Zurück in die Finanz-Zukunft
00:00:00: Im vierzehnten Jahrhundert starb innerhalb weniger Jahre ein gewaltiger Teil der europäischen Bevölkerung.
00:00:05: Ganze Dörfer verschwanden, Felder lagen brach, der Handel brach viele Ort zusammen und trotzdem begann für zahlreichen Überlebene anschließend eine Zeit in der ihre Arbeit mehr wert war als jemals zuvor.
00:00:17: Wie konnte aus einer der größten Katastrophen der europäischen Geschichte ein wirtschaftlicher Wendepunkt werden?
00:00:24: Und damit herzlich willkommen zur fünfundreißigsten Folge der Geldgeschichten.
00:00:28: Mein Name ist Luis Pazaus, einmal im Monat kombiniere ich die beiden schönsten Nebensachen der Welt nämlich Geld und Geschichte und reise dafür zurück in die Finanzzukunft jeden zweiten Monat auch zusammen mit meinem Bloggerkollegen Clemens Faustenhaber.
00:00:43: In der heutigen Solo-Folge geht es mit dem DeLorean DMC-Zwölf zurück ins Zeitalter des Schwarzen Todes also in Zeitalter der großen Pest-Epidemie, die Europa ab und zu heim suchte.
00:01:00: Wir werden uns allerdings weniger mit den medizinischen Fragen beschäftigen – uns interessiert vor allem was die Pest mit der Wirtschaft gemacht hat.
00:01:06: Denn ihre Folgen gingen weit über die unmittelbare Katastrophe hinaus und wirken bis heute nach.
00:01:12: Die Pest veränderte das Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital.
00:01:15: Sie beeinflusste die Löhne, Preise und Grundrenten also Patten und Mieten und sie verschob Vermögen und wirtschaftliche Potenz.
00:01:22: Schließlich trug sie dazu bei, dass eine Gesellschaftsordnung die über Jahrhunderte gewachsen war, allmählich zerfiel.
00:01:29: Damit möchte ich einen ziemlich großen historischen Bogen schlagen!
00:01:32: Wir beginnen im alten Ruhm – dort finden wir bereits einen bemerkenswerten Gegensatz zwischen Freien Bürgern auf der einen Seite, deren Lebensunterhalt auf eigenen Grund und Boden erwirtschaften und einer Wirtschaftsordnung, die in erheblichem Umfang auf Sklavenarbeit beruhte.
00:01:48: Anschließend schauen wir uns an, wie sich daraus über viele Jahrhunderte die mittelalterliche Feudal- oder Grundherrschaft entwickelt.
00:01:55: Und schließlich kommen wir zur Pest zum großen Sterben und zu einer erstaunlichen, wirtschaftlichen Entwicklung mit so einem Umschwung.
00:02:03: Denn nach dem Schwarzen Tod fehlte es in Europa plötzlich an etwas das zuvor im Überfluss vorhanden gewesen war – nämlich Menschen!
00:02:12: Das hatte Konsequenzen, die sich kaum überschätzen lassen….
00:02:15: Zum Schluss führt uns unsere Geschichte nach England.
00:02:17: Dort versuchte die Obrigkeit, die wirtschaftlichen Folgen der Pest mit Gesetzen aufzuhalten.
00:02:23: Sie wollte verhindern dass Arbeitskräfte ihre neue Verhandlungsposition ausnutzen.
00:02:28: Dieser Konflikt ermündet schließlich in einem der bekanntesten Bauernaufstände des Mittelaltes.
00:02:33: Die Geschichte zeigt uns etwas das auch für heutige Anleger interessant ist Vermögen Geld und wirtschaftlicher Wohlstand sind eben nicht dasselbe.
00:02:40: Und wenn sich die Knappheitsverhältnisse in einer Volkswirtschaft grundlegend verändern, können sich auch die Preise und Einkommen völlig anders entwickeln als man es zunächst erwarten würde.
00:02:51: Beginn wir im alten Ruhm – Die frühe römische Republik war eine Gesellschaft, in der Freie Bauern eine bedeutende Rolle spielen.
00:02:57: Viele Bürger bewirtschafteten eigenes Land, versorgten ihre Familien und leisteten zugleich Militärdienst.
00:03:02: Wirtschaftliche Selbstständigkeit und politische Teilhabe waren eng miteinander verbunden.
00:03:06: Ein wichtiger Schritt In der römischen Rechtsgeschichte war das zwölf Tafel gesetzt, dass um vierhundertfünfzig vor Christus entstand.
00:03:14: Es schuf zwar nicht erstmals den freien Bürger – den gab es schon vorher – aber es hielt grundlegende Rechtsregeln erstmalig schriftlich fest und begrenzte damit in gewissen Umfang Willkür bei ihrer Anwendung.
00:03:26: Eigenpummpferträge, Schulden und Erbrecht erhielten eine verbindliche und rechtliche Grundlage.
00:03:34: Das war bedeutsam, weil eine Marktwirtschaft eben verlässliche Regeln benötigt.
00:03:37: Wer investiert, produziert oder mit anderen Handeln treibt, der muss wissen welche Ansprüche er besitzt und wie er sie durchsetzen kann.
00:03:45: Allerdings hatte die römische Gesellschaft von Anfang an eine andere Seite – nämlich neben den freien Bürgern gab es Sklaven.
