe es einerseits schon auch erwähnt das geht auch darum prästisch und auch um immaterielle Effekte dieses Infrastrukturerbe weglässt, dann gibt es hier durchaus einen kulturellen Aspekt dem man nicht unterschätzen darf.
01:09:35: Nämlich dass dieses Turnier den Fußball in den Vereinigten Staaten auch endgültig zu einer Mastengeschäft etabliert.
01:09:40: Neben den vier großen Sportdaten Basketball, American Football Eishockey und Baseball eben auch sich Soccer etabliert.
01:09:50: Mehr Interesse für die heimische Major Soccer League, mehr Fans, mehr Medienpräsenz und am Ende des Tages auch mehr Geld im ganzen Ökosystem.
01:09:58: Wenn aus dem sechswöchigen Fußball-Event oder auch Fußball fest eine dauerhafte Begeisterung wird dann ist das eigentlich der eigentliche Geweh.
01:10:08: Zum Abschluss und auch sofort geschrittenen Zeit die Moral aus der Geldgeschichte kompakt in drei Punkten zusammengefasst.
01:10:15: Die erste ist Macht ohne Wettbewerb wird teuer für alle anderen.
01:10:18: Die FIFA ist deshalb so vermögend und notabene auch so skandalanfällig geworden, weil sie eben ein Monopol verwaltet.
01:10:26: Sie kontrolliert einen weltweit begehrtes Gut-und vergibt exklusive Rechte mit großen Ermessenspielraum.
01:10:33: Und genau dort wo es kein Wett bewerbt und wenig Transparenz gibt, gedeihen die Vereinnamung aber auch Korruption.
01:10:41: Das Geld, das die FIFA stark gemacht hat ist eben auch derselbe Geld dass sie über Jahrzehnte verwundbar gewacht hat.
01:10:48: Die Lehre daraus ist wo ein Monopol allein die Spielregeln und die Kasse kontrolliert sollte man nie fragen ob es Probleme gibt sondern nur wann sie auflegen.
01:10:58: Das ist nun übrigens kein Alleinstimmungsmerkmal der FIFA bei Monopolen.
01:11:02: Zum zweiten den Stadienmütters.
01:11:04: ich denke das Versprechen vom großen Aufschwung durch eine Weltmeisterschaft Hät der Prüfung in der Realität fast nie stand.
01:11:12: Tourismus-Booms werden durch Verdrängungs- und Substitutionseffekte aufgezehrt, und am Ende bleiben den Gastgebern nicht selten weiße Elefanten – also eben die Prestigiesporten, deren Unterhalt teurer ist als ernutzen.
01:11:26: Das eigentliche Problem sind die Schieflage, die schieferkassierte Einnahmen, die Städte und Steuerzahler tragen die Kosten.
01:11:32: Wenn jemand mit attraktiven Ronditen für ein Mega-Event wirbt, lohnt vor allem der Blick darauf wer denn auch diese Studie bezahlt hat und vor allem wer am Ende die Rechnung begleicht.
01:11:43: Andererseits sind finanzielle Argumente nur eine Seite der Medaille – die qualitative Faktoren wie zum Beispiel den Reputationsgewinn oder auch Sportswashing eines Gasgeberlandes nicht ausreichend abbilden können!
01:11:59: Und mit ein wenig Suffisanz am Schluss.
01:12:02: Sogar unsere Trauer über ein verlorenes Spiel hat einen Kurswert.
01:12:06: der besagte WM-Effekt an der Börse zeigt, dass selbst der Frust über eine Verlorene war die der österreichische Nationalmannschaft messbar auf die Aktienwerke durchlegt.
01:12:17: nach einer KO Phasen Niederlage im Schnitt eben knapp halbes Prozent nach unten.
01:12:23: und ganz typisch Mensch möchte man meinen, die Niederlage drückt.
01:12:27: Der Sieg hebt nicht im selben Maße.
01:12:29: mit einem Augenzwingen können wir festhalten dass am Ende beim Fußball eben alles Geld ist.
01:12:34: sogar das gebrochene Herz der Fans hat eine Notierung zu nachhangen.
01:12:38: Tragt diese Strategie trotzdem nicht!
01:12:42: Und soweit meine dreihunddreißigste Folge der Geldgeschichten.
01:12:46: Ja sehr schön Clemens Passend zum aktuellen Veranstaltung.
01:12:52: Auch für mich viele interessante neue Fakten dabei, neben dem weißen Elefanten.
01:12:56: die negative Einschätzung der Brasilianer im Nachgang zur WM könnte natürlich auch an einem gewissen Spiel liegen was sieben zu eins ausgegangen ist wenn ich mich recht entsinne.
01:13:10: Ja und das ganze Land in eine kollektive Tentation gestürzt haben Anders als eine andere Notion, acht Jahre später tatsächlich ein Sommermärchen erleben durften.
01:13:23: Magst du uns denn noch Literaturhinweise geben?
01:13:26: Ja ich habe drei Sachen mitgebracht.
01:13:28: Einerseits eben die Studie zum WM-Effekt von Edmonds, Garcia und Norley Sports Sentiment and Stock Returns im Journal of Finance aus dem Jahr zwei Tausend Sieben.
01:13:41: Dann den Link zum aktuellen Geschäftsbericht.
01:13:43: der FIFA-Zeihtausundfünfundzwanzig ließ sich eigentlich ganz fein muss ich sagen also sehr intuitiv aufgebaut!
01:13:50: Und dann zum dritten von Andrew Zimbalist die Studie der Organisation in Economics of Sports MegaEvents und Intercom Onlooks aus dem Jahre.
01:14:02: Und das war die dreiunddreißigste Folge der Geldgeschichten, wir freuen uns wie immer über Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und Wünsche.
01:14:11: nutzt dafür gern die Kommentarfunktion oder schreibt uns eine E-Mail unter contactatgeldgeschichten.info und diskutieren könnt ihr mit uns im gleichnamen Telegramm Kanal zum Podcast Untergruppe Und unsere Redliste auf Spotify könnt ihr unter Musik.geldgeschichte.info abrufen.
01:14:35: Alle Angaben und Verweise findet Ihr in der Folgenbeschreibung, schaut dazu in Eure Podcaste.
01:14:41: Wenn Ihr keine Geldgeschichte verpassen wollt dann abonniert unser Format.
01:14:45: Das gibt es überall wo es Podcast gibt Und selbstverständlich freuen wir uns wenn Ihr durch eine gute Bewertung zur Verbreitung der Geldgeschichten beitragt
01:14:55: Und damit verabschieden wir uns wie immer von allen Hörern mit dem alten chinesischen Segenswunsch.
01:15:02: Möget ihr in uninteressanten Zeiten leben!