00:03:51: Und mit der Expansion Wohns nahm die Bedeutung der Sklavanarbeit erheblich zu.
00:03:55: Die römischen Eroberungskriege brachten nicht nur Beute, Edelmetalle und neue Provinzen.
00:04:01: Sie führten auch dazu das große Mengen fast klaffter Menschen nach Italien gelangen.
00:04:06: Diese Menschen wurden gekauft und verkauft.
00:04:08: Sie arbeiteten in Haushaltenwerkstätten, Bergwerken und vor allem in der Landwirtschaft.
00:04:13: Damit entstand eine Wirtschaftsordnung die man zugespitzt als Kauf-Sklavenwirtschaft bezeichnen kann.
00:04:18: Für Verweigende Römer war der Erwerb von Sklaven eine Investition.
00:04:22: Sie kauften Arbeitskraft nicht für einen bestimmten Zeitraum sondern beanspruchten die verfügung über ein menschen und zwar total.
00:04:29: das unterscheidet sklaverei grundlegend von einem arbeitsvertrag.
00:04:34: beim arbeits vertrag verkauft einen mensch seine arbeitsleistung diese arbeit zeit.
00:04:38: er bleibt aber rechtlich eine eigenständige person ein subjekt ein sklavin gegen waren römischen recht unsitzig eigentun seines herrn also ein objekt und misst.
00:04:48: mit der ausdehnung des reichs da konzentrierte sich außerdem immer mehr Sklaven und Land in den Händen politisch einflussreicher Familien.
00:04:56: Große landwirtschaftliche Güter, die sogenannten Latifundien, die gewannen an Bedeutung.
00:05:01: dort können Sklave in erheblichem Umfang eingesetzt werden.
00:05:04: Für viele kleinere Bauern verschlechterten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Kriegsdienstverschuldung und vor allem hier die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit.
00:05:12: Die trugen dazu bei dass viele ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit verloren.
00:05:16: sie zogen die Städte insbesondere nach oben und vergrößerten dort die besitzahme Bevölkerung.
00:05:22: Die römische Plebs war allerdings nicht erst durch diesen Prozess entstanden.
00:05:26: Sie existierte bereits zuvor als gesellschaftliche Gruppe, neu war vor allem die wachsende Zahl wirtschaftlich abhängiger Bürger innerhalb dieser Bevölkerung.
00:05:35: Entscheidend für unsere Geschichte ist hier auch noch ein anderer Punkt in Rom existierten freie Bürger und Sklaven arbeiten nebeneinander.
00:05:42: Die gesellschaftlichen Stellung eines Menschen hing ganz wesentlich davon ab ob er über Eigentum verfügte und welchen rechte im Status er besaß.
00:05:50: Aber die Wirtschaftsordnung blieb nicht unverändert bestehen.
00:05:52: Ab dem dritten Jahrhundert nach Christus gried das römische Reich in eine lange Phase politischer, militärischer und vor allem demografischer und wirtschaftlicher Krisen.
00:06:01: Auch die Eroberungskriege lieferten nicht mehr im gleichen Umfang neues Klaren – das veränderte die Form der landwirtschaftlichen Produktion.
00:06:08: Immer wichtiger wurden Pechter, die auf dem Land eines Grundbesitzers wirtschafteten und dafür Abgaben oder Arbeitsleistungen erbrachten.
00:06:15: In der Spätantike entwickelt sich daraus unter anderem das sogenannte Kolonad.
00:06:19: Ein Kolone war kein Sklave im klassischen Sinn, er konnte über einen eigenen Hausstand verfügen und hatte ein anderen rechtlichen Status.
00:06:28: Allerdings wurde seine persönliche Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt.
00:06:32: Bestimmte Gruppen von Kolonen waren rechtlich an das Land gebunden, dass sie bewirtschafteten.
00:06:37: Und hier erkennen wir bereits eine wichtige Entwicklung.
00:06:39: An die Stelle der unmittelbaren Verfügung bei einem fast klaffenden Menschen trat teilweise eine Wirtschaftsordnung in den Bauern rechtlich.
00:06:46: stärker als Personen anerkannt waren, zugleich aber an Grundbesitzer und deren Land gebunden blieben.
00:06:53: Denn die Tatsächlichen Verhältnisse unterschieden sich erheblich.
00:06:56: Sklaverei verschwand auch nach dem Untergang des Weströmischen Reiches nicht sofort – manche Abhängige Bauern besaßen nur sehr begrenzte Rechte.
00:07:05: Trotzdem wandte sich die Form der wirtschaftlichen Abhängigkeit.
00:07:08: Und als das weströmische Kaisertum im Jahr fourhundertsechsendzig nach Christus endete war dieser Prozess längst im Gang!
00:07:15: Die politischen Strukturen zerfielen, Fernhaltesbeziehungen veränderten sich, Städte verloren in manchen Regionen an Bedeutung und die Bevölkerung gingen in Teilen Westeuropas spürbar zurück.
00:07:26: Auch solchen spielten ja eine Rolle.
00:07:28: besonders die sogenannte justinianische Pest, die ab fivehundert-einvierzig das Mittelmeergebiet traf gehört in diesen Zusammenhang.
00:07:35: Für unsere Geschichte genügt jetzt zunächst eine Feststellung der wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, die hatten sich grundlegend verändert In der frühmittelalterlichen Gesellschaft wurde Grundbesitz daher zur entscheidenden Grundlage wirtschaftlicher und politischer Macht.
00:07:48: Werland kontrollierte konnte darüber bestimmen, wer es bewirtschaftete und welche Abgaben dafür zu leisten waren.
00:07:54: Und damit kommen wir zur mittelalterlichen feudal oder Grundherrschaft.
00:07:58: ein großer Teil der bäuerlichen Bevölkerung war nun in unterschiedliche Abhelligkeitsverhältnisse eingebunden.
00:08:04: die Bauern die Bewirtschaften ihre Höfe mussten aber abgaben leisen oder Arbeitsdienste auf dem Herndand verrichten.
00:08:11: Manche waren persönlich frei, andere höhrig oder eben leihbeigen.
00:08:14: Die rechtlichen Unterschiede die waren regional zum Teil beträchtlich.
00:08:18: der Grundherr wiederum der verfügt über wirtschaftliche und häufig auch gerichtliche Rechte.
00:08:22: er konnte Abgaben beanspruchen und bestimmte Leistungen verlangen.
00:08:25: dafür war mit der Grund Herrschaft auch eine Schutz- und Ordnungsfunktion verbunden die allerdings keineswegs immer zuverlässig erfüllt wurde.
00:08:35: christliche Vorstellungen die spielten in dieser Gesellschaft eine wichtige Rolle.
00:08:39: Sie verbreiteten die Vorstellung, dass alle Menschen als Geschöpfe Gottes eine besondere Würde besitzen, was später auch das endgültige Ende der Sklaverei besiegeln sollte.
00:08:49: Damit haben wir die Ausgangslage.
00:08:51: Latt war die entscheidende wirtschaftliche Ressource, die meisten Menschen lebten von der Landwirtschaft und ihre Arbeitsleistung war vielfach durch überkommene Rechte und Pflichten gebunden.
00:09:01: Dieses System sollte in den folgen Jahrhunderten zunächst eine bemerkenswerte Wachstumsphase erleben Zwischen dem frühen Hochmittelalter und den Beginn des vierzehnten Jahrhunderts, da erlebten große Tal Europas eine Phase wirtschaftlicher Expansion.
00:09:15: Die Bevölkerung wuchs erheblich, neue Siedlungen entstanden, Wälder wurden gerodet, Sümpfe trock gelegt und zusätzliche Flächen landwirtschaftlich genutzt.
00:09:24: Auch die landwirtschaftlichen Verfahren, die verbesserten sich der schwere Pflug, erleichterte in bestimmten Regionen die Bearbeitung ertragreicher Böden.
00:09:31: Die drei Felderwirtschaft ermöglichte eine intensivere Nutzung der Flächen und Wassermühlen, andere technische Einrichtungen steigert nie Produktivität.
00:09:40: Hinzu kam vergleichsweise günstige klimatische Bedingungen während der sogenannten mittelalterlichen Warnperiode die regional höchst unterschiedlich ausgeprägt war.
00:09:50: Europa wurde dichter besiedelt Städte wuchsen Zu ist entstanden Handelszentren, Märkte und zunehmend komplexe Reformen der Arbeitsteilung.
00:10:00: Trotzdem blieb die Landwirtschaft die Grundlage des wirtschaftlichen Lebens Und damit stellte sich ein Problem das Ökonom seit Jahrhunderten beschäftigt.
00:10:08: Was passiert wenn die Bevölkerung schneller wächst als die Menge der verfügbaren Ressourcen?
00:10:13: Nehmen wir ein einfaches Beispiel Ein Dorf verfügt über hundert Tektar landwirtschaftliche Nutzfläche.
00:10:18: Zunächst leben dort zwanzig Familien.
00:10:19: Jede Familie kann ausreichend Boden bewirtschaften.
00:10:21: Es gibt noch Flächen Die sich zusätzlich erschließen lassen.
00:10:25: Nun wächst die Bevölkerung.
00:10:26: Aus zwanzig Familien werden dreißig später vierzig, die verfügbare Fläche wächst aber nicht in dem gleichen Maße.
00:10:32: Zusätzlich können die Menschen neue Flächen erschließen und vorhandene Ecker intensiver bewirtschaften.
00:10:37: Irgendwann müssen sie jedoch zunehmend schlechtere Böden nutzen oder Sie müssen mehr Arbeit investieren um auf derselben Fläche zusätzliche Erträge zu erzielen.
00:10:46: Der zusätzlichen Ertrag pro eingesetzte Arbeitsstunde der nimmt dann tendenziell ab.
00:10:51: Das ist der klassische Gedanke sinkender Grenzerträge.
00:10:55: Für die Verteilung des Wohlstandes hat das erhebliche Konsequenzen, wenn viele Menschen Arbeit suchen aber die Menge des verfügbaren Boots begrenzt ist verschlechtert sich tendenziell die Verhandlungsposition der Arbeitskräfte.
00:11:07: Wer kein eigenes Land besitzt muss sich mit den Bedingungen arrangieren unter denen ihr Zugang zu Boden und Beschäftigung erhält.
00:11:14: Die wirtschaftliche Bedeutung des Begunstbesitzes steigt Der Boden ist knapp Die Arbeitskraft dagegen reichlich vorhin.
00:11:21: Genau diese Entwicklung lässt sich in Teilen Europas während des Hochmittelalters beobachten.
00:11:26: Allerdings war die mittelalterliche Wirtschaft kein moderner Arbeitsmarkt.
00:11:30: Löhne, Abgaben und Nutzungsrechte wurden vielfach durch Gewohnheitsrecht persönlicher Abhängigkeiten und lokale Herrschaftsverhältnisse bestimmt.
00:11:38: Die ökonomischen Knappheitsverhältnissen wirken trotzdem.
00:11:42: wenn die Bevölkerung zunahm wurde schwieriger alle Menschen ausreichend zu versorgen.
00:11:46: Die Folgen waren unter anderem eine stärkere Nutzung, weniger ertragreicher Flächen.
00:11:51: Eine zunähnende Zersplitterung des bäuerlichen Besitzes und eine größere Verwundbarkeit gegenüber Missernten.
00:11:57: Damit näherte sich die mittelalterliche Agrarwirtschaft in manchen Regionen ihren Grenzen.
00:12:03: Und dann verschlechterten sich auch noch die klimatischen Bedingungen.
00:12:07: Ab dem späten Dreizehnen und insbesondere im Vierzehnjahrhundert, da erhofft sich in verschiedenen Teilen Europas ungünstige Witterungsverhältnisse.
00:12:14: Die Temperaturen entwickeln sich regional unterschiedlich, aber die Phase des vergleichsweise günstigen mittelalterlichen Klimas ging zu Ende.
00:12:24: Besonders verheerend war die große Hungersnot von thirteenhundfünfzehn bis treizehnhundertsebzehn.
00:12:29: anhaltende Niederschläge und schlechte Ernten führten in weiten Teilen Nord- und Westeuropa zum massiven Versorgungsproblem.
00:12:37: Getreide Preise stiegen, viel Bestände gingen zurück, Hunger und Krankheiten forderten zahlreiche Opfer.
00:12:43: Die Bevölkerung war dadurch nicht überall und nicht dauerhaft in gleichem Maße geschwächt, aber die Hungersnot offenbarte – die Verletzlichkeit der europäischen Agrarwirtschaft.
00:12:52: Ein weiteres Ereignis verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung.
00:12:55: im Juli, ab dem Jahr verwendete sich in Mitteleuropa eine außergewöhnliche Hochwasserkatastrophe, die sogenannte Magdalene Flut.
00:13:04: In zahlreichen Flussgebieten kam es zu extremen Überschwimmungen Fruchtbare Erde wurde fortgeschwemmt, Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen wurden beschädigt.
00:13:16: Die Magdalene Flut war zwar kein europaweites Ereignis und erklärt auch nicht den späteren Verlauf der Pest aber sich veranschaulich welche Naturgefahren eine weitgehend agrarisch geprägte Gesellschaft ausgesetzt waren.
00:13:28: Denn der wirtschaftliche Wohlstand hing o.V.
00:13:31: von Ernten, Bodenfruchtbarkeit und Witterung ab.
00:13:33: Und dann kam eine Katastrophe gegen die selbst gute Ernten und volle Vorratspeicher nur begrenzt helfen können.
00:13:41: Im Jahr, da erreichte die Pest über Handelswege der Mittelmeerau.
00:13:46: in den folgenden Jahren breite sich über Weiteteil Europas aus.
00:13:49: Die erste große Pestwelle dauerte regional unterschiedlich lange zwischen thirteenhundertsiehnundvierzig und den fühlen dreizehnfünfziger jahren starben vermutlich mehrere zehn Millionen Menschen.
00:14:01: Häufig wird von einem Verlust zwischen ein Drittel und der Hälfte der europäischen Bevölkerung gesprochen.
00:14:05: Für einzelne Regionen werden auch deutlich höhere Sterblichkeitsraten angenommen.
00:14:10: Die genauen Zahlen sind umstritten, weil eben verlässliche Bevölkerungsstatistiken fehlen.
00:14:15: Unstrittig ist dagegen das Ausmachs der Katastrophe.
00:14:18: ganze Familien starben Höfe wurden verlassen Handwerksbetriebe verloren ihre Arbeitskräfte handelsverbindungen wurden unterbrochen.
00:14:26: die wirtschaftlichen folgen waren zunächst verheerend.
00:14:28: Produktion und Handel wurden gestört.
00:14:30: Arbeitsabläufe die brachen zusammen Eigentumsverhältnisse mussten neu geregelt werden.
00:14:35: Die Pest war deswegen nicht einfach ein Ereignis, bei dem die Bevölkerung schrumpfte und alle übrigen wirtschaftlichen Bedingungen unverändert blieben – sie war ein umfassender gesellschaftlicher Schock!
00:14:47: Und hier kommen wir zu einer Besonderheit, die aus ökonomischer Sicht entscheidend ist.
00:14:50: Die pest di vernichtete Menschenleben in gewaltigem Umfang.
00:14:55: Sie zerstörte aber nicht im gleichen Verhältnis die vorhandenen Sachwerte Landwirtschaftliche Flächen, die verschwanden nicht.
00:15:01: Häuser, Mühe und Werkzeuge – andere Produktionsmittel blieben vielfach erhalten.
00:15:06: Natürlich verfielen ungedunste Gebäude und ohne Arbeitskräfte konnten zahlreiche Anlagen nicht mehr betrieben werden aber im Vergleich zur Zahl der Menschen waren nun erheblich mehr Boden- und Sachkapital vorhanden.
00:15:17: Anders ausgedrückt Die Ausstattung mit Produktionsmitteln pro Kopf hat sich schlagartig verändert.
00:15:23: Vor der Pest waren vielen Regionen der Boden relativ knapp Und die Arbeit vergleichsweise reichlich vorhanden gewesen.
00:15:30: Nach der Pest war es umgekehrt, Land gab es genug aber Menschen die es bewirtschaften konnten, die fehlten.
00:15:36: Stellen wir uns dazu noch einmal unser Dorf mit Runder Tecta Nutzwäche vor.
00:15:39: dort lebten zuletzt vierzig Familien und sterben innerhalb weniger Jahre zwanzig Familien aus.
00:15:44: Übrigens Zwanzig.
00:15:45: die verfügen damit rechnerisch über doppelt soviel Boden pro Familie bedeutet natürlich nicht dass sie automatisch Eigentümer des Bodens werden aber ihre wirtschaftliche Verhandlungsposition die verändert sich ein Grund her der seine Felder bestellen lassen möchte, benötigt Arbeitskräfte.
00:16:00: Wenn diese knapp sind muss er ihm bessere Bedingungen anbieten.
00:16:03: Er kann höhere Löhne zahlen, Abgaben reduzieren oder günstigere Pachtverträge abschließen.
00:16:08: Andernfalls riskiert er, dass seine Flächen unbewirtschaftet bleiben.
00:16:13: Für die Grundsbesitzer war das eine unangenehme Entwicklung denn ihr Vermögen bestand zu einem erheblichen Teil aus Land und der wirtschaftliche Wert dieses Landes hing davon ab ob sich daraus Erträge erzielen ließen.
00:16:24: Ohne Arbeitskräfte waren selbst furchtbarer Boden nur begrenzt nutzbar.
00:16:30: Die Folge, das war ein langfristiger Druck auf die Einkommen vieler Grundbesitzer.
00:16:34: Gleichzeitig verbesserte sich die wirtschaftliche Möglichkeit zahlreicher Bauern und Landarbeiter.
00:16:39: Allerdings, das Ganze geschah nicht über Nacht.
00:16:42: Unmittelbar nach der Pest waren die Märkte durch massive Störungen geprägt.
00:16:46: In England stiegen beispielsweise in den ersten Jahren nach der peste die Preise verschiedener Lebensmittel erheblich.
00:16:52: Auch die Nominarlöhne stiegen, aber das bedeutet nicht automatisch einen sofortigen Anstieg der Kaufkraft.
00:16:57: Entscheidende schließe ich nicht wie viele Münzen jemand verdient.
00:17:00: entscheiden ist was er sich dafür kaufen kann.
00:17:02: erst im weiteren Verlauf des Vierzeltens und besonders in den Fünfzehnjahrhunderts lässt sich in England eine deutliche Verbesserung der Reallöhne vieler Arbeitskräfte beobachten.
00:17:12: auch die Entwicklung.
00:17:13: die verlief regional und beruflich sehr unterschiedlich.
00:17:17: Aber langfristig veränderte sich die Einkommensverteilung.
00:17:20: Arbeit wurde in Verhältnis zu Lat wertvoller.
00:17:23: Und damit sind wir bei einer weiteren Frage, die für unsere Geldgeschichte relevant ist.
00:17:27: Was geschah eigentlich mit dem Geld?
00:17:29: Europa verwendete im Vierzehn Jahrhundert überwiegend Münzgeld auf der Grundlage von Silber und Gold – Bankkredite, Wechsel- und andere Zahlungsinstrumente, die existierten ebenfalls ins besonderen Fernhandel aber die Edelmetalle bildeten die zentrale Grundlage des Geldsystems.
00:17:46: Wenn nun ein erheblicher Teil der Bevölkerung starb verschwanden die vorhandenen Münzen nicht automatisch.
00:17:51: Ein Teil wurde vererbt, andere Geldbestände wechselten durch Verkäufeabgaben und sonstige Transaktionen den Besitzer.
00:17:58: Die Zahl der Menschen ging drastisch zurück während der Bestand an Edelmetallen kurzfristig nicht in gleichem Maße schrumpfte.
00:18:05: Und daraus ergibt sich auch eine Überlegung nämlich wenn dem Hänge des Geldes relativ stabil bleibt aber weniger Güter- und Dienstleistungen produziert werden müsste das nicht zu steigenden Preisen führen?
00:18:16: Grundsätzlich Kann das passieren?
00:18:18: Allerdings müssen wir hier mehrere Dinge unterscheiden.
00:18:20: Zunächst einmal gibt es die allgemeine Preisentwicklung und dann gibt es eben die relative Preise.
00:18:25: Ein steigender Lohn bedeutet beispielsweise, dass Arbeit gegenüber anderen Gütern teurer wird.
00:18:30: ein sinkener Pachtzins bedeutet, dass die Nutzung von Boden gegenüber anderen Gütern billiger wird.
00:18:35: diese Veränderungen können gleichzeitig auftreten selbst wenn das allgemein preisniveau relativ stabil bleibt.
00:18:42: Geschichte sind gerade diese relativ preisänderungen scheint, denn sie zeigen wie sich die wirtschaftliche Knappheit verändert hat.
00:18:50: Die Löhne konnten steigen während der Grundrente sanken und beide Entwicklungen hatten zunächst einmal mit dem veränderten Verhältnis zwischen Menschen und Boden zu tun.
00:19:01: Nun gibt es aber noch einen zweiten Mechanismus in der Geldtourie wird häufig die sogenannte Quantitätsgleichung verbindet.
00:19:06: Sie beschreibt einen grundlegenden Zusammenhang zwischen Geldmenge, Umlaufgeschwindigkeit, Preisen und realer Wirtschaftsleistung.
00:19:13: Vereinfacht gesagt wenn die Geldmenige unverändert bleibt das Geld genauso schnell umläuft wie zuvor und weniger Güter produziert werden steigt rechnerisch das Preisniveau.
00:19:24: aber gerade nach einer Katastrophe wie der Pest ist die Annahme einer unveränderten Umlauf Geschwindigkeit problematisch.
00:19:30: Wenn Handel und Produktion zusammenbrechen können auch die Geldtransaktion zurückgehen.
00:19:35: Menschen können Geld zurückhalten, Märkte können zeitweise ganz ausfallen.
00:19:38: Kredite werden möglicherweise nicht mehr gewährt.
00:19:41: Deshalb folgt aus einer schrumpfenden Bevölkerung und einem weitgehend erhaltenen Edelmetallbestand keineswegs automatisch eine allgemeine Inflation.
00:19:48: Hinzu kommen Veränderungen der Mitsprägung des Edelmethalangebots von der Geldnachfrage.
00:19:53: Die tatsächliche Preisgeschichte des Spelmittelalters ist dementsprechend vielschichtig.
00:19:58: In manchen Phasen stiegen die Preisen in anderen Fühlen sie auch.
00:20:02: verschiedene Güte entwickeln sich unterschiedlich.
00:20:04: Für unsere Geschichte ist eine andere Erkenntnis wichtiger.
00:20:09: Die Pest, die veränderte nicht einfach die Kaufkraft des Geldes – sie verändert vor allem die wirtschaftliche Bewertung der Produktionsfaktoren.
00:20:17: Land verlore gegenüber Arbeit an Knappheit!
00:20:20: Diese Veränderungen wirkte sich umbar auf Einkommen und Vermögen aus.
00:20:24: Wer ausschließlich auf den Bestand an Münzen oder Grundstücken schaute konnte deshalb ein völlig falsches Bild der wirtschaftlichen Lage gewinnen.
00:20:31: Ein Grund her mochte nach der Pest noch immer genauso viel Hektar Land besitzen wie vorher, aber wenn ihm die Arbeitskräfte fehlten und seine Einnahmen zurückgingen war seine wirtschaftliche Position deutlich schwächer geworden.
00:20:43: Ein Landarbeiter dagegen besaß möglicherweise kaum Vermögen Aber wenn sein Arbeitsleistung dringend benötigt wurde, konnte sich so eine Einkommenssituation erheblich verbessern.
00:20:52: Damit kommen jetzt zu einer Entwicklung die noch weitreichender war als die unmittelbaren Veränderungen von Preisen und Löhnen.
00:21:00: Die Pest stellte die bestehende Gesellschaftsordnung in Frage, denn die mittelalterliche Grundherrschaft beruhte nicht auf freiwilligen Verträgen – sie beruhte vielfach auf rechtlichen Bindungen, Abgabenpflichten und persönlichen Abhängigkeiten.
00:21:14: Diese Ordnung gerede nun unter erheblichen wirtschaftlichem Druck.
00:21:19: Besonders gut lässt sich dieser Konflikt am Beispiel Englerns beobachten.
00:21:23: auch dort hatte die Pest eine heblichen Teil der Bevölkerung ausgelöscht.
00:21:27: Rundbesitzer standen plötzlich vor einem Problem.
00:21:29: Sie benötigten Arbeitskräfte, um ihre Güter zu bewirtschaften.
00:21:33: Aber die verbliebenen Bauern und Landarbeiter konnten zunehmend bessere Bedingungen fallen.
00:21:38: Ein freier Arbeitsmarkt hätte auf diesen Mangel mit höheren Löhnen reagiert.
00:21:42: Doch der englische Obrigkeit wollte genau das verhindern!
00:21:47: Bereits in den letzten Jahren, da er ließ, könne ich Eduard
00:21:51: III.,
00:21:51: die sogenannte Audience of Labour Und zwei Jahre später, da folgte das Statute of Laborers.
00:21:59: Diese Vorschriften sollten unter anderem verhindern, dass Arbeitskräfte die Knabheit zu höheren Lohnforderungen nutzen.
00:22:06: Die Löhne sollten sich an den Verhältnissen vor der Pest orientieren.
00:22:11: Arbeitsfähige Menschen konnten unter bestimmten Voraussetzungen zur Arbeit verpflichtet werden – auch der Wechsel zu einem Arbeitgeber.
00:22:17: Der höhere Lohnebot wurde eingeschränkt!
00:22:21: Ökonomisch betrachtet war das eben ein Versuch einen gestiegenen Marktpreis gesetzlich zu begrenzen und wir können uns leicht vorstellen welches Problem heraus entstand.
00:22:31: Wenn Arbeitskräfte knapp sind steigt die wirtschaftliche Bedeutung, ein Gesetz sich ja.
00:22:35: höchstlohn also Höchslohn nicht.
00:22:36: Mindestlohn erinnert aber nichts an der Knappheit.
00:22:39: Er kann lediglich verhindern dass sich die veränderten Verhältnisse vollständig in vereinbarten Löhnen niederschlagen.
00:22:46: Das wiederum erzeugt Konflikte Aber Geber können versuchen, die Vorschriften durchzusetzen.
00:22:52: Arbeitskräfte können versuchen bessere Bedingungen zu erhalten oder ihre Arbeitskraft zurückhalten.
00:22:58: Manche weichen auf andere Beschäftigung aus, andere verhandeln über zulzliche Leistung oder versuchen bestehende Bindung zu lösen.
00:23:06: Die englischen Arbeitsgesetze wurden tatsächlich versucht, über lange Zeit durchzusetzten und wurden auch immer wieder ergänzt.
00:23:12: Sie waren also keineswegs bedeutungslos.
00:23:15: langfristig konnten sie den grundlegenden Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse, also die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten nicht verhindern.
00:23:24: Arbeitskräfte blieben knapp und ihre Verhandlungsposition verbesserte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte.
00:23:31: Dazu kam aber weitere Konflikte und einer ist hier von besonderer Relevanz nämlich England führte einen langen Krieg gegen Frankreich, den wir heute als wundertiregen Krieg kennen Und Kriege, die verursachen erhebliche Kosten.
00:23:44: Die Krone versuchte zusätzliche Einnahmen zu erzielen unter anderem durch Kopfsteuern.
00:23:49: Besonders die Steuerforderung von Dreizehn-Achzig und Dreizehn-Einachzig verschärften uns zur Friedenheit.
00:23:55: Damit verbanden sich wirtschaftliche Belastungen, soziale Spannung und der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsrechte.
00:24:01: Im Jahr thirteenhunderteinachtzig kam schließlich zum großen englischen Bauernaufstand.
00:24:07: Eine zentrale Figur war das Wort Tyler Die Aufständischen, die zogen nach London und stellten weitreichende Vorderungen.
00:24:14: Sie verlangen unter anderem die Abschaffung bestimmter Formen persönlicher Unfreiheit und die Begrenzung herrschaftlicher
00:24:20: Ansprüche.".
00:24:21: Dabei ging es keineswegs ausschließlich um Löhne, es ging auch um Steuernabgaben, politische Willkür... ...die Frage welche Rechte ein Mensch gegenüber seinem Herrn besitzt.
00:24:31: Eine weitere wichtige Rolle, die spielte dabei der Prediger John Wall.
00:24:35: Ihm wird eine rühmte Frage zugeschrieben, Zitat Als Adam Grubb und Eva Spann, wer war da der Edelmann?
00:24:42: Zitat Ende.
00:24:43: Wenn alle Menschen auf dieselben biblischen Vorfahren zurückgehen, ja Gottes Ebenbild repräsentieren worauf gründet sich dann der Anspruch einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe dauerhaft über andere zu herrschen.
00:24:56: Letztlich wurde Wattayla während der Verhandlungen in London getötet.
00:25:00: Der Aufstand wurde niedergeschlagen.
00:25:03: Zahlreiche Beteiligte wurden verfolgt und bestraft Und das übrigens entgegen des Versprechen Königreichers
00:25:09: II.,
00:25:10: der zwischenzeitlich militärische Not geraten und die Berücksichtigung der bäuerlichen Anliegen und eine Amnistie zugesagt hatte.
00:25:18: Sein Kommentar zum Wortbruch, Zitat Knechte seid ihr – und Knechte werdet ihr auch bleiben.
00:25:25: Kurzfristig hat er sich also die Obrigkeit behauptet.
00:25:28: Doch die langfristige wirtschaftliche Entwicklung liess ich dadurch nicht vollständig aufhalten!
00:25:34: In England verlor die persönliche Leib-Eigenschaft im Spätermittelalter zunehmend an Bedeutung, abhängige Arbeitsverhältnisse wurden häufig durch Pachtverträge und entlohnte Arbeit ersetzt.
00:25:45: Das Gashar schrittweise und wie gehabt regional unterschiedlich.
00:25:50: Der moderne Lohnarbeiter der entstand jetzt nicht plötzlich in Jahr thirteen ein achtzig Lohnarbeit hatte es bereits vorhergegeben in Städten ebenso wie auf dem Land.
00:25:59: Neu war vielmehr, dass sich die Bedeutung freier vertraglicher Arbeitsverhältnisse in Teilen der Wirtschaft weiter ausdehnt.
00:26:08: Die Pest hatte diese Entwicklung erheblich beschleunigt.
00:26:14: Kommen wir zum Abschluss wie gewohnt zur Moral von der Geschichte.
00:26:18: Was können wir also als Anleger aus den wirtschaftlichen Folgen des schwarzen Todes lernen?
00:26:25: Ich möchte wie fast immer drei Punkte hervorheben.
00:26:28: Erstens, nicht der Besitz einer Ressource entscheidet über ihren Wert sondern ihre Knappheit und ihr wirtschaftlicher Nutzen.
00:26:34: Vor der Pest waren Grund- und Boden in vielen Teilen Europas knapp Arbeitskräfte reichlich vorhanden.
00:26:40: nach der Peste kehrte sich dieses Verhältnis um.
00:26:42: Plötzlich gab es mehr Land als die verblieben Menschen bewirtschaften konnten.
00:26:46: Für die Grundbesitzer bedeutete das sinkende Ertragsmöglichkeiten für die Arbeitskräften dagegen öffnete ist die Aussicht auf höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen.
00:26:56: Das gegründet sich auch heute.
00:26:57: Der Wert einer Kapitalanlage ergibt sich nicht allein aus ihrer physischen Substanz, sondern vor allem aus den Erträgen die sich damit erwirtschaften lassen.
00:27:06: Eine Immobilie kann noch so solide gebaut sein wenn niemand sie mieten möchte oder die Bewirtschaftungskosten ihre Einnahmen übersteigern ist sie keine gute Kapital-Anlage.
00:27:16: Zweitens entscheidet es nicht wie viel Geld wir besitzen oder verdienen, sondern was wir uns dafür kaufen können.
00:27:22: Die Pest vernichtete einen erheblichen Teil der Bevölkerung.
00:27:25: Der vorhandene Bestand an Edmetallen blieb dagegen weit ging gleich.
00:27:29: Doch daraus folgte keineswegs automatisch, dass die Überlebenden wohlhabener wurden oder die Preise überall stiegen.
00:27:36: Denn die wirtschaftliche Produktion, die Geldnachfrage und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes veränderte sich ebenfalls.
00:27:43: Für Anleger ist deshalb die Unterscheidung zwischen nominalen und realen Größen entscheidend.
00:27:47: Wer fünf Prozent Zinsen erhält während der Preis um sieben Prozent steigen verliert Kaufkraft!
00:27:51: Und wer hohe Ausschüttungen kassiert, da er aber dauerhaft Kapital aufzehrt wird dadurch ebenfalls nicht wohlhabender.
00:27:58: Nicht die Höhe des Geld zum Flusses zählt sondern was nach Inflation und gegebenenfalls Kapital verzerrt davon übrig bleibt.
00:28:06: Drittens – wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten lassen sich durch politische Entscheidungen beeinflussen, aber nicht außer Kraft sitzen.
00:28:13: Nach der Pest wurden Arbeitskräfte knapp.
00:28:15: Die englische Krone versuchte dennoch die Löhne auf dem alten Niveau festzuschreiben.
00:28:20: Das erinnerte nichts an dem grundlegenden Problem.
00:28:22: Es fehlten Menschen, die das Land bewirtschaften konnten.
00:28:26: Die gesetzlichen Beschränkungen konnten die Anpassung erschweren und Konflikte verschärfen.
00:28:30: langfristig ließ sich der Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse aber nicht verhindern.
00:28:35: Für Anleger folgt daraus eine wichtige Kenntnis Politische Eingriffe können Preiseerträge eigentumsrechte erheblich verändern.
00:28:41: Sie beseitigen jedoch nicht die zugrunde liegenden Knappheitsverhältnisse.
00:28:46: Deshalb sollten wir bei jeder Investition nicht nur auf die gegenwärtigen Regeln schauen, sondern auch darauf welche wirtschaftlichen Kräfte dahinter stehen.
00:28:54: Und damit lässt sich die Geschichte des Schwarzen Todes vielleicht in einem einzigen Satz zusammenfassen.
00:28:59: Nicht die Pest macht der Europareich aber sie veränderte die Knappheitsverhältnisse so grundlegend dass ich für viele überlebende neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffneten.
00:29:12: Kommen wir damit zu den Quellen, die ich genutzt habe und als erste Quelle steht hier ein Film.
00:29:20: Denn der Anlass mich mit dieser Geschichte überhaupt zu beschäftigen lieferte The Uprising, der den englischen Bauernaufstand von Drei-Zert-Ein-Achzig unter der Führung von Watt Taylor aufgreift.
00:29:33: Was zunächst wie eine Geschichte über Unterdrückungen und Rebellion klingt hat eben einen wirtschaftlichen Hintergrund Denn ohne die Pest, die England rund drei Jahrzehnte zuvor heimgesucht hatte, wäre dieser Aufstand in seiner historischen Form kaum zu verstehen.
00:29:47: Der Film ist von im Jahr und lief auch erst kürzlich in den heimischen Kinos.
00:29:54: Ja dann gibt es noch einige Bücher zum Thema nämlich von Klaus Bergdol der Schwarze Tod in Europa Von Wilhelm Abel Agrarkrisen unter Agrarkonjunktur von Werner Rösler, Bauern im Mittelalter und schließlich von Mark Bailey After the Black Death.
00:30:14: Soweit die fünfundreißigste Folge der Geldgeschichten!
00:30:18: Ich freue mich über Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und Wünsche.
00:30:21: nutzt dafür gerne die Kommentarfunktion oder schreibt mir eine E-Mail an contactatgeldgeschichten.info.
00:30:27: diskutieren könnt ihr mit mir und Clemens im gleichnamen Telekom Kanal zum Podcast unter gruppe.geldgeschichten Und unsere Hitliste auf Spotify, die könnt ihr unter musik.geldgeschichten.info abrufen.
00:30:43: Alle Angaben und Verweise findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung.
00:30:47: Schaut dazu in eure Podcast-App!
00:30:49: Wenn ihr keine Geldgeschichte mehr verpassen wollt, dann abonniert unser Vorwort.
00:30:53: Das gibt es überall wo es Podcast gibt.
00:30:55: Selbstverständlich freuen wir uns wenn ihr durch eine gute Bewertung zur Verbreitung der Geldgeschichten beitragt.
00:31:01: Damit verabschiede ich mich von allen Hörern und Zuschauer.
00:31:06: mit dem alten chinesischen Segenswunsch möget ihr in uninteressanten Zeiten leben